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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 19:44 Uhr

aufruf : Plauer Tierstation wirbt um Spenden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

10 000 bis 12 000 Euro werden jährlich für die Versorgung der Tiere aufgewendet / Doch so viel gibt das Konto des Vereins nicht her

von
erstellt am 19.Dez.2014 | 21:00 Uhr

„Wir haben gut gewirtschaftet“, zieht Uta Kassler, Vorsitzende des Tierschutzvereins Plau am See nur wenige Tage vor dem Jahreswechsel ein positives Resümee. Einfach sei das nicht gewesen. Denn obwohl sehr viele Tiere zu versorgen waren, musste das übliche Kontingent nicht überzogen werden. Trotzdem ist es um die Bilanz des Vereins momentan nicht so gut bestellt. Bei seinen finanziellen Aufwendungen – etwa für Futter, Streu und Arztrechnungen – liegen die Plauer bei jährlich 10  000 bis 12  000 Euro. „Im Grunde müssen wir diese Summe für ein Jahr im Vorfeld sicher auf dem Konto haben“, erklärt Uta Kassler. Und genau da fängt es an schwierig zu werden. Das Konto des Vereins weist zurzeit gerade noch um die 6000 Euro aus und das bei noch ausstehenden Tierarztrechnungen. Viel zu wenig, um der Arbeit, den planbaren Ausgaben und den Unwägbarkeiten des nächsten Jahres gelassen entgegenzusehen. „Wir müssen aber einen Weg finden, denn es ist nicht zu erwarten, dass es 2015 weniger Tiere werden, um die wir uns kümmern müssen“, sagt die Vereinsvorsitzende.


Mehr Einnahmen aus der Pensionsbetreuung


Gedanken haben sich die Plauer Tierfreunde schon gemacht. So will man das Gespräch mit Verantwortlichen im MediClin Krankenhaus suchen. Die Idee ist, Patienten künftig mit dem Begrüßungsschreiben das Angebot zu unterbreiten, die geliebten Vierbeiner während ihrer Aufenthalte in Plau nicht daheim in die Pension zu geben, sondern in der Plauer Tierstation. Die liegt nicht nur nahe des Krankenhauses; die Unterbringung hier hätte auch den Vorteil, dass die Patienten ihre Vierbeiner – ausschließlich Katzen und Hunde werden von den ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut – während ihrer manchmal wochenlangen Behandlung sehen können. Und dem Verein würde das Einnahmen aus der Pensionsbetreuung bringen.

Uta Kassler schätzt die Arbeit anderer Vereine, vor allem, wenn die sich der Kinder- und Jugendarbeit verschrieben haben. „Der Unterschied ist nur, dass wir nichts aufschieben können. Wenn wir kein Geld für Futter haben, verhungern uns die Tiere. Und wenn kein Geld für den Tierarzt da ist, dann ist das vielleicht der Beginn einer langen Qual. Die Vereinsvorsitzende formuliert es drastisch. In voller Absicht. Denn nicht die Vierbeiner seien Schuld an ihrer Situation, die sei immer von Menschen gemacht. Ausgesetzte Katzen und Hunde, Tiere, die ihren Besitzern weggenommen werden mussten, weil sie bei ihnen verwahrlosen, Tiere, die in die Tierstation hineingeboren werden und ein richtiges Zuhause mit einem liebevollen Herrchen vielleicht niemals kennen lernen. Ihnen wollen die Plauer Tierfreunde helfen. Auch im kommenden Jahr. Aber dafür brauchen sie Hilfe. „Und wir brauchen sie dringend“, unterstreicht Uta Kassler, „deshalb rufen wir jetzt zu Spenden auf.


Geld- und Sachspenden sind willkommen


Wer den Verein unterstützen möchte, kann das mit Sach- und Geldspenden. Bei Sachspenden wie Futter oder Streu wäre es schön, wenn dieses direkt bei den Mitarbeitern in der Tierstation abgegeben werden würde. Geldspenden können in die dafür vorgesehenen Spendenboxen gesteckt werden – im Geschäft Heiden, in Evi’s Schreibwarenladen, in der Raiffeisenbank, bei Tierärztin Dr. Khan und in Pilles Blumenladen. Wer ein bisschen mehr für den Tierschutz erübrigen kann, kann das Geld auch direkt an den Tierschutzverein überweisen (IBAN des Tierschutzvereins: DE 43140513621301005807).

Im Februar werde es die nächste Mitgliederversammlung geben. Bis dahin, so Uta Kassler, werde der Jahresabschluss stehen und hoffentlich noch die eine oder andere gewinnbringende Idee auf den Tisch kommen.

An dieser Stelle möchte sich die Vereinsvorsitzende bei allen bedanken, die den Tierschutzverein und die Tierstation im zurückliegenden Jahr unterstützt haben. Sie weiß, dass sie sich auf ihre Mannschaft verlassen kann und hofft, dass sich vielleicht noch weitere zupackende Mitstreiter finden und dass sich weitere Möglichkeiten der Mitarbeit auftun.


Vierbeiner sind keine Last-Minute-Geschenke


Plaus Tierfreunde haben es noch nicht erlebt, dass zu Weihnachten verschenkte Tiere nach dem Fest in die Tierstation zurückgebracht wurden. „Aber es hat schon Fälle gegeben, wo wir die Vierbeiner bei Nachkontrollen wieder mitnehmen mussten.“ Wer ein Tier verschenken möchte, vielleicht an den seit Wochen quengelnden Enkel, der muss sich im Vorfeld über einiges klar werden. Unbedingt sollte er vorher abklopfen, ob die Familie damit einverstanden ist, ob die Bedingungen für die Haltung gegeben sind und ob das Tier langfristig bleiben kann. Wenn die Leute in die Station kämen, werden diese Kriterien besprochen, und in der Vermittlungsvereinbarung stehe schwarz auf weiß, dass nach einem viertel bis halben Jahr zur Nachkontrolle kommen. „Wir alle freuen uns, wenn wir Tiere in ein gutes Zuhause vermitteln können“, sagt Uta Kassler und . „Fast alle unsere Tiere haben schon viel durchgemacht. Eines zu sich zu nehmen, um es bald danach wieder fallen zu lassen, das haben sie nicht verdient.“

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