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musical im burghof : Premiere im „weißen Rössl“ geglückt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Rund 700 Besucher strömten am Donnerstagabend in den Plauer Burghof

„Verkehrtes Publikum!“ Diesen Versprecher leistete sich Horst Frommer nicht ein zweites Mal. Ermuntert von der guten Resonanz auf „My Fair Lady“ im vergangenen Jahr, hatte das „Mecklenburg Forum“ erneut in der Plauer Burg ein musikalisches Ereignis hoher Güte organisiert: „Das weiße Rössl am Wolfgang-See“ wurde dargeboten, ein Klassiker der Revue-Operette.

Das Forum wurde von der Resonanz des Publikums förmlich überrollt, zählte laut Frommer 700 Besucher und rettete den großen Andrang mit weiteren Stühlen aus dem Heimatmuseum im Plauer Burghof. Das Wichtigste: Nachdem es noch am späten Nachmittag geregnet hatte, ging die Premiere der Tournee trocken über die Open-Air-Bühne. Um für künftige Aufführungen gerüstet zu sein (2015 soll das Musical „Anatevka“ nach Plau kommen), schlägt das Forum vor, im Burghof einen transportablen Pylon zu installieren, von dem sich ein Zeltdach absenken lässt.

Lieder wie „Es muss was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden“ oder „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“, haben sich längst als so genannte Evergreens in das Bewusstsein ganzer Generationen eingebrannt. Für die Regie zeichnet erneut Jürgen R. Weber verantwortlich, der bereits 2013 die damalige Sonnentor-Theater-Produktion „My Fair Lady“ erfolgreich in Szene gesetzt hatte und damit in Plau ein äußerst positives Echo fand.

„Im weißen Rössl“ sind Irrungen und Wirrungen höchst unterhaltsam miteinander verwoben. In dem romantischen Hotel am Wolfgang-See schmachtet der verliebte Kellner Leopold (Anton Leiß-Huber) die schöne aber resolute Rössl-Wirtin Josepha an (Tonje Haugland). Die hat jedoch nur Augen für den smarten Anwalt Dr. Siedler (Alexander Kerbst). Der wiederum verguckt sich in die Fabrikantentochter Ottilie (Lada Wongpeng), und beide singen sich mit „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ in den siebten Himmel.

Stephan Winkelhake als musikalischer Leiter lieferte stets rechtzeitig die Harmonien für den Einsatz der Gesangspassagen, forderte dem Bläser seines Quintetts die Klänge von Saxophon, Klarinette und Querflöte ab und steuerte außer seinen Klavierkünsten auch Streicher- oder Akkordeon-Begleitung bei. „Ich wollte meiner Enkelin in den Sommerferien nicht allein Ausflüge oder Besichtigungen bieten“, begründete Lore Köhler aus Parchim ihren Kartenkauf. Es sei ihr wichtig, ihrer Enkelin als Orientierungshilfe eine möglichst breite Vielfalt an Freizeitangeboten zu bieten. „Rössl ist leichte Kost.“ Prompt wurde die Rentnerin vom schönen Sigismund (Jens Wassermann) sogar für eine Tanzeinlage mit dem kompletten Ensemble auf die Bühne geholt. Enkelin Jill (10) genoss die Aufführung ebenfalls in vollen Zügen: „Die Musik ist sehr eingängig, und alle Darsteller singen sehr gut“, begeisterte sie sich. Auch Walter Tast aus Plau am See war von der Aufführung höchst angetan. „Viele Rössl-Lieder habe ich seit Jahrzehnten in meinem Kopf.“

Heidi Oltersdorf spielt gemeinsam mit ihrem Mann sogar Rössl-Melodien wie den Walzer „Schön ist die Welt“ in der Plauer Mandolinengruppe. „Das sind richtige Ohrwürmer.“

Nächster Aufführungsort von „Im weißen Rössl am Wolfgang-See“ ist am heutigen Sonnabend (9. August) auf der Bergbühne in Friedrichroda (Thüringen). Weitere Informationen finden sich im Internet unter der Adresse der in der Benziner Ziegelei ansässigen Produktionsfirma: www.artbridges.de.


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