Prototyp wird in Plau am See getestet : Revolution auf dem Spargelacker

<strong>Testlauf für den Prototypen:</strong> Landwirte und Konstrukteure nehmen Feinabstimmungen am Spargelernter vor. <fotos>Antje Bernstein</fotos>
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Testlauf für den Prototypen: Landwirte und Konstrukteure nehmen Feinabstimmungen am Spargelernter vor. Antje Bernstein

Die Maschine, die auf einem Acker nahe des Heidensees ihre Runde dreht, soll die Spargelernte revolutionieren. Was bislang mühesam per Hand gestochen wurde, soll nun automatisch passieren - mit einem Vollernter.

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01. Juni 2012, 07:40 Uhr

Plau am See | Langsam bahnt sich die behäbige Maschine ihren Weg über den Damm. Der Traktor dröhnt, das Laufband rattert. Meter um Meter macht der grüne Koloss gut. Eine Trommel wird über den Acker gezogen. Nach und nach wird die Erde auf den Rücken der Maschine gefördert. Zwischen dem Braun leuchten weiße Spargelspitzen.

Die Maschine, die hier auf einem Acker nahe des Heidensees ihre Runde dreht, soll die Spargelernte revolutionieren. Was bislang mühsam per Hand gestochen wurde, soll nun voll automatisch dem Acker abgerungen werden - mit einem Vollernter. Die Idee dazu hatte Robert Zimmermann. Gebaut wird er von der Ludwigsluster MBD Metall, Bau und Dienstleistungs GmbH. Deren Konstrukteure testen derzeit den Prototypen in Plau am See.

Für die Testläufe hat Familie Reichelt vom gleichnamigen Bauernhof in Quetzin ihren Acker zur Verfügung gestellt. "Es ist ein Risiko. Mit Bruchstücken können wir schließlich nichts anfangen", sagt Manuela Reichelt. Dennoch: Die Aussichten beim Erfolg sind zu verlockend. Eine automatisierte Spargelernte würde Kosten und Aufwand erheblich verringern. Noch aber ist die Maschine in der Testphase. Immer wieder zieht es Konstrukteure, Landwirte und Erfinder auf den Acker. Feinjustierung. Der Antrieb wird überarbeitet, das Material überprüft, der Spargelanschnitt kontrolliert. Schließlich soll bei der Ernte des weißen Gemüses möglichst wenig Verschnitt produziert werden. "Die Grundeinstellung steht. Mit den letzten Tests sind wir zufrieden", sagt MBD-Geschäftsführer Rüdiger Siggelkow.

Erntemaschinen für den Spargel gebe es bereits, die seien aber hochtechnologisiert und teuer, sagt Siggelkow. Er und sein Team wollen eine Maschine entwickeln, die leicht zu bedienen ist. Einmal eingestellt, soll sie dem Landwirt die Arbeit erheblich erleichtern. "Unser Ziel ist ein Serienprodukt. Das ist eine komplexe Aufgabenstellung", sagt Siggelkow.

Die nächsten Tests sind für die kommende Woche geplant. Sind Landwirte, Ideengeber und Metallbaufirma mit den Ergebnissen zufrieden, ist der Grundstein für die Revolution auf dem Spargelacker gelegt.

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