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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 17:38 Uhr

Plau am See : Regen spült die Kasse leer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Beseitigung der Unwetterschäden setzt der Stadt finanziell stark zu. Fördermittel beim Innenministerium sind beantragt. Ob sie kommen?

von
erstellt am 11.Sep.2014 | 22:00 Uhr

Beschluss von 2014er Haushalt, Satzung und Sicherungskonzept, Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr, Bestätigung des neu gewählten Seniorenbeirates – die jüngste Stadtvertretersitzung, gleichzeitig die erste nach der Sommerpause, war voll mit Themen. Über diese und weitere wird in den nächsten Ausgaben noch einiges zu lesen sein. Ein Thema kam am Mittwochabend zur Sprache, dass aufgrund seiner weitreichenden Folgen viele beschäftigt. Immer noch, und wahrscheinlich auch in der Zukunft.

CDU-Fraktionschef Horst Frommer hatte die Starkregenfälle vor wenigen Wochen zum Anlass genommen, um anzufragen, wie die Stadt in der Zukunft mit solchen Wetterunbilden umzugehen gedenkt, wie die entstandenen Schäden restlos beseitigt werden können und wer die Kosten übernimmt.

Hintergrund waren die heftigen Unwetter und sintflutartigen Regenfälle, die am 30. Juli über Plau am See zogen. In ihrem Rücken Zerstörung in einem Ausmaß, wie es Plau so wohl noch nicht erlebt hat. Besonders schlimm hatte es die Bungalowsiedlungen am Heidenholz getroffen. Reihenweise waren Straßen – in diesem Bereich in aller Regel unbefestigt – von den Wassermassen weggespült worden.

Die Entwässerungsanlagen seien auf 30 Millimeter ausgelegt. Gingen in kurzer Zeit 100 Millimeter Regen auf den Quadratmeter nieder, bedeute das immer eine Zitterpartie. Bürgermeister Norbert Reier nahm kein Blatt vor den Mund und machte deutlich, in welcher Zwickmühle die Stadt ist. Den Standard zu erhöhen, sei nicht zu finanzieren. Die Stadt müsse Prioritäten setzen. „Wollen wir die weitere Erschließung von Wohngebieten, binden wir städtische Mittel, die dann wiederum für Investitionen in die vorwiegend touristisch genutzten Bereiche fehlen, sagte Reier.

Indes gäbe es Überlegungen, durch bauliche Veränderungen der Straßen und Wege die Fließgeschwindigkeit zu verringern. Mittel dafür seien beim Innenministerium beantragt. Ob sie kommen, wisse die Verwaltung nicht.

Seit dem Unwetter seien der Großteil der Schäden behoben. Dennoch werde es notwendig sein, noch weitere Mittel in die Herrichtung von Banketten und vor allem der unbefestigten Straße zu investieren. „Und da müssen wir einfach sehen, was wir uns leisten können. Aber zum Glück haben wir ja einen gut funktionierenden Bauhof“, so Plaus Bürgermeister.

Frommers Frage, ob mit einer finanziellen Beteiligung der Anlieger zu rechnen sei, verneinte der Verwaltungschef kategorisch: „Nein, denn wir machen bei diesen Maßnahmen keine Straße besser. Das wäre dann der Fall, wenn wir Gehwege bauen, Straßenbeleuchtung installiert oder ein anderer Belag aufgebracht wird. Was wir machen ist reine Wiederherstellung.“

Kümmern wolle sich die Verwaltung auch um die Situation im Ortsteil Quetzin. Hier, hatte eine Anwohnerin Mittwoch Abend berichtet, würden schon fünf Millimeter Niederschlag ausreichen, um etliche Grundstücke unter Wasser zu setzen. Ursache seien überlastete bzw. nicht funktionierende Entwässerungsgräben und ein Regenrückhaltebecken, das zu hoch angelegt worden sei.

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