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22. September 2017 | 15:38 Uhr

Riesenknall lässt über Sekunden Wände zittern

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2013 | 07:22 Uhr

lübz | Hartwig Winkler wohnt nur drei Häuser vom Unglücksort entfernt und ist gerade auf dem Weg ins Bett, als ein Knall außergewöhnlicher Stärke die Ruhe zerreißt. "Genau um 22.43 Uhr, ich habe auf die Uhr geschaut", sagt er am Morgen danach. "Mein erster Gedanke: Kein Überschallflugzeug, weil das dadurch entstehende Geräusch kürzer dauert. Diesmal war es auch ein lautes, aber eher dumpfes, mir unbekanntes Grummeln, das mehrere Sekunden anhielt. Wir rannten zum Fenster, guckten raus, sahen nur Staub und hörten Hilfeschreie von dem Mann, der noch auf die Straße gelaufen war." Winklers Untermieter ist bei der Lübzer Feuerwehr und setzt sofort einen Notruf ab, er selbst bringt Decken zu den Männern, von denen einer auch für den Ersthelfer sichtbar sehr schwer verletzt ist.

"Totaler Wahnsinn", sagt Norbert Helfrich, Nachbar von der anderen Seite neben dem eingestürzten Haus, als er morgens mit seiner Kamera ein paar Fotos von dem Trümmerhaufen aufnimmt. Auch die Wände um ihn herum haben nachts gezittert, als das auf dem übernächsten Grundstück stehende Gebäude einstürzte. Die Haustür seiner direkten Nachbarn und das Umfeld sind meterhoch mit Trümmern verschüttet. Sie müssen deshalb vorübergehend mit Hilfe einer kleinen Leiter durchs Fenster steigen, um in ihre Wohnung zu gelangen.

Besonders überrascht zeigte sich am Morgen danach die schräg gegenüber wohnende Rentnerin Else Walter, als sie bei Anbruch des neuen Tages auf einen Schuttberg und kein Haus mehr blickt. Sie kann sich sicher sein, auch ohne medikamentöse Hilfe fest zu schlafen: "Ich wundere mich selbst, aber ich habe nichts gehört. Leid tun mir die verletzten Menschen."

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