Kunst : Plaus „Alban“ legt ein Päuschen ein

Jörg Mayer freut sich auf seine Theaterferien. Im Herbst wird der Schauspieler mit seiner ganz eigenen Alban-Inszenierung und neuen Ideen auf die Bühnen der Region zurückkehren.
Foto:
Jörg Mayer freut sich auf seine Theaterferien. Im Herbst wird der Schauspieler mit seiner ganz eigenen Alban-Inszenierung und neuen Ideen auf die Bühnen der Region zurückkehren.

Nach 16 Vorstellungen freut sich Schauspieler Jörg Mayer auf Urlaub und Theaterferien / Im Herbst kehrt er auf die Bühnen der Region zurück

von
09. September 2015, 12:00 Uhr

16 Mal stand Schauspieler Jörg Mayer auf der Plauer Burgbühne, deren Bretter quasi für ihn und auch erst im letzten Frühjahr „genagelt“ worden waren. Er ist ein Vorreiter, ein in der Region längst fest verwurzelter Träumer, der mit seinem Spiel das Interesse für die Region, ihre Menschen und natürlich für ihre Geschichte wecken möchte. Seit Mitte Juni nahm er sein Publikum jeden Sonntag mit auf eine Reise ins ausgehende 18., beginnende 19. Jahrhundert. In die Zeit Dr. Ernst Albans. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Pult, ein Tuch – mehr braucht Mayer für sein Schauspiel, seine ganz spezielle Mischung aus gut recherchierten Fakten und Fiktion nicht. Wer in seiner Vorstellung saß, lernte spätestens hier, dass Dr. Ernst Alban nicht nur Arzt, Unternehmer und Musiker, sondern auch genialer Wissenschaftler war. Eine seiner wohl größten Erfindungen ist die Hochdruckdampfmaschine, von der seit gut zwei Jahren ein Modell auch in der Ausstellung des Plauer Burgmuseums für Furore sorgt.

Am vergangenen Sonntag hat sich Jörg Mayer am Ende seines Ein-Mann-Stückes zum letzten Mal vor seinem Publikum verneigt und den Applaus, der ihm in jeder Vorstellung sicher war, genossen. Ja, für die Sommer-Reihe, die gleichzeitig Premiere für des Mainzers Alban-Inszenierung als auch das Plauer Burgmuseum war, ist der letzte Vorhang (den hat die Burgbühne natürlich nicht wirklich) gefallen. Und tatsächlich ist Jörg Mayer darüber aufrichtig erleichtert: „Vier Monate lang jeden Sonntag Abend auf der Bühne, ich muss schon sagen, das war ein langer Ritt, momentan bin ganz schön groggy und freue mich erstmal auf drei Wochen Urlaub.“ Urlaub von der Bühne, Urlaub aber auch von seinem Job als Logopäde im Plauer MediClin Krankenhaus, der ihn unter der Woche fordert.

Doch auch wenn momentan das „Benzin alle“ ist, so steht doch jetzt schon fest, dass Mayers Bühnenabstinenz nur von kurzer Dauer sein wird. Nicht nur sein Alban wird Plau auf alle Fälle erhalten bleiben. Jörg Mayer hat große Lust, neue Stücke zu inszenieren, Stücke über prominente Menschen aus der Region – wie etwa Alexander Behm, den am 11. November 1880 in Sternberg geborenen Erfinder des Echolots oder Alexandrine von Preußen, Großherzogin von Mecklenburg (-Schwerin), die im herzoglichen Schloss zu Ludwigslust residierte. Vielleicht wird er wie bei „Alban“ in fiktiven Szenen geschichtlich fundierte Recherche humoristisch verpacken. Vielleicht geht Jörg Mayer aber auch andere Wege. „Genau weiß ich es noch nicht, ich weiß auch noch nicht, ob ich dann selber spiele…“ Welche Frage den Schauspieler trotz Theaterferien nicht loslässt, ist die nach dem wie es weiter geht. Mayers Lebensgefährtin Steffi Wiesemeier führte Regie, doch er selbst stand auf der Bühne, war Stückeschreiber, Produzent und sogar sein eigener Techniker. „Wie das Ganze weitergeht hängt nicht mehr nur von mir ab“, sagt der Mainzer. Denn inzwischen ist auch die Plauer Tourist-Info GmbH mit im Boot und gibt dem Projekt, das seinen kulturellen Auftrag bislang „für lau“ erfüllte, mehr Potenz. Da gibt es Ideen für neue Bühnen, Anfragen anderer Veranstalter, sogar das Angebot des Deutschen Museums in München, den „Alban“ vor einer Original-Hochdruckdampfmaschine zu spielen . „Hier entwickelt sich was, die Frage ist, welcher Art die Strukturen sein sollten, sein könnten“, so Mayer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen