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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 09:28 Uhr

Auf den Hund gekommen : Rasante Landpartie mit Huskys

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Für ihr Lebensprojekt zog sie aufs Land. Andrea Kietzmann betreibt eine Schlittenhund-Farm in Neu Benthen.

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Früher dachte Andrea Kietzmann: „Hund ist Hund.“ Dann kam Arthur in ihr Leben. „Er hat mich eines Besseren belehrt“, sagt die Neu-Benthenerin, als sie von ihren frühen Erfahrungen mit ihrem ersten Vierbeiner spricht. Wenn es um Arthur geht, kommt sie regelrecht ins Schwärmen. Der Irish Setter hätte sie damals „ins Leben geführt“, meint sie. Viele Jahre später, Arthur gibt es nun nicht mehr, lebt die gebürtige Thüringerin auf einem Hof im Herzen Mecklenburgs.


Zeiten der Angst
sind längst vorbei


Die Zeiten, als sie sogar Angst vor Hunden und anderen Tieren gehabt habe, sind längst vorbei. Sie liebt Hunde und Pferde so sehr, dass sie mit ihnen alt werden möchte. Im kleinen Örtchen Neu Benthen besitzt Andrea Kietzmann ein Grundstück. Umgeben von Natur lebt sie hier allein. Obwohl, das stimmt nicht: Sie lebt inmitten eines 21-köpfigen Rudels, das auf seine Chefin sehr gut aufpasst.

Einst wohnte Andrea Kietzmann in Berlin. Zusammen mit ihrer Tochter holte sie sich besagten Arthur ins Haus. Der Hund machte die Frau zum naturverbundenen Landmenschen. Denn Arthur brauchte viel Auslauf. „Um seinem Bewegungsdrang gerecht zu werden, fuhr ich mit ihm immer wieder in Gegenden außerhalb der Stadt und begann zu dieser Zeit mit ihm Schlittenhundesport zu betreiben“, berichtet Andrea Kietzmann.

Über Schlittenhunde hat sich die Neu-Benthenerin viel Wissen angeeignet. „Der Irish Setter wurde Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts auf Schlittenhunderennen erfolgreich eingesetzt und auch in die Alaskan Huskys teilweise eingekreuzt. So entstand in den Zwanzigern der Aurorahusky, eine bekannte Linie des Alaskan Huskys“, fährt Kietzmann fort. Das von ihr gegründete Unternehmen heißt „Aurora - Schlittenhundeabenteuer“.

Wer an Huskys denkt, assoziiert möglicherweise das Aussehen von klassischen Schlittenhunden, wie den Sibirischen Huskys. Kietzmanns Hunde sehen allerdings etwas anders aus. „Der Alaskan Husky ist eine reine Leistungszucht, also im Wesentlichen eine eigene Rasse deren Selektion auf Leistung, Gesundheit und Charakter und nicht auf äußerliche Merkmale beruht. Deshalb findet man bei mir auch Hunde, die wie verwegene Straßenhund-Mixe aussehen. Um Eigenschaften zu erhalten werden andere Rassen wie Pointer, Deutsch Kurzhaar und Irish Setter eingekreuzt“, erklärt sie.

Zunächst in der Altmark dann in Mecklenburg begründete Andrea Kietzmann ihr „Lebensprojekt“. Außer in warmen Monaten bietet sie Schlittenhund-Partien durch das Lübzer Land an. Im Sommer gibt es Angebote wie Huskywalking, Huskysafari und Familiennachmittage.

Zum Arbeiten mit Tieren hat sie eine eigene Meinung: „Ein guter Schlittenhund läuft, wenn man ihn das erste Mal einspannt.“ Andrea Kietzmann zählt auf Freiwilligkeit. „Kein Wesen sollte zu etwas gezwungen werden, was meinem Spaß dient“, sagt sie. Achtsamkeit sei für die Hunde-Farmerin der einzige, sinnvolle Weg mit Tieren zu arbeiten. „Jeder Hund hat seine eigene Persönlichkeit und jeder Hund braucht eine angemessene Ansprache. Es gibt kein Pauschalkonzept, es gibt keine Methode. Grundlage meiner Arbeit liegt im Zusammenwirken meiner Persönlichkeit und jener der Hunde“, so Kietzmann.

Während des SVZ-Gesprächs geht es mit der Rudelchefin auf die Koppel. Einige ihrer Hunde – Phönix, Anastasia, Masha, Marushia, Wanja – lässt sie hier einige Runden zum Austoben drehen. Die zwei Pferde, die sie vor kurzem aufnahm, reagieren entspannt auf das wilde Treiben der Rasselbande.

Mit den Huftieren Amari und Kaled erfüllte sich Andrea Kietzmann einen weiteren Traum. Pferde sind kein Neuland für sie. „Ich kann mein Glück kaum fassen, wie toll die beiden sind“, freut sich Andrea Kietzmann über die schwarz-braunen Neuzugänge.

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