151 Radler starteten in Benzin : Radler rasen durch die Region

68 Kilometer standen auf dem Plan: Doch dieser Führungsgruppe schien diese Zahl nichts anzuheben. sabrina panknin
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68 Kilometer standen auf dem Plan: Doch dieser Führungsgruppe schien diese Zahl nichts anzuheben. sabrina panknin

Das 6. Jedermann-Radrennen in Benzin startete bei herrlichem Sonnenschein. Nur kleine Schürfwunden folgten nach 68 und 24 Kilometern mit ins Ziel. Pannen oder andere Unfälle gab es glücklicherweise nicht.

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17. September 2012, 09:04 Uhr

Benzin | Die Startnummer, die Glück bringen könnte, das hoffte zumindest Mario Schleede gestern Morgen beim 6. Jedermann-Radrennen. "Na, die Nummer kann ja nur helfen - und wenn es im Notfall ist", so der Radler. Denn seine Startnummer war die Nummer der Rettung - die 112. Der Lübzer startete an diesem Sonntag nicht zum ersten Mal. Er kennt das Jedermann-Radrennen, denn es ist seine kleine Leidenschaft, die er mit anderen Radlern teilt. "Seitdem es das Jedermann-Radrennen in Benzin gibt, mache ich mit", so Mario Schleede. Allein mit der Leidenschaft auf einem Drahtesel zu sitzen, ist er allerdings nicht. Insgesamt 151 Radfreunde nehmen teil und wollen sich im Wettkampf gegen andere durchsetzen. Doch beim Großteil zählt der Olympische Gedanke: Dabei sein ist alles.

In großen weißen Buchstaben steht Start auf rotem Untergrund. Hier gilt es aufzupassen, denn das Jedermann-Radrennen beginnt mit einem Massenstart. 82 Radler wollen möglichst gut und schnell wegkommen - vor allem unfallfrei. Vor dieser Gruppe liegen am Sonntagmorgen 68 lange Kilometer. Doch die meisten sind schnell und ehrgeizig. Auch ein Männerteam aus Neustrelitz. Sie haben die Startnummern 137, 138, 139 und 140. Hinter diesen Nummer verstecken sich die Namen Stefan Blohm, Dietmar Beyer, Jöran Hill und Lutz Kaschinski - alles Radfreunde aus Neustrelitz. "Wir haben von Bekannten gehört, dass hier in Benzin ein Rennen stattfindet und da haben wir uns spontan entschieden, herzukommen", erklärt Jöran Hill. Zu den Profis zählen diese Männer - die richtigen Anzüge haben sie an und auch die Räder sind alles andere als staubige Drahtesel. Schmale Reifen und Sattel zeichnen die Räder aus. Damit wollen sie vorne mitspielen, vorne wegfahren. "Wir fahren sonst am Sonntag immer eine Strecke von rund 60 Kilometern in Neustrelitz", verdeutlicht Jöran Hill. Italien, Frankreich, Schweden und Belgien zählen zu den Ländern, in denen die Neustrelitzer ebenfalls beim Radrennen fest in die Pedale treten. Doch in Benzin soll es vor allem um eines gehen - den Spaß an der Freude.

Stolz hält Cedric Maul sein Fahrrad fest. Seit sechs Wochen ist der Neunjährige Mitglied im Sportverein und trainiert für Radrennen. Jetzt geht es zum ersten Mal für den Ziesendorfer an den Start. Doch nicht allein, denn sein Vater Andreas Stein bleibt bei ihm - die gesamten 24 Kilometer. Das ist beim Jedermann-Radrennen die kleine Tour, doch auch anspruchsvoll.

Die Idee zum Jedermann-Radrennen entstand vor einigen Jahren. Initiator Heinz Schulz suchte eine Möglichkeit, dieses sportliche Ereignis in der Region umzusetzen und fand im Lübzer Sportverein sowie dem Technischen Denkmal Ziegelei Benzin seine Partner. "Wir wollen unsere Region damit auch bekannter machen", erklärt Udo Steinhäuser, Pressesprecher der Ziegelei. Die Route variiert von Jahr zu Jahr nur leicht, denn auf die Verkehrssituation müssen die Sportler Acht nehmen. "Wir sind sehr froh, dass uns die Feuerwehr und die Polizei wieder einmal hilft. Ohne sie wäre das Jedermann-Radrennen nicht möglich", so Steinhäuser. Die Ziegelei Benzin dagegen ist froh, dass auch der private Eigentümer das Radrennen miträgt. "Es ist eine sportliche Veranstaltung auch für Familien", erklärt Michael Reinsch, Vorsitzender vom Lübzer SV.

Erst vor wenigen Minuten war der Startschuss gefallen, doch noch vor der Bergetappe hatten sich die ersten Gruppen gebildet. Mit vorne dabei - wie angepeilt - ein Radler aus dem Team Neustrelitz. Doch das Rennen ist noch nicht geschafft. Erst wenn in großen weißen Buchstaben auf rotem Untergrund das Wort Ziel sichtbar wird, ist das Rennen geschafft. Und das gelang - in Folge zum zweiten Mal - Gregor Paustian aus Rostock. Damit verteidigte er bei der großen 68-Kilometer-Strecke seinen Titel. Auch Thomas Hinz aus Neuruppin durfte sich freuen. Er gewann die 24-Kilometer-Strecke beim Jedermann-Radrennen. "Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal jemanden aus dem Ausland dabei, einen Radler aus Dänemark", berichtete Udo Steinhäuser nach der Siegerehrung. Glücklicherweise erreichten in diesem Jahr alle 151 Starter das Ziel - nur wenige unter ihnen mit leichten Schürfwunden. "Gott sei Dank haben wir in diesem Jahr keine Verletzten und auch keine großen Pannen gehabt", so Udo Steinhäuser abschließend.

In zirka zehn Tagen werden die Organisatoren auf der Homepage des Lübzer SV eine Siegerliste veröffentlichen.

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