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Aussichtsplattform wird neue Touristenattraktion : Rarität im Binnenland: Plau eröffnet Leuchtturm

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Ostseeflair am Plauer See: Mit dem neuen Leuchtturm hat Plau eine Touristenattraktion geschaffen, die man sonst nur an der Küste findet. Der Bau des 13,5 Meter hohen Turms ist nach langer Bauphase vollendet.

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erstellt am 23.Aug.2012 | 06:22 Uhr

Plau am See | Ostseeflair am Plauer See: Mit dem neuen Aussichtsturm an der Mole hat Plau eine Attraktion für Einheimische und Urlauber geschaffen, die man sonst nur an der Küste findet. Nach langer und schwieriger Bauphase ist die Rarität im Binnenland nun vollendet. Der 13,5 Meter hohe Turm steht seinen großen Geschwistern von der Ostseeküste in nichts nach: Von seiner in acht Metern Höhe gelegenen Aussichtsplattform können Besucher den Blick über den Plauer See und auf die Mole genießen. Bis Ende September wird der Aussichtsturm täglich in der Zeit von 9 bis 20 Uhr geöffnet sein.

Der Leuchtturm setzt den gelungenen Schlusspunkt der aufwendig sanierten Mole und der Metow IV. Der Bauabschnitt Metow IV - eine Investition von ca. 630000 Euro - schließt am Rondell an und endet mit Beginn der Mole. Die Mole selbst ist im November 2011 fertig gestellt worden - für insgesamt 1,592 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II. Die Kosten für den Turm belaufen sich auf 197 000 Euro. "Mit der Fertigstellung dieser baulichen Anlage haben wir für die Entwicklung des Tourismus in unserer Region einen wichtigen Schritt vollzogen", sagt Bürgermeister Norbert Reier. Aus einer einstigen Brache ist ein Schmuckstück geworden. Was heute Touristen anlockt, wurde in der Vergangenheit industriell genutzt. Seit 1850 war dies Standort einer Kalkbrennerei, die 1868 zur Dampfziegelei erweitert wurde und bis zum Brand 1914 Ziegel produzierte. Danach wurde die Fläche von der Plauer Fischerei genutzt. Heute besticht der fertig gestellte Teil des Geländes durch die einladende Mole, Blumenrabatten und dem rot-weißen Aussichtsturm mit Holzfassade.

Der Weg hierher war nicht ganz leicht: Immer wieder kam die Baustelle ins Stocken - gleich von Beginn an. Durch den Umbau der Bobziner Schleuse konnte das Baumaterial nicht auf dem Wasserweg antransportiert werden. Der umständige und teurere Lieferweg über Land musste herhalten. Gleich darauf das nächste Problem: hohe Wasserstände erschwerten die Arbeiten und führten immer wieder zu Absenkungen der Mole. Taucher mussten bei der Außenschalung helfen. Auch nach Fertigstellung blieb die Mole Baustelle, denn Senkungen auf Grund des instabilen Baugrundes führten immer wieder zu Setzungsschäden. Auch der Bau des Aussichtsturms verlief nicht unproblematisch: Die zunächst beauftragte Firma erfüllte die Arbeiten nicht, wie mit der Stadt vereinbart. Ein neues Unternehmen vollendete schließlich Stahlbauarbeiten und Anstrich. Eine Förderung konnte die Stadt ob der Verzögerungen jedoch nicht mehr nutzen. Deshalb steht der Stadt noch ein Rechtsstreit vor dem Verwaltunggericht mit besagter Firma bevor. "Das sind die bitteren Tropfen bei solch einer Baumaßnahme", sagt Reier. Die Freude über das Geschaffte, die überwiegt jedoch. Auch bei den Schifffahrtsunternehmen. Für sie ist ein zweiter öffentlicher Anleger entstanden, der - um etwaige Konflikte zu vermeiden - künftig von der Plauer Tourist-Info bewirtschaftet wird. Nutzungszeiten werden zentral koordiniert. Eine zuverlässige Regelung wünscht sich Bürgermeister Norbert Reier auch von den Schifffahrtsunternehmen selbst. "Wir brauchen Unternehmen, die nach zuverlässigen Fahrplänen fahren. Leider gibt es seitens der Urlauber immer wieder Beschwerden, dass fahrplanmäßige Fahrten nicht stattfinden. Gerade in diesem Jahr waren es besonders viele", sagt Norbert Reier Die Schifffahrtsunternehmen müssen also nachbessern.

Und auch am Kalkofen gibt es noch einiges zu tun: Hier entstehen nahe der Wasserschutzpolizei ein Hafenfunktionsgebäude sowie eine gastronomische Einrichtung Außerdem werden binnen der kommenden Monate Ferienhäuser hinter dem Hafengrundstück gebaut - Seeblick inklusive. Die Erschließung des Geländes läuft bereits auf Hochtouren. Ein weiteres Ziel hat sich die Stadt Plau indes bereits gesetzt. Das gesamte Areal soll in den Radrundweg integriert werden.

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