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Unfall auf der Wasserstraße : Ponton auf der Elde gesunken

vom

Ein Binnenschiffsunfall ereignete sich am Freitag in der Elde-Müritz-Wasserstraße in Höhe der Einfahrt zum Plauer See. Ein Ponton, beladen mit zwei Containern, sank direkt vor der neuen Station der Wasserschutzpolizei.

svz.de von
erstellt am 25.Mär.2012 | 06:54 Uhr

Plau am See | Ein Binnenschiffsunfall ereignete sich am Freitag in der Elde-Müritz-Wasserstraße in Plau in Höhe der Einfahrt zum Plauer See. Ein Ponton, beladen mit zwei Containern, sank direkt vor der neuen Station der Wasserschutzpolizei. Bei den Bergungsarbeiten wurde ein Arbeiter verletzt.

Seit mehreren Wochen wird zwischen der Schleuse und der Hubbrücke in Plau am Uferbereich der Elde-Müritz-Wasserstraße gearbeitet. Wie es vor Ort hieß, wird der Wasserstand um rund 2,50 Meter vertieft. Der Aushub wird in Container geladen und mittels eines Pontos sowie eines Schubschiffes zum Kalkofen in ein Zwischenlager transportiert. Eigentlich nichts Besonderes, doch am Freitag kommt es zu einem folgenreichen und lang andauernden Zwischenfall. Gegen 10.30 Uhr passiert das Schubschiff mit dem 12 mal 7,70 Meter großen Ponton die Station der Wasserschutzpolizei. Plötzlich versinken der Ponton und die beiden mit je elf Kubikmeter Aushub beladenen Container in den Fluten der Elde. In rund zwei Meter Tiefe werden sie zu einem Hindernis für die Schifffahrt.

Nun sind Spezialisten gefragt. Die Beamten der Wasserschutzpolizei bringen umgehend entsprechende Tonnen zur Markierung des Wasserhindernisses aus. "Die Fahrrinne ist nur eingeschränkt passierbar, deshalb die Tonnenlegung", so Karl-Heinz Prahl von der Wasserschutzpolizei. Zugleich werden einsprechende Spezialfirmen beauftragt, darunter die Bagger- und Kranfirma Detlef Urban aus Wittenförden und Taucher der Tai-GmbH aus Falkenhagen, die sich zurzeit in der Kreisstadt Parchim ansiedelt. Doch bis all diese Firmen vor Ort sind, dauert es. Gegen 14 Uhr beginnen die Bergungsarbeiten.

Während der Kran, der bis zu 200 Tonnen heben kann, in Stellung gebracht wird, macht sich Taucher Nils Berthold fertig. Christian Hinkerohe achtet sehr auf jedes Detail beim Anlegen der Taucherausrüstung. Jede Aktion beim Anlegen wird angesagt und vom Taucher wiederholt. "Es geht um das Leben und die Sicherheit meiner Mitarbeiter", sagt Hinkerohe. Neben den Luftschläuchen wird auch eine Tauchertelefonleitung verlegt. Damit kann der Taucher die Anweisungen von Land aus erhalten und zugleich seine Beobachtungen unter Wasser an die Kollegen am Ufer mitteilen. Dann beginnen die Erkundungs- und Vorbereitungsarbeiten unter Wasser.

Zunächst werden die Ketten des Krans an die Container befestigt und diese nacheinander aus dem Wasser gehoben. Das geht noch relativ zügig vonstatten. Gegen 17 Uhr sind die beiden Container am Ufer. Nun beginnt der schwierigere Teil - die Bergung des Pontons. Erneut ist der Taucher gefragt. Diesmal muss er unter Wasser die fünf "Mannluken" öffnen. "Das sind Luken, die etwa so groß sind, dass ein Mann hindurchpasst, daher der Ausdruck", erklärt einer der Mitarbeiter. Das Öffnen ist wichtig, damit das Wasser aus dem Ponton gepumpt werden kann und er sich mit Hilfe des Krans aus der Tiefe hebt. "Beobachtet" wird die Aktion aus der Luft von einem ferngesteuerten Spezial-Minihubschrauber. "Das ist ein Quadrokopter mit GPS-Technik, ausgestattet mit einer Spezialkamera, der aus luftiger Höhe in HD-Qualität die Aktion dokumentiert", erzählt Hinkerohe. Staunend stehen erste Schaulustige am Ufer und verfolgen die Bergungsarbeiten sowie die fliegende Kamera. Inzwischen hat der Taucher die Ketten des Krans am befestigt. Dann wird Kammer für Kammer des Pontons leer gepumpt und er hebt sich langsam vom Grund an die Wasseroberfläche. Fast vier Stunden dauert die Aktion bereits. Die Sonne ist untergegangen und Scheinwerfer erhellen die Unglücksstelle. Kurz vor erfolgreichem Ende der Bergungsarbeiten kommt es gegen 20 Uhr zu einem Zwischenfall. Einer der Arbeiter rutscht auf dem Ponton aus und gerät in eines der "Mannlöcher". Verletzt muss er in die Plauer Klinik eingeliefert werden.

Gegen 21 Uhr ist es dann soweit. Der Spezialkran hat den Ponton am Haken und hebt ihn langsam aus dem Wasser über die künftige Promenade zum Ufer und setzt ihn dort ab.

Die Wasserschutzpolizei prüft nun gemeinsam mit Spezialisten von der Schiffsuntersuchungskommission (SUK) die Ursachen. Dazu wird der Ponton beschlagnahmt. Außerdem besteht der Verdacht, dass dieser keine Zulassung zum Betrieb auf öffentlichen Wasserstraßen hat und gegen den Schiffsführer wird wegen des Verdachts der Überladung oder eines möglichen Fahrfehlers ermittelt.

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