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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 01:39 Uhr

ProSchiene : Protestcamp für die Südbahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Am 16. und 17. August neue Aktion der Bürgerinititive „ProSchiene“ in Lübz / Hoffnung auf 1000 Besucher / Schon mehr als 500 Unterschriften

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Um ihr Ziel zu erreichen, dass die Südbahn unverändert erhalten bleibt, ist die Bürgerinitiative (BI) „ProSchiene Hagenow – Neustrelitz“ seit kurzem auch auf dem in diesere Beziehung weltweit größten Portal „www. change.org/de/ Petitionen“ vertreten. Doch damit nicht genug: Gestern präsentierten BI-Sprecher Clemens Russell und Mitstreiter Rainer Raeschke die Planung für ein „Protestcamp“ auf dem Lübzer Bahnhof am 16. und 17. August – eine Aktion, die es so noch nie in der Stadt gegeben hat. „Wir haben festgestellt, dass vielen trotz aller Informationen nicht bewusst ist, dass zumindest nach gegenwärtigem Stand ab dem 15. Dezember in Lübz kein Zug mehr verkehrt“, sagt Russell. „Da muss noch einmal kräftig geschüttelt werden.“

Geplant ist, mit so vielen Unterstützern wie möglich auf dem Bahnhofsgelände an der Straße gegenüber dem Lidl-Markt für eine Nacht Zelte aufzubauen. Dies ist am 16. August um 9 Uhr vorgesehen, die Eröffnung der Veranstaltung soll durch Russell, seine Malchower Mitstreiterin Monika Göpper sowie die Bürgermeister von Lübz und Malchow – Gudrun und Joachim Stein – erfolgen. „Natürlich möchten wir hauptsächlich informieren, diskutieren und weitere Aktionen planen beziehungsweise sie zum Teil auch schon bekannt geben, aber wir werden uns auch um Unterhaltung kümmern“, versichert der Sprecher. „Zum Beispiel bräuchten wir noch eine Jugendband, die Musik macht.“

Um die Beteiligung zu erhöhen, spricht die BI unter anderem auch mit in der Stadt ansässigen Vereinen. In ihnen sind viele Menschen gebunden, von denen ein großer Teil – gerade auch die Jüngeren – Bahnnutzer sind. Bisher sei die Resonanz fast durchweg positiv. Seine Teilnahme zugesagt habe unter anderem auch der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach. „Er hat ebenfalls großes Interesse daran, dass die Südbahn bleibt, wie sie ist“, sagt Russell. „Wenn Sie in seiner Stadt sind, merken Sie, dass sie am heißen Atem der Metropolregion Hamburg liegt. Wird die Bahnlinie wie geplant gekappt, gibt es auf diesem gern genutzten Weg keinen Zugang mehr zur Seenplatte, was auch in Ludwigslust für sinkende Besucherzahlen sorgen wird.“

Die Organisatoren wollen versuchen, nicht nur ein größeres Info-Zelt aufzustellen, sondern auch in das seit langem leerstehende Bahnhofsgebäude zu kommen. Dafür sei man mit dem Eigentümer in Verhandlung. „Unser Ziel ist, 1000 Leute zum Camp zu bekommen“, so Russells Mitstreiter Rainer Raeschke. Es werden 10 000 auf die Aktion hinweisende Karten gedruckt und in den kommenden Tagen in Parchim, Lübz, Goldberg, Plau am See und die Kommunen dazwischen verteilt. Überschrift: „Südbahn muss bleiben! Jetzt sind wir am Zug“.

Angeschrieben werden alle Abgeordneten des Landtages und des Kreistages beider betroffener Landkreise. Als besonders wichtige erachte man das Gespräch mit Ministerpräsident Erwin Sellering. Wie wir erfahren haben, hat es keinen Sinn, mit Minister Pegel oder den in seinem Haus Arbeitenden zu sprechen – vergebene Zeit“, so Raeschke. „Wir müssen an den heran, der die meiste Kompetenz besitzt. Sollte das in der relativen Kürze der Zeit nicht gelingen, haben einige Teilnehmer schon vorgeschlagen, das Camp zur Not zu verlängern.“

Zum Beispiel haben auch Malerin Julia Theek und die Steinbildhauerin Claudia Ammann die Petition auf Change.org unterschrieben. Nach Aussage der Letztgenannten habe ihr der Initiator mitgeteilt, dass man schon jetzt nicht mehr weit von 500 Unterschriften entfernt sei. Russell zufolge liege der Erfolg vor allem auch in der hohen Qualität der Petition begründet. Verfasst hat sie der gebürtige Goldberger Tim Zosel, der nach dem Abi-tur in Essen studiert hat und der BI seit Anfang an zur Seite steht.

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