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Konzert in Goldberg : Rätselhafte Hindernisse auf Klavier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Janka Simowitsch begeistert das Goldberger Publikum zum 5. Mal mit Chopin, Rachmaninoff, Couperin und van Beethoven

von
erstellt am 18.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Es braucht nicht lange, nur die ersten Töne und schon sind die Zuhörer ihrem Charme, ihrem Spiel erlegen. Janka Simowitsch, zum fünften Mal in Goldberg. Immer dann, wenn Gerhard Stromberg und Birgit Schröder einladen, kommen die Besucher von nah wie fern, um Janka Simowitsch zu lauschen, sich mit ihr anschließend zu unterhalten. „Wie geht es der kleinen Tochter? Wie alt ist sie und wie heißt sie?“ Diese und noch mehr Fragen – durchaus persönliche – werden der 29-Jährigen nach dem Konzert gestellt. Und die Pianistin? Sie antwortet auf alle sehr gern, schließlich ist sie für die Mehrheit der Konzertbesucher eine alte Bekannte. Der Tochter geht es gut, sie heißt Martha und ist neun Monate alt. Irgendwie gehören die persönlichen Gespräche zum Konzertabend dazu. Doch vorrangig geht es um Janka Simowitschs Klavierspiel, von dem das Publikum bislang jedes Mal begeistert war – auch dieses Mal.

Die Kulisse ist eine neue – im Atrium der Walter-Husemann-Schule steht ein Japaner. Ein K. Kawai-Flügel im tiefen Schwarz. Aus dem Oberlicht dringt Licht. Die Künstlerin spielt sich noch ein, dann verschwindet sie wieder. Die Besucher strömen langsam ins Atrium der Schule. Birgit Schröder und Gerhard Stromberg vom Verein Goldbergkunst begrüßen alle Gäste persönlich. „Ich muss Janka niemanden hier mehr vorstellen. Zum 5. Mal spielt sie nun für uns. Irgendwie sind wir ein Wanderzirkus geworden“, sagt Gerhard Stromberg eingangs. Zweimal hat die Rostockerin im Schlosshotel von Passow gespielt, jetzt ist das Musikerlebnis wieder in Goldberg angekommen.

Dann geht’s los. Janka Simowitsch betritt die Bühne – ein schulischer Konzertsaal. Chopin, Rachmaninoff, Couperin und van Beethoven stehen auf dem Programm, von dem Janka Simowitsch wieder einmal restlos begeistert ist. „So ein Programmheft heftet doch niemand weg. Das gehört eingerahmt an die Wand. Mit so viel Liebe zum Detail arbeitet der Verein Goldbergkunst“, sagt die Pianistin und macht mehr Werbung für den Verein als für sich selbst – passend zu einem Benefizkonzert für Goldbergkunst.

Von der Dunkelheit ins Helle – so ist das Programm aufgebaut. Janka Simowitsch macht sich Gedanken, bevor sie ein Konzert gibt. Übt, spielt – mit geschlossenen Augen. „Sie arbeitet richtig“, sagt eine Konzertbesucherin während des Spiels. Leidenschaftlich huscht Janka Simowitsch über die Klaviatur – die Noten vor ihrem inneren Auge, Bewegungsabläufe eingeprägt. So auch beim Spiel eines eher Unbekannten – François Couperin, Pièces de Clavecin. „Wenn ich Couperin selbst höre, fühle ich mich wie im Frühling“, erzählt Janka Simowitsch und setzt sich wieder an den Flügel. Von jetzt auf gleich ist sie in ihrem musikalischen Element. Ob Couperin mit den rätselhaften Hindernissen (Les Barricades Mystérieuses) oder Ludwig van Beethovens Bagatellen (op. 33) – die Rostockerin kennt sich aus. „Beethoven hat später auch noch Bagatellen geschrieben, die waren heroischer, komplexer. Bei diesen hier spielt er mit uns. Er versucht uns auf’s Glatteis zu führen.“ Lächelnd fährt Janka Simowitsch in ihrem Spiel fort. Es braucht nicht lange, um ihrem Charme, ihrem Spiel zu erliegen.

 

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