Sanitätshaus Köhler in LÜbz : Problemlöser in schwierigen Fällen

Prothesen stellen Heiko Lempe (l.) und Julian Perschke her.  Fotos: Ilja Baatz
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Prothesen stellen Heiko Lempe (l.) und Julian Perschke her. Fotos: Ilja Baatz

Sanitätshaus Köhler lädt anlässlich seines 25-jährigen Bestehens am 19. Mai zu einem Tag der offenen Tür ein.

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04. Mai 2017, 08:00 Uhr

Was Hilfen für den menschlichen Körper betrifft, gibt es im Sanitätshaus Köhler so gut wie nichts, was es nicht gibt – ob dort selbst angefertigte Prothesen wie etwa neue Beine und Füße, vom ersten bis zum letzten Schritt in ebenfalls eigenen Werkstätten hergestellte Schuhe und auch Artikel von Fremdhersteln wie zum Beispiel Rollstühle, Orthesen und Rolatoren. „Alles aus einer Hand, was es in diesem Spektrum gibt. Das ist sehr selten“, sagt Udo Köhler, der das Unternehmen gerade mit Bruder Paul von Holger Köhler, dem Vater der beiden jungen Männer, übernimmt.

Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens in Lübz (Industriestraße 3, gegenüber Thomas Phillips) lädt das Sanitätshaus am 19. Mai von 10 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucher können unter anderem Betriebsführungen durch die Werkstätten erleben, Scooter, Rollstühle und Rolatoren ausprobieren, sich live die computergesteuerte Fräsung von Einlagen anschauen und – ein besonderer Höhepunkt – ihre Wirbelsäule von einem externen Physiotherapeuten analysieren lassen, der sich mit der neuen Technik beschäftigt hat. „Das Gerät, mit dem über den Rücken gefahren wird, erkennt die Stellung der Wirbel. Die Auswertung wird gleich besprochen“, sagt Köhler. „Weil man dafür insgesamt viel Zeit benötigt, ist dieses Angebot allerdings auf 12 bis 15 Personen beschränkt. Wer mag, kann sich schon vorher anmelden.“ Zwei Teilnehmer haben sich bereits eingetragen.

Udo Köhler mit Anja Poppe (vorn) und Manuela Sztot in der Schäf-tewerkstatt, wo die Einzelteile für Schuhe zugeschnitten werden
Udo Köhler mit Anja Poppe (vorn) und Manuela Sztot in der Schäf-tewerkstatt, wo die Einzelteile für Schuhe zugeschnitten werden

Nach der Wende habe der aus Hamburg stammende Vater geschaut, wo es noch keine gute Versorgung in seinem Bereich gab und stieß auf Lübz. Die Familie zog hierher und ließ sich mit dem ersten Geschäft im Gebäude der ehemaligen Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in der Grevener Straße nieder. 1994 wurde der große Neubau im Gewerbegebiet bezogen, wo rund 30 Beschäftigte arbeiten – Orthopädieschuhmacher, Reha-Mitarbeiter, Orthopädietechniker, Bandagisten und Facharbeiter. Lübz ist heute die Zentrale des Unternehmens mit sieben Außenstellen in Brandenburg, Rostock, der Müritz, Lübeck und auch noch Hamburg, wo es 1970 von Werner Köhler gegründet wurde.

Auch nach 25 Jahren sehe Köhler bei vielen Patienten immer noch nicht das Bewusstsein verankert, dass sie jederzeit auch von sich aus ohne Rezept zu dem Unternehmen kommen können. Zum einen gebe es dort auch viele frei verkäufliche Artikel, die die Krankenkasse nicht bezahlt, und etwas anderes sei noch wichtiger: „Als Fachbetrieb sind wir kein bloßer Lieferant für Hilfsmittel, sondern legen Wert darauf, uns mit dem Patienten direkt auszutauschen und sein Problem hier bei uns persönlich zu besprechen – generell.“ Ein Arzt habe dazu nicht ausreichend Zeit. Wenn etwa ein Angehöriger einen schweren Schlaganfall erlitten habe, stelle sich zügig die Frage, wie es nach dem Krankenhausaufenthalt weitergehen soll. Kaum jemand dürfte zum Beispiel wissen, dass es für den Bau eines Treppenlifters einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro gibt.

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