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Ludwigslust/Parchim : Polizei nimmt Radfahrer ins Visier

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Die Zahl der Unfälle, an denen Radler beteiligt sind, ist gleich bleibend hoch. Sieht man die Statistik genauer an, so ist festzustellen, dass die Unfälle steigen, bei denen Pedalritter die Verursacher sind.

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 05:54 Uhr

Lübz/Parchim/Ludwigslust | Die Zahl der Unfälle, an denen Radler beteiligt sind, ist gleich bleibend hoch. Wurden im Zeitraum 1. Januar bis 31. August vergangenen Jahres 138 Radunfälle registriert, so waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 135. Sieht man die Statistik noch genauer an, so ist festzustellen, dass die Unfälle steigen, bei denen die Pedalritter nicht nur beteiligt, sondern auch die Verursacher sind.

"In den ersten acht Monaten des Vorjahres waren es 56, im gleichen Zeitraum sind es jetzt schon 62 Unfälle", berichtet Hans-Peter Günzel, der Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust in einem SVZ-Pressegespräch. Jedes Mal ist damit meist großes Leid verbunden, denn die Radler haben keine Knautschzone wie ein Auto und daher sind die Verletzungen meist relativ groß bis tödlich. Im Altkreis Parchim waren es in diesem Jahr bereits drei Radler, darunter ein Kind, die den Crash mit einem Pkw oder Lkw nicht überlebten.

Aber nicht nur diese schweren Unfälle im Zusammenhang mit motorisierten Fahrzeugen sind es, die zunehmen. "Die Radler gefährden sich untereinander und mit Fußgängern", weiß der Polizeichef. Im Zusammenhang mit Fußgängern verdreifachte sich die Zahl auf sechs. Radler untereinander waren in zehn Unfälle (+ 2) verwickelt. Hauptursachen sind Nichtbeachten der Vorfahrt, falsches Benutzen der Fahrbahnen (Fahren auf Gehwegen und entgegengesetzt der eigentlichen Fahrtrichtung) sowie Trunkenheit am Lenkrad. Gerade das Fahren auf den Bürgersteigen und entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung ist schon zu einer Art Volkssport geworden. Beispiel Am Ziegenmarkt in Parchim. Dort kann man täglich beobachten, wie Radler (Erwachsene!) auf dem Gehweg in Richtung Moltkeplatz fahren oder gar auf der Fahrbahn und so entgegenkommende Autofahrer irritieren und sich vor allem selbst gefährden.

Die meisten Unfälle passieren innerorts. "So wurden in diesem Jahr in den Städten und Gemeinden 109 Unfälle und außerorts 16 erfasst", erzählt Günzel. Ralf-Peter Hirsch, Sachbearbeiter Verkehr in der Polizeiinspektion verweist noch auf die Altersstruktur bei den unfallverursachenden Radlern. "Zwölfmal traf Senioren über 65 Jahre die Schuld und neunmal waren es Kinder bis 14 Jahre", so Hirsch.

Die Statistik ist das eine, etwas dagegen tun, das andere. "Wir werden unsere Kontrolltätigkeit in den Städten und Kommunen verstärken. Am kommenden Mittwoch beispielsweise werden wir in Parchim aktiv werden", verrät der Polizeichef. Die Beamten des Hauptreviers werden an diesem Tag ihr Hauptaugenmerk auf die Pedalritter werfen. "Es geht nicht um Bestrafung, es geht um Prävention. Wir sind verpflichtet, nach Möglichkeit Leid zu verhindern. Er appelliert an die Pedalritter, sich auch auf die dunkle Jahreszeit einzustellen. Dunkle Kleidung ist falsch, das Licht am Rad sollte funktionieren und dazu zählen auch die Reflektoren und nicht zuletzt der Helm, "der zwar nicht vor dem Unfall schützt, aber im Fall des Falles die Folgen mindert", so Günzel.

Gute Arbeit leisten die Präventionsbeamten auf den unterschiedlichsten Ebenen, so in den Kindereinrichtungen und Schulen bis hin zu den Seniorenveranstaltungen und daran wird auch festgehalten. Aber noch etwas ist dem Polizeichef wichtig, und das ist die Organisation des Verkehrs. Dies fängt bereits bei der Planung der Verkehrswege an, wo nach seiner Meinung durchaus noch Reserven offen liegen, da nicht jeder Bauplaner die verkehrsrechtlichen Aspekte genügend beachtet. Aber das kann und darf keine Ausrede für die Pedalritter sein, die Regeln zu missachten.

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