Sporthallenbau : Plauer Visionen in Beton und Stahl

Bei seinem Besuch in Plau vor ein paar Tagen war auch Landrat Christiansen (M.) angetan von dem privaten Engagement der Plauer.
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Bei seinem Besuch in Plau vor ein paar Tagen war auch Landrat Christiansen (M.) angetan von dem privaten Engagement der Plauer.

Mehrzwecksporthalle hinter der Jugendherberge wächst. Sie wird Menschen mit Handicap aber auch der Stadt ab dem kommenden Jahr mehr Möglichkeiten bieten.

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02. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Anfang Oktober war der erste Spatenstich, in der dritten Novemberwoche wurde die Grundplatte gegossen, inzwischen steht die Hülle der neuen Mehrzweck-Sporthalle hinter der Plauer Jugendherberge und am Freitag – wenn alles klappt – soll sie dicht sein. Wolfgang Giese, gemeinsam mit seiner Ehefrau Petra betreibt er die Einrichtung in der Dammerstraße, ist begeistert: „Es geht zügig voran, die Firma klotzt ordentlich ran.“ Ostern 2015, das wäre der momentan der größte Wunsch der Gieses, soll Einweihung der isolierten Leichtbauhalle gefeiert werden.

Seit 1989 führen die Gieses die Herberge privat. 2005 bauten sie sie parallel zu Sanierung und Neuausstattung barrierefrei um und machten sie damit rollstuhlgerecht. Der Sporthallen-Neubau soll der vorerst letzte große Baustein sein, das Angebot für Menschen mit Handicap in ihrem Hause zu erweitern.

300 000 Euro werden in das Projekt fließen, 50 Prozent steuert das Land zu. Erst am Tag des ersten Spatenstiches hatte Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, dem Ehepaar den Fördermittelbescheid überreicht. Die Gieses bekamen ihn, da auch Schwerin das außergewöhnlichen Engagement der Plauer honorierte. Nicht zuletzt aber auch, weil sie einen langen Atem bei den Verhandlungen mit dem Wirtschaftsministerium bewiesen hatten. Ihrem Argument, mit dieser Halle die Angebote für das Miteinander von Gästen mit und ohne Handicap auszuweiten, musste sich Schwerin einfach geschlagen geben. Wie auch dem Argument, mit privater Initiative Tourismus und Sport auf eine Weise miteinander zu verknüpfen, die in Mecklenburg-Vorpommern einzigartig ist.

Neben ihrer Berufung, Menschen mit Handicap mehr Lebensqualität und behinderten Sportlern Raum für ihr Hobby zu geben, wollen Wolfgang und Petra Giese ihre Halle auch der Stadt und den städtischen Sportvereinen zur Verfügung stellen. Neben der Sporthalle an der Klüschenbergschule und der kleinen Halle am Bahnhof wäre das die dritte Halle in Plau. Und die könnte die Situation der ohnehin knapp bemessenen Hallenzeiten ganz sicher entspannen. „Wir könnten uns in unserer Halle zum Beispiel Kindersport oder auch Volleyball vorstellen“, sagt Wolfgang Giese und will dies als Angebot an Interessierte verstanden wissen.

Als Landrat Rolf Christiansen vor wenigen Tagen Plau besuchte, um sich ein Bild von dem Kino-Projekt des Vereins „Wir leben“ zu machen führte ihn Vereinsvorsitzender Marco Rexin auch auf die Sporthallenbaustelle. Christiansen war beeindruckt: „Ich zieh den Hut vor soviel privatem Engagement.“

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