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Ein herz für Tiere : Plauer Tierstation geht neue Wege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Seit 1. Januar leitet Pauline Vetterick die Einrichtung am Rande des Luftkurortes hauptamtlich. Entscheidung über geplanten und notwendigen Neubau fällt in Kürze

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erstellt am 26.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Die Uhr tickt. Doch sie läuft nicht gegen die Plauer Tierstation. Zwar steht fest, dass die Einrichtung, die sich um herrenlose, ausgesetzte, verwahrloste und vernachlässigte Hunde und Katzen kümmert, zum 31. Dezember 2018 Haus, Hof und Ställe in der Güstrower Chaussee räumen muss. Denn der Eigentümer hatte schon vor einiger Zeit Eigenbedarf angemeldet. „Uns bleiben jedoch zwei Jahre für eine neue Lösung“, sagt Achim Jahnke, Vorsitzender der Tierschutzvereins Plau am See.


Standortsuche bedingt gravierenden Wandel


Seit April 2016 ist Jahnke Vereinschef. Und der Württemberger steht für Wandel. „Den brauchen wir dringend, sonst ist hier in zwei Jahren definitiv Schluss“, sagt er. Das will niemand im Verein. Die Mitglieder, von denen viele ehrenamtlich auch in der Tierstation arbeiten, wollen die Einrichtung, die sehr wichtige Arbeit leistet, um jeden Preis erhalten.

Die Suche nach einem neuen Standort war inzwischen erfolgreich. Ein knapp zweieinhalb Hektar großes, unbebautes Areal im Gewerbegebiet Appelburg könnte die neue Adresse werden. „In Kürze werden wir dort einen Ortstermin mit allen beteiligten Behörden und Institutionen haben. Es muss noch geprüft werden, ob dort der Neubau eines Tierheimes möglich ist“, räumt Achim Jahnke ein. Von Seiten der Stadt, sprich also baurechtlich, gäbe es keine Einschränkungen. Entscheidend werden andere Belange, nämlich Emissions- und Umweltschutz, sein. Wie schwer die wiegen, haben die Plauer schon ein ums andere Mal erfahren. „Wir hatten uns intensiv auch nach anderen Grundstücken und Immobilien umgesehen. Immer scheiterte es an der Nähe zu Wohngebieten“, so Jahnke.

Plaus Tierschützern ist klar, dass der Neubau – der voraussichtlich 750  000 Euro kosten wird – nur dann kommen kann, wenn dem ehrgeizigen Projekt eine solide Kostenplanung zugrunde liegt. Und sie sind optimistisch. Eigenkapital, Spenden und Zuschüsse - das sollen die drei Pfeiler sein, auf denen das Projekt fußt. Hauptträger der Finanzierung: Das Land und der Deutsche Tierschutzbund. Nicht vorgesehen seien Kredite, da die über einen sehr langen Zeitraum bedient werden müssten, „wozu wir womöglich nicht in der Lage sein werden. Jedoch denken wir über die Gründung einer Stiftung nach“, sagt Jahnke.

Landkreisweit gibt es weitere Tiervereine und es gibt Tier-pensionen. Ein Tierheim wie das der Plauer gibt es kein zweites. Die würden deshalb künftig gern landkreisweit zuständig. Was man sich ähnlich vorstellen kann wie den Schullastenausgleich. Den zahlen Nachbargemeinden an Schul-trägergemeinden für die Beschulung ihrer Kinder. Vertraglich ließe sich analog die Unterbringung herrenloser Tiere regeln.

Eingangs sprach der Vereinsvorsitzende vom Wandel, den es braucht, um das Tierheim zukunftsfähig zu machen. Die erste gravierende Veränderung gab es bereits vergangenen Oktober. Damals wurde Pauline Vetterick als Mitarbeiterin im Tierheim eingestellt. Seit dem 1. Januar ist die junge Rostockerin nun die Leiterin. Und sie ist die erste hauptamtlich Angestellte in diesem Job. „Es gab weitere Bewerbungen, aus den eigenen Reihen, von Leuten, die aus Viehhaltung oder Geflügelzucht kamen“, räumt Jahnke ein. Für die 23-Jährige hätten sich die Plauer in erster Linie aus drei Gründen entschieden: Sie hat eine abgeschlossene Ausbildung als Tierpflegerin, sie ist jung und sie wird den Verein in der Phase des Tierheimneubaus fachlich begleiten.

Pauline Vetterick, die die Probezeit mit Bravour bestanden hat und Neuerungen auch gegen anfängliche Widerstände der alten Vereinshasen durchzusetzen weiß, freut sich: „Wo ich vorher gearbeitet habe, war Meinung nicht gefragt. Hier kann ich mich einbringen, eigene Entscheidungen treffen und ich kann den Wandel mitgestalten. Das ist eine tolle Chance.“


Mehr Festangestellte und junge Leute


Neben der hauptamtlichen Leiterstelle will der Plauer Verein in Kürze noch zwei weitere Stellen schaffen - über Förderprogramme/Spenden finanziert. „Mit nur ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern werden wir die Arbeit in der Station auf Dauer nicht bewältigen können. Wir brauchen Festangestellte und wir brauchen mehr junge Leute. Trotzdem, das muss ich einfach betonen, unsere Ehrenamtlichen bleiben für die Einrichtung und die Tiere unverzichtbar“, so Jahnke.

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