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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 23:31 Uhr

Kernobstschau : Prinz Albrecht gibt sich die Ehre...

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

...bei der siebten Kernobstschau des Regionalverbandes der Gartenfreunde Parchim

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Ein leichter Wind weht. Die Blätter an den Bäumen haben bereits die buntesten Farben angenommen. Einige liegen nach dem ersten kräftigen Wind bereits auf dem Boden. Der Herbst zieht ein. Passend dazu die siebte Kernobstschau des Regionalverbandes der Gartenfreunde Parchim e.V. – die zweite bereits am Standort Lübz. In kleinen Weidekörben liegt das Kernobst auf einem Tisch in einem Baustoffhandel in der Lübzer Werderstraße. Eine Traube von Menschen hat sich um Willie Brown und Dr. Werner Rollwitz gebildet. Die beiden sind Pomologen, Apfelexperten. Kennen sich aus mit dem gesunden Obst und wissen, hinter welcher harten Schale, welcher Apfel sich versteckt.

Ganz so einfach ist es dann doch nicht immer. Willie Brown aus Bülow erklärt: „Manchmal bringen uns Leute auch Äpfel, die wir nicht bestimmen können. Wir haben um die 6000 verschiedene Apfelsorten.“ Die Kleingärtner aus Lübz haben bei der Kernobstschau zahlreiche Äpfel mitgebracht, um sie bestimmen zu lassen. „Viele wissen gar nicht, was für Schätze sie in ihrem Garten stehen haben“, erzählt Willie Brown, der seit mehr als 30 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern lebt. Ursprünglich stammt der Pomologe nämlich aus Schottland. Immer wieder kommen Besucher und packen ihre Äpfel aus. „Ich habe den Apfel extra poliert“, sagt eine Besucherin. „Um Gottes Willen“, entgegnet Willie Brown. „Die Wachsschicht ist zum Schutz des Apfels da und macht ihn aus.“ Der Pomologe setzt sich vor allem für die alten, traditionellen Sorten des Kernobstes ein. In den Supermärkten auf der ganzen Welt gebe es fast ausschließlich nur dieselben Apfelsorten. „Damit die so schön aussehen, müssen die alle gespritzt werden“, erklärt der Bülower. Doch Willie Brown gibt nicht auf. Deshalb ist Willie Brown dabei, wenn derRegionalverband der Gartenfreunde Parchim e.V. zur Kernobstschau einlädt. „Wir wollen allen Kleingärtnern in der Region die Gelegenheit geben, sich zu informieren, welchen Apfel sie in ihrem Garten stehen haben“, erklärt Vorstandsvorsitzender, Hans-Joachim Pellin.

Während der Vorsitzende des Regionalverbandes ausführt, dass auch im kommenden Jahr eine Kernobstschau in Plau am See geplant ist, erklärt Willie Brown interessierten Besucher, woran er die Apfelsorten erkennen kann. Dafür riecht er immer wieder an dem gesunden Obst. „Nicht alle Äpfel haben einen Duft. Die Stiele sind sortentypisch und ganz unterschiedlich. Einige sind lang und dünn, andere kurz und dick.“ Auch die Kelchpartie unten am Apfel ist ganz unterschiedlich. Und natürlich an der Farbe kann der Pomologe so einiges erkennen und bestimmen.

Doch der Experte hat noch mehr auf Lager: „Carola ist sehr gut, Elstar dagegen ist ein fauler Träger. Und nicht alle Äpfel eignen sich zum sofortigen Verzehr, einige sind nur zum Backen gut“, weiß Willie Brown. Und für die kommende Adventszeit hat er für Köche noch einen besonderen Tipp: „Wer Ente zum Weihnachtsessen machen will, sollte diese mit dem Altenländer Pfannkuchenapfel füllen. Das schmeckt“, sagt er und schmunzelt.

Während sich Willie Brown und sein Kollege Werner Rollwitz zwischen Carola, Golden Delicious, Rubinette und Cox Orange in ihrem Element bewegen, wird draußen fleißig gehämmert und geleimt. Denn die Kinder können Vogelhäuschen bauen. Das bringt Spaß. So auch Jona und Elias. Die beiden Brüder sind fleißig am Hämmern und Bohren. Stets unter Beobachtung ihrer Eltern Antje Stieler und Enrico Bogdanovs aus Bobzin, denn die beiden sind gerade mal drei und eindreiviertel Jahre alt. „Ich glaube, wir müssen beiden doch noch eine Werkbank kaufen“, sagt Antje Stieler.

Willie Brown freut sich, dass so viele zur Kernobstschau nach Lübz gekommen sind und ihre Äpfel zum Bestimmen mitgebracht haben. Das Kernobst ist für den Pomologen mehr als nur ein gesunder Leckerbissen, es ist für ihn ein Kulturgut, das es zu erhalten gilt –vor allem die alten Sorten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, zu dem auch Prinz Albrecht von Preußen gehört.


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