Plau am See : Plauer Verwaltung im Warnstreik

Wenn die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik aufruft, sind Plauer Verwaltungsmitarbeiter kampfbereit: Gestern Mittag verließ Personalratsvorsitzender Roland Block mit sieben seiner Kollegen das Amtsgebäude in der Dammstraße.
Wenn die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik aufruft, sind Plauer Verwaltungsmitarbeiter kampfbereit: Gestern Mittag verließ Personalratsvorsitzender Roland Block mit sieben seiner Kollegen das Amtsgebäude in der Dammstraße.

Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst treten auf der Stelle: Ab Mittag ruhte die Arbeit im Rathaus.

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20. März 2018, 20:30 Uhr

Mit befristeten Arbeitsniederlegungen machen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bundesbehörden und Kommunen in der laufenden Tarifauseinandersetzung weiter Druck. In Schwerin verließen am Morgen etwa 80 Mitarbeiter der Stadtverwaltung und städtischer Dienstleister für zwei Stunden ihre Arbeitsplätze. In der Plauer Amtsverwaltung traten Mitarbeiter ihren angekündigten Ausstand um 12 Uhr an. Gemeinsam mit Personalratsvorsitzenden Roland Block verließen sieben Kollegen ihre Büros am Standort Dammstraße – für den Rest des Tages. „Unsere Verwaltung ist momentan durch die Grippe stark reduziert. Weitere Kollegen sind im Urlaub. Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass sich auch Mitarbeiter aus dem Rathaus an unserem Streik beteiligen“, sagte Roland Block.

Block, stellvertretender Ordnungsamtsleiter der Plauer Amtsverwaltung, ist seit 1979 Gewerkschaftsmitglied und Bindeglied zwischen Mitarbeitern und Verdi. „Wir stehen zu den Forderungen“, sagt er. „Insofern werden wir uns auch nicht hier hinsetzen und am Ende der Verhandlungen die Lohnerhöhung einstreichen. Wir tun auch was dafür und beteiligen uns an den Arbeitsniederlegungen.“ Anders als etwa die Verwaltungen in Lübz und Goldberg. „Aber“, zeigte Roland Block Verständnis für die Rückhaltung der Kollegen, „wir sind hier auf dem platten Land. Das ist etwas ganz anderes als etwa in Schwerin und Rostock.“ Jedoch, räumte Block erfreut ein, habe es von Seiten der Bürger bislang keine negativen Reaktionen auf die Streikbeteiligung in Plau gegeben.

Für Mittwoch kündigte Verdi erneut örtliche Arbeitsniederlegungen an, unter anderem in Rostock und Neubrandenburg. Vor der nächsten Verhandlungsrunde Mitte April in Potsdam soll es auch für Mecklenburg-Vorpommern eine zentrale Großkundgebung in Schwerin geben. „Geplant ist sie für den 12. April, und auch daran werden wir uns beteiligen“, sagte Roland Block.

Die Streikaktionen sind nach Angaben von Verdi-Sprecherin Diana Markiwitz gleichermaßen eine Reaktion auf die festgefahrenen Tarifverhandlungen als auch Ausdruck einer selbstbewussten Haltung der Beschäftigten. „Die Kassen sind besser gefüllt denn je. Es ist umso unverständlicher, dass die Arbeitgeber auch nach zwei Verhandlungsrunden noch kein eigenes Angebot vorgelegt haben“, sagte Markiwitz am Rande der Protestaktion vor dem Schweriner Stadthaus.

Verdi und Beamtenbund (dbb) fordern in der aktuellen Tarifauseinandersetzung sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt und für untere Lohngruppen mindestens 200 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeberseite lehnt das bislang ebenso ab, wie deutliche Verbesserungen für Auszubildende. „Wir rechnen mit einer Einigung, jedoch nicht damit, dass die von uns geforderten sechs Prozent in einem kommen werden, sondern wie bislang auch in zwei Stufen“, sagte Roland Block. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ist für den 15. und 16. April in Potsdam vereinbart. Bis dahin solle der Druck auf die Arbeitgeber mit Warnstreiks auch in ganz Norddeutschland erhöht werden, teilte Verdi Nord mit. Die Amtsniederlegung gestern – in der Plauer Amtsverwaltung ist übrigens Sprechtag bis 18 Uhr – war eine Warnung. „Wenn Verdi und dbb die Mitarbeiter zu Erzwingungsstreiks aufrufen, geht der über Tage und dann geht in den Verwaltungen gar nichts mehr.“

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