märchenhaftes : Rückkehr der Gebrüder Grimm

23 „Zwerge“ und der böse Wolf: Die erste Klasse der Grundschule Lübz mit Lehrerin Heidi Müller Fotos: monika maria degner
1 von 3
23 „Zwerge“ und der böse Wolf: Die erste Klasse der Grundschule Lübz mit Lehrerin Heidi Müller Fotos: monika maria degner

Im Rosengarten mitten im Lübzer Stadtzentrum hatte der neue gemalte Märchenwald Premiere

von
26. November 2015, 16:40 Uhr

Die Stadt Lübz hat ihren „Märchenwald“ wieder! Nicht den natürlich, der seit den 70er Jahren bis zirka 1990 im Zentrum nahe der Schleuse stand, sondern einen Nachfolger im aktuellen Look der Airbrush-Technik. Die Idee dazu sei schon vor anderthalb Jahren entstanden, berichtet Karl-Heinz Dobbertin, Vorsitzender des Gewerbevereins Lübz, aber der Weg von einer Idee bis zu ihrer Realisierung benötige ja eine gewisse Zeit. Mitte dieser Woche jedenfalls war dieser Weg am Ziel und der Märchenwald im Rosengarten konnte eingeweiht werden. Leider zeigte der Himmel wieder perfektes Grau. Aber auch in den Märchen scheint die Sonne nicht immer, vor allem nicht in den Wäldern. Da herrscht ein gewisses Dunkel, hausen Feen, Zwerge – und Hexen. Und sehr schnell bleibt der Blick im Rosengarten jetzt auf jener vielleicht nachdrücklichsten Szene aller unserer Märchen haften, nämlich der ersten Begegnung von Hänsel und Gretel mit der Hexe. Wie herrlich hätte es sich doch am Lebkuchenhaus knuspern lassen, aber alle Herrlichkeit war nur der Vorhang vor dem Bösen.

Kai Arendt hat die Märchenwaldbilder geschaffen. Vorher schon, sagt Dobbertin, habe der Parchimer Künstler für die Stadtwerke gearbeitet, Trafostationen bemalt etwa. Nun hat er die acht Kernszenen der bekanntesten Märchen von Frau Holle bis Dornröschen und ein Nikolauskonterfei auf die Gestellwände gebannt. Es sind farbenfrohe, im Ausdruck sehr kräftige Bilder, vor denen man stehen bleibt, angezogen auch durch die Fülle der Details, die der Künstler hineingemalt hat. Erwachsene Betrachter werden hier ihre Erinnerung an die Märchen, aber auch an frühere Darstellungen und Illustrationen zu den Geschichten auffrischen.

Die Erstklässler der Grundschule, die zum Anlass der Eröffnung mit ihrer Lehrerin Heidi Müller in einer langen Prozession herbeimarschierten, mussten allerdings keine große Erinnerungsarbeit leisten. „Ich lese immer wieder ein Märchen vor“, berichtete die Lehrerin und so wussten die Steppkes nach kurzem Kennerblick auf die Bilder sofort, um welches Märchen es sich jeweils handelt. Mit kindlichem Spürsinn entdeckten sie auch einen ziemlich unscheinbaren Pappkarton, dessen Inhalt in der Tat für die Kleinen bestimmt war. Es handelte sich um liebevoll zurechtgemachte Cellophanpäckchen mit Süßigkeiten darin, ein kleiner Vorgeschmack auf die Jahreszeit der Geschenke.

Zu verdanken ist der neue Märchenwald im Rosengarten in erster Linie dem Gewerbeverein Lübz, der an diesem Vormittag mit einigen Vertretern vor Ort war. Aber „er hat viele Mütter und Väter“, bemerkte Karl-Heinz Dobbertin bescheiden. Mit im Boot seien der Verein „Lübzer Land“, der Bauhof und Ingolf Zwick von der Firma BAULA gewesen. Letzterer habe die Gestelle produziert. „Heute“, fügt Bäckereiunternehmer Helmuth Lau hinzu, „muss man sich selbst etwas einfallen lassen. Früher war das nicht nötig. Da wurde uns alles vorgeschrieben.“ Auch auf dem Weihnachtsmarkt (28. November ab 11 Uhr) wird der Verein wieder aktiv sein. Unter anderem präsentiert er einen Feuerschlucker!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen