Stromausfälle in Lübz : Plötzlich ist es zappenduster

Viel Arbeit wartet auf Susanne Reinke von Ernstings Family, wenn der Strom wieder da ist. Alles muss nachgescannt werden, was in den eineinhalb Stunden verkauft wurde.
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Viel Arbeit wartet auf Susanne Reinke von Ernstings Family, wenn der Strom wieder da ist. Alles muss nachgescannt werden, was in den eineinhalb Stunden verkauft wurde.

Ausnahmezustand in der Eldestadt: Für eineinhalb Stunden ging am Montagvormittag nichts mehr - nicht das erste Mal war der Strom weg

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08. August 2016, 21:00 Uhr

Nichts geht mehr an diesem Montagvormittag in Lübz. Gegen 10.06 Uhr geht das Licht aus, Kaffeemaschinen streiken, Computer und Kassen gehen ebenfalls aus. Stromausfall in der Eldestadt – flächendeckend. Wieder einmal stehen vor der Drogerie Am Markt in Lübz Einkaufswagen, sie versperren den Eingangsbereich. Denn verkauft werden kann hier derzeit nichts. Innerhalb weniger Wochen – Ende Juni, Anfang Juli – gab es mehrmals einen Stromausfall im Lübzer Stadtgebiet. Dieser hier ist mittlerweile Nummer vier.

Nicht nur in der Drogerie, sondern auch bei Bäcker Lau geht nur wenig bis gar nichts mehr. Kuchen, Gebäck, Brötchen, Brot und Filterkaffee werden hier noch verkauft. Doch die Verkäuferinnen machen sich Sorgen um die Kühlung. Bei der Döllinghareico GmbH  & Co. KG im Lübzer Gewerbegebiet springt in einer solchen Notsituation sofort die Notstromversorgung an, wie uns Marketingleiterin Julia Dähn-Wollenberg auf SVZ-Nachfrage mitteilt.  Um die Wurst braucht sich hier keiner Sorgen machen.

Susanne Reinke arbeitet ebenfalls im Stadtgebiet von Lübz – direkt am Markt neben Bäcker Lau bei Ernstings Family. Ihr gefällt der Stromausfall überhaupt nicht. „Das ist eine Sauerei“, sagt sie ganz offen. Für die Einzelhandelskauffrau bedeutet der erneute Stromausfall auch mehr Arbeit. „Wir müssen alles, was wir jetzt verkaufen und nicht über die Kasse geht, nachscannen. Da ist viel zu tun im Anschluss.“ Und den Kassentisch darf sie nicht verlassen. Grund: Alles wird in einer einfachen Geldkassette gesammelt.  Kirstin Knorr vom Schreibwarengeschäft am Lübzer Markt spricht ein weiteres Problem an: „In dieser Zeit haben viele Geschäftsleute einfach keinen Umsatz. In einem solchen Fall sieht man mal wieder, wie abhängig wir von der Elektronik sind.“

Viel zu tun haben auch die Mitarbeiter der Stadtwerke Lübz. Sie müssen den Fehler, den Schaden finden und beheben. „Das ist eine komplexe Sache“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Dobbertin gegenüber unserer Zeitung. Bei Schalthandlungen im Umspannwerk Lübz war es zu einem sogenannten Lichtbogensensor im Mittelspannungsnetz (20000Volt) gekommen. „Der Sensor soll kommen, aber nicht der Lichtbogen“, erklärt Dobbertin weiter. Beides zusammen hat den Stromausfall ausgelöst. „Die gesamte Anlage wurde dadurch stillgelegt.“ Verletzt wurde von den Mitarbeitern zum Glück niemand, davon hat sich Karl-Heinz Dobbertin sofort selbst überzeugt.

Gegen 11.45 Uhr  konnten alle aufatmen, der Strom fließt wieder. Doch  am Nachmittag – 14.45 Uhr – ist es wieder im Stadtgebiet zappenduster. Dieses Mal dauert der Stromausfall nur zwanzig Minuten an. Die genaue Ursachenfindung dauert  derzeit noch an, braucht Zeit. Insgesamt waren rund 7000 Stadtwerke-Kunden aus Lübz und den Ortsteilen betroffen

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