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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 21:42 Uhr

Klaviertage : Romantisch-virtuose Tastenträume

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Claire Huangci trat bei den internationalen Klaviertagen in Stuer auf

Die junge amerikanische Pianistin Claire Huangci spielte auf dem weißen Flügel im wunderbaren Ambiente der Kirche zu Stuer das Abschlusskonzert der diesjährigen internationalen Klaviertage. Begonnen hatte ihr Klavierabend mit Schumanns Klavierzyklus „Symphonische Etüden“, op. 13. Das Thema dieses anspruchsvollen Werkes wurde wunderbar ausmusiziert und die folgenden zwölf Variationen zeichneten sich durch reines, vibrierendes, geschmeidiges Fingerspiel aus. Dabei ging die Pianistin diesen Zyklus mit großer Feinfühligkeit und Ausdrucksstärke an, arbeitete das Thema in allen Stimmen gut hörbar heraus und gestaltete sehr eindrucksvoll die dynamischen Kontraste. Die wohl schwierigste Sonate von Chopin, die dritte Sonate in h-Moll, war der zweite große Programmpunkt des Abends. Auch hier bewies die Künstlerin, dass sie mit ihrer höchst beeindruckenden Fingerfertigkeit auch große Gefühle zu vermitteln vermag. Hochsensibel in den leisen Themen und kraftvoll und impulsiv in den dramatischen Abschnitten setzte sie emotionale Akzente, ohne den Blick für den Zusammenhang der insgesamt vier in Tempo und Charakter verschiedenen Sätze zu verlieren. Vollends hingerissen war das zahlreich erschienene Publikum vom letzten Werk des Abends: Arabesken über Themen des Walzers „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß – einer Transkription des polnischen Pianisten und Komponisten Adolf Schulz-Evler. Wie selbstverständlich und mühelos glitten die Finger von Claire Huangci über die Tasten. Beim Thema wurde sprichwörtlich der „Wiener Charme“ spürbar. Mit Kantabilität, Brillanz und traumwandlerischer Sicherheit interpretierte die Künstlerin dieses Bravourstück. Große Beifallsstürme brachten drei Zugaben von Chopin und Scarlatti.

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