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Projekt in Wooster Teerofen : Premiere in MV: Forschung für alle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bürgerwissenschaften in Wooster Teerofen: „Mit F.U.N. in die Wildnis“ im Gerhard-Cornelssen-Haus gestartet

von
erstellt am 29.Jun.2017 | 20:45 Uhr

Braunes Langohr, Abendsegler, Mopsfledermaus... noch sieben weitere Fledermausarten schwirren in den Wäldern des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide umher. Deutschlandweit gibt es insgesamt 27 Fledermausarten, allein 17 davon kommen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Jetzt stehen die Luftakrobaten der Nächte im Fokus – im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide einmal mehr. Seit 1983 wird dort Fledermaus-Forschung betrieben. Jetzt sollen auch Bürger beteiligt werden. Mit der gestrigen Eröffnung des ersten Bürgerforschungsprojektes, der Citizen-Science-Station, in Wooster Teerofen startet das auf drei Jahre angelegte Projekt. Unterstützt wird es von vielen Projektpartnern – der Moritz-Arndt-Universität Greifswald, der Alma Mater in Rostock, dem Land Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Nicht fehlen darf in dieser Reihe der Naturpark – allen voran Ralf Koch, Leiter und Fledermaus-Experte wie kein Zweiter.

„Forschung. Umweltbildung. Naturschutz. – Mit F.U.N. in die Wildnis“ lautet der Projektname, dem sich Prof. Dr. Gerald Kerth von der Uni Greifswald verschrieben hat. „Der Name F.U.N. ist nicht zufällig gewählt. Doch was hat Spaß mit Forschung zu tun?“ Diese Frage stellt sich der Wissenschaftler manchmal sogar selbst. Dann aber entdeckt er etwas Neues und hat „Spaß am Erkenntnisgewinn“. Genau das sollen auch die Teilnehmer dieses Projektes haben – praktische Naturschutzarbeit inklusive.

Entdecken, forschen, analysieren, Ergebnisse erfassen – das alles ist in Wooster Teerofen möglich. Nicht nur Erwachsene und Jugendliche sind gefragt, aktiv zu werden, sondern auch Kindergärten und Schulen. „Es gibt eine online-Plattform, auf der alle Informationen zusammengetragen werden“, erklärt Prof. Dr. Gerald Kerth. Zum Herunterladen bereit stehen auch schon erste Unterrichtsmaterialien. „Wir haben uns an den Lehrplänen von Mecklenburg-Vorpommern und Bayern orientiert“, erläutert der Greifswalder. „Warum gerade die beiden? Wenn wir die Bayern überzeugen können, dann auch alle anderen Bundesländer“, löst er auf. Die Citizen-Science-Station – eingerichtet im Gerhard-Cornelssen-Haus – soll beispielgebend sein. Pionierarbeit im Bereich Forschung und Erkenntnisgewinn leisten. „Dieses Projekt ist einmalig in Deutschland. Damit steht Wooster Teerofen ganz oben, an der Spitze“, sagt Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber, Rektorin der Uni Greifswald. Als frühere Psychologin kenne sie sich nicht mit Fledermäusen aus, doch Wissenschaft ist auch ihr Metier. Deshalb hofft sie auf eine Initialzündung für weitere Projekte. Für weitere Bürgerforschungsprojekte wie dem in Wooster Teerofen, das nur durch eine Anschubfinanzierung möglich wurde. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert „F.U.N.“ mit 390000Euro.

Mit viel Leidenschaft geht Ralf Koch das Projekt an. In seinem Naturpark – „dem schönsten in ganz Mecklenburg-Vorpommern und das ist keine Floskel“ – werden die Wesen der Dunkelheit erforscht.

 

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