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Landesentscheidung lässt kommunale Vorschläge unberücksichtigt : Proteste gegen die Abstellgleis-Politik

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Als inakzeptabel und als weitere Schwächung des ländlichen Raumes bewertet die Verwaltungsspitze des Landkreises Ludwigslust-Parchim die Abbestellung der Mecklenburger Südbahn durch das Land.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 05:55 Uhr

Lübz | Als inakzeptabel und als weitere Schwächung des ländlichen Raumes bewertet die Verwaltungsspitze des Landkreises Ludwigslust-Parchim die Abbestellung der Mecklenburger Südbahn durch das Land ab dem Jahr 2015.

"Dass eine Entscheidung grundsätzlich ansteht, war allen Beteiligten bereits mit der Aufhebung der Ausschreibung zum Schienenpersonennahverkehr im vergangenen Jahr klar", sagt der für den ÖPNV zuständige Stellvertreter des Landrates Günter Matschoß. Die Bemühungen der kommunalen Vertreter, die erst an einem sogenannten "Runden Tisch" und später dann in der kommunalen Arbeitsgruppe mit den Kommunen und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nach Lösungen zum Erhalt der Strecke der Mecklenburger Südbahn gesucht haben, fanden bei der Entscheidung keine Berücksichtigung, so Matschoß. Der Kreistag des Landkreises Ludwigslust-Parchim hatte sich im Dezember einstimmig für den Erhalt der Strecke ausgesprochen.

Im Rahmen eines Verkehrsgutachtens wurden verschiedene Varianten ausgewiesen, darunter auch solche, die bei deutlicher Einsparung des Landes den Erhalt der Mecklenburger Südbahn gewährleistet hätten, stellt Günter Matschoß fest. Sowohl die Landkreise als auch die an der Strecke liegenden Städte hätten sich deutlich wegbewegt, so Matschoß, und nicht an ihrer Maximalforderung zum Erhalt des Status quo festgehalten.

Als bedauerlich bewertet die Verwaltungsspitze des Landkreises Ludwigslust-Parchim in diesem Zusammenhang, dass das angemahnte Konzept zur Bewerbung der Bahnlinie sowie die intelligente Verknüpfung zwischen den öffentlichen Verkehren, die auch eine bessere Anbindung der Stadt Plau gewährleistet hätten, nicht mehr zum Tragen kommen.

Betroffen von den Landesplänen ist insbesondere der Streckenabschnitt zwischen Parchim und Waren, dort sollen künftig Busse die Südbahn-Verbindung ersetzen. Zwischen Hagenow und Parchim sowie zwischen Waren und Neustrelitz soll weiterhin die Südbahn fahren. Das hatte das Infrastrukturministerium in Schwerin am vergangenen Freitag bekannt gegeben.

Wolfgang Waldmüller, Chef der CDU-Fraktion im Kreistag, kritisiert, dass die Entscheidung Lübz überhaupt nicht berücksichtigt: "Es wäre das Mindeste gewesen, Lübz mit einzubeziehen." Wenn Plau am See per Bus eingebunden werde, dann ganzjährig, ein Saison-Touristenbus reiche nicht. In jedem Fall sei es eine "falsche und enttäuschende" Entscheidung.

Die geplante Abbestellung der Bahnlinie Parchim - Lübz - Malchow - Waren akzeptiert auch die Bürgerinitiative "Pro Schiene" Lübz nicht. "Lübz verliert damit den regional- und überregionalen Anschluss an Schwerin, Hamburg und Berlin. Die Bahnlinie ist eine wichtige Lebensader für alle, die hier leben und als Touristen unkompliziert zu uns kommen. Sie zu erhalten und zu verbessern ist der beste Weg für alle", so Clemens Russell. Die Abbestellung der Verbindung bedeute, die Region um ihre Zukunft zu bringen. Denn Abwanderung würde damit noch mehr beschleunigt.

Der vom Ministerium dargestellte Sachverhalt, dass das vorliegende Gutachten gezeigt habe, dass ein wirtschaftlich vernünftiger Betrieb der Bahn auf der Gesamtstrecke nicht vertretbar ist, sei nicht korrekt, argumentiert Russell weiter. "Denn das Gutachten hat in keinerlei Weise aufgezeigt und untersucht, wie sich Verbesserungen der Infrastruktur und damit auch möglichen Verbesserungen im Fahrplan auf eine Steigerung der Fahrgastnachfrage auswirken können."

In den kommenden Wochen werde es darauf ankommen, die Pläne des Ministeriums von Herrn Schlotmann kritisch zu hinterfragen, Protest gegen die geplante Stilllegung zu organisieren und dafür zu sorgen, dass die Region nicht auf das Abstellgleis gerät. Clement Russell: "Neue Mitstreiter in der Bürgerinitiative sind gern gesehen und willkommen."

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