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Verkehrskontrolle : Polizei entdeckt 80 Ekel-Döner-Spieße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Transporter ohne Kühlung: Angetautes Fleisch in Plau am See aus dem Verkehr gezogen

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 20:00 Uhr

Ekel-Alarm im Döner-Transporter: Polizisten haben bei einer Verkehrskontrolle am Montagvormittag in Plau am See 80 ungekühlte Dönerspieße in einem Kleintransporter entdeckt. „Die tiefgefrorene Fleischspezialität war augenscheinlich bereits angetaut und sollte an Imbissgeschäfte im Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgeliefert werden“, berichtet Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

Laut Aussagen des Fahrers habe er die Spieße mit einem Gewicht von jeweils 10 Kilogramm in Berlin übernommen, um sie nach Mecklenburg-Vorpommern zu transportieren. Dass der betreffende Kleintransporter kein Gefrieraggregat zum Frosten der Ladung besitzt, war dem Auslieferer offensichtlich bekannt. Die Polizei hat umgehend die Lebensmittelüberwachung des Landkreises eingeschaltet, deren Mitarbeiter vor Ort die Ladefläche des Kleintransporters versiegelten und den Rücktransport der nicht mehr verzehrfähigen Ware nach Berlin veranlassten. Darüber hinaus hat der Landkreis den Vorfall protokolliert, die Beteiligten müssen jetzt mit einem Verfahren rechnen.

Offenbar war der Sprinter, mit dem die Händler das Dönerfleisch von Berlin aus normalerweise liefern, kaputt. Dieses Auto hat eine Kühlung, der für den aktuellen Transport angeheuerte normale Mietwagen nicht.

Olav Henschel, Fachdienstleiter Veterinäramt beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, bestätigte gestern den Vorfall. „Die Dönerspieße waren nicht mehr tiefgekühlt. Normalerweise müssen sie eine Temperatur von minus 18 Grad haben, kurzfristig können es auch minus 15 sein. Hier haben wir minus 9,1 Grad gemessen, das Fleisch ließ sich von außen eindrücken.“

Offenbar war der Mietwagen auch nicht zum Transport von Lebensmitteln geeignet. Eine glatte, saubere Oberfläche wäre nötig, so Experten. Wäre das Dönerfleisch sofort verarbeitet worden, wäre das noch kein Problem. Aber bereits angetautes Tiefkühlfleisch, das wieder eingefroren wird – wofür die Menge des sichergestellten Dönerfleischs spricht – kann gefährlich werden. Mikroorganismen werden dabei nicht abgetötet. Im Jahr 2012 wurden drei Döner-Händler in Berlin verurteilt. Sie hatten 70 Tonnen verdorbenes Putenfleisch zu Dönerspießen verabeiten wollen und wurden erwischt.

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