ordnungswidrigkeit : Radfahrer oft auf falschen Wegen

Einer falsch, einer richtig: In der Kreiener Straße sind die Verstöße zahlreich.
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Einer falsch, einer richtig: In der Kreiener Straße sind die Verstöße zahlreich.

Schuld an Verkehrsproblem in Lübz von Verursachern oft nicht anerkannt / Bürgeramtsleiter wünscht sich erneute Aktion mit der Polizei

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12. August 2015, 19:00 Uhr

Autos in der Einbahnstraße oder Fußgängern auf dem Gehweg in teilweise waghalsigen Aktionen entgegen kommende Radfahrer – auch in Lübz keine Seltenheit. Und wenn Fußgänger nicht rechtzeitig genug beiseite springen, werden sie beiseite geklingelt. Zumindest gibt es oft den Versuch oder man versucht, sich still vorbeizudrängeln. Wer selbstbewusst auftritt und dem anderen auch noch ein paar starke Worte mit auf den Weg gibt, während er den Verkehr behindert, wird kaum ahnen: Das alles kann schnell teuer werden. Gefährlich ist es ohnehin.

„Ich möchte kein falsches Bild zeichnen. Viele Radfahrer verhalten sich richtig, manche aber auch rücksichtslos“, sagt Bürgeramtsleiter Thomas Rosenfeldt. Die Mitarbeiter seiner Behörde seien angewiesen, Übeltäter auf ihr unkorrektes Verhalten hin anzusprechen, doch die Grenzen sind vergleichsweise eng gesetzt. Wenn der Betreffende persönlich bekannt sei, könne man ihn auch anzeigen. Ansonsten dürfe jedoch nur die Polizei in den fließenden Verkehr eingreifen, den Fahrer stoppen  und seine Identität feststellen.

Viele Radfahrer sehen  auch bei von ihnen eindeutig begangenem Unrecht das Recht auf ihrer Seite und verteidigen ihre Position oft wortstark, wie Rosenfeldt weiß. Einsicht? Bei sehr vielen ein Fremdwort. „Und wenn irgendwann die Worte ausgehen, wird der Mittelfinger ausgefahren und weg sind sie“, so der Amtsleiter. „Der Umgang miteinander zeugt manchmal nicht von Rücksichtnahme.“ Viele machten sich keine Gedanken darüber, dass gerade die Gehwege oft schmal seien, so dass das Fehlverhalten auf ihnen  viele Gefahren mit sich bringe, etwa an Ein- und Ausfahrten, aber auch bei der Begegnung mit Fußgängern. Während es in Lübz beispielsweise in der Plauer Straße einen getrennten Geh- und Radweg gibt, müssen Radfahrer in der benachbarten Kreiener Straße  das Pflaster benutzen – was jedoch auch bei dem neuen, guten Belag oft kaum jemand tut.

Im Gegensatz zu einem Radweg wird nicht jeder Gehweg als solcher kenntlich gemacht. Gibt es also einen unbeschilderten Weg, haben Fahrräder auf ihm nichts zu suchen. Auch interessant: Kinder im Alter von bis zu acht Jahren müssen sogar den Gehweg benutzen, bis zu Zehnjährige dürfen es – dann jedoch nur in Schrittgeschwindigkeit, weil es automatisch eine Mitschuld gibt, wenn es zu einem Unfall kommt. An Kreuzungen und Einmündungen müssen sie absteigen und das Fahrrad über die Straße schieben.

Wer auf einem Gehweg Rad fährt und es kommt zum Unfall, muss 30 Euro bezahlen, bei einer Behinderung  zehn Euro weniger. Wer in einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung unterwegs ist, muss schon bei einer Gefährdung 30, bei einem Unfall 35 Euro überweisen. Ähnliche Werte gelten für alle, die einen blau beschilderten Radweg nicht benutzen oder ihn in falscher Richtung befahren. „Jeder kann beschriebene Dinge auch selbst bei der Kreisordnungsbehörde anzeigen, muss dann aber auch als Zeuge dazu stehen“, sagt Rosenfeldt.

Bei einer gemeinsamen Aktion mit der Polizei habe das Bürgeramt vor längerer Zeit in Lübz Radfahrer kontrolliert und viele Verstöße festgestellt: „Das war sehr wirkungsvoll, aber leider einmalig. Ob es heute nach der Polizeistrukturreform so noch einmal möglich wäre, könnte fraglich sein.“

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