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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 02:23 Uhr

Ausweg gesucht : Plauer Tierstation sucht neue Bleibe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das Landgut verlängert den Pachtvertrag wegen Eigenbedarf nicht über 2018 hinaus. Tierfreunde gehen das Problem beherzt an.

von
erstellt am 26.Apr.2016 | 12:00 Uhr

2018 muss die Plauer Tierstation ihr angestammtes Domizil am Plauer Hopfensoll räumen. Der Betreiber des Landgutes Plau, der die Fläche an den gemeinnützigen Verein verpachtet hatte, hat Eigenbedarf angemeldet, um – wie es heißt – ein Wohngebäude zu errichten. Das mit dem Auslaufen des Pachtvertrages scheint also definitiv. Und darum schwebt momentan auch das Damoklesschwert über den Tierfreunden, die sich hier am Stadtrand ehrenamtlich um Vierbeiner kümmern. Sowohl um sich selbst überlassene, als auch solche, die kurzzeitig in Pension gegeben werden. Letztere sind übrigens wichtigste Einnahmequelle des Vereins, der ansonsten auf Spenden angewiesen ist.

Die Nachricht vom aufgekündigten Domizil hatte den Verein bereits vor seiner jüngst anberaumten Mitgliederversammlung erreicht. Niemand war also überrascht. Und so war auch das Votum der Tierfreunde keine Überraschung, die Tierstation, deren Einzugsbereich ein großer ist, weiterzubetreiben.

Kein leichter Einstand für Achim Jahnke, der gerade von der Mitgliederversammlung zum neuen Vereinsvorsitzenden gewählt worden war. Aber eine Herausforderung für den gebürtigen Württemberger, der seit 2014 in der Station mitarbeitet. „Wir haben uns schon Gedanken gemacht und müssen an die Stadt herantreten“, sagt Jahnke. Tatsächlich gebe es zwei favorisierte Standorte. Nämlich zum einen ein Teilbereich der Plauer Festwiese, die nach Meinung des Vereins ohnehin nicht ausgelastet würde. Der Vorteil hier: Bei der Nähe zur jetzigen Adresse müssten die Freigängerkatzen nicht umgesiedelt werden. Da wäre zweitens aber auch das Gelände der ehemaligen Nerzfarm im Ortsteil Appelburg. Anschlüsse seien hier noch vorhanden; inwieweit sie auch noch intakt sind, müsse noch erfragt werden, so Jahnke. Als dritte Option wäre der Umzug in ein Objekt außerhalb Plaus denkbar. Wegen der Fahrstrecke wäre das aber auch die schlechteste für die Ehrenamtler.

Die Unterstützung der Plauer Verwaltung bei der Platzfrage vorausgesetzt, stehen dem Verein mit dem Standortwechsel große Investitionen ins Haus. Allerdings gibt es (zumindest) die Aussicht auf finanzielle Unterstützung seitens des Landwirtschaftsministeriums. „Das will 2016/17 insgesamt 900  000 Euro für Projekte im Tierschutz bereitstellen. Da hätten auch wir die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen“, erklärt Uta Kaßler, die Finanzierin des Vereins. Da bislang nur der Tierschutzverein Malchow 275  000 Euro für ein neues Katzenhaus bekommen habe, ansonsten aber lediglich kleinere Projekte beantragt worden seien, ständen die Chancen gut. Der Pragmatiker Achim Jahnke, der nur unter der Bedingung den Vorsitz übernommen hatte, dass die Tierstation am Leben bleibt und junge Leute in den Vereinsvorstand nachrücken, drosselt zuviel Euphorie: „Es gibt auch noch andere Möglichkeiten“, sagt er, „auf keinen Fall werden wir uns verschulden, und darum werden wir ersteinmal einen soliden Finanzplan aufstellen.“

Eine 2000-Euro-Spende der Plauer CDU stellte inzwischen sicher, dass der Verein nicht mit einem Riesenminus ausläuft. Das Geld stammt aus dem Erlös des letzten weihnachtlichen CDU-Stammtisches. Das Dankeschön des Vorstandes (neben Achim Jahnke und Uta Kaßler sind das Grit Rescher als 2. Vorsitzende und Kathleen Lüttge, Schriftführerin), gaben CDU-Fraktionschef Horst Frommer und Mitglied Sonja Burmester gern an die Plauer Bürger weiter: „Die Stammtischgäste wissen, dass das Geld aus unserer Spendentombola immer an Plauer Einrichtungen geht, und deshalb geben sie gern. Wir brauchten das Geld nur einzusammeln.“

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