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Akzeptanz wächst nicht mit der Entfernung : Plauer schließen Ausstieg nicht aus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bürgermeister Reier: „Wenn der Kreisverband keine Lösung findet, machen wir unsere eigene Feuerwehrtechnische Zentrale “

von
erstellt am 16.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Die Diskussion um die Zukunft der Feuerwehrausbildung ist heiß, die um die Standorte der Feuerwehrtechnischen Zentralen noch heißer. Ausbildung soll weiter in Hagenow und Dargelütz erfolgen, als technische Zentrale bliebe nur Hagenow. Aufgrund des immensen Sanierungsstaus spielt Dargelütz in den strategischen Überlegungen des Dachverbandes der Feuerwehren im Landkreis keine Rolle. Feuerwehren, Bürgermeister wie Gemeindevertreter aus der Parchimer und Lübzer Region kritisieren die aktuellen Pläne scharf.

In diese längst öffentlich geführte Diskussion mischt sich jetzt auch Plaus Bürgermeister Norbert Reier ein: „Seit der Fusion mit Ludwigslust sind wir der zweitgrößte Landkreis Deutschlands. Viel Fläche bei wenig Einwohnern. Da muss für unsere ehrenamtlich arbeitenden Feuerwehren flexible Unterstützung doch möglich sein.“ Mit flexible meint Reier in erster Linie, dass eine Zentrale für feuerwehrtechnische Dienstleistungen Serviceeinrichtung für die Feuerwehren sein müsse. Es könne nicht sein, eine solche wichtige Stelle an nur einem Standort zu vorzuhalten, weil das vielleicht die Arbeit der Geschäftsführerin einfacher mache. „Die FTZ muss für die Feuerwehren und ihr technisches Equipment da sein, nicht umgekehrt“, so Reier.

Gut erinnert sich Plaus Bürgermeister an die Situation vor 2011 - an jene Zeiten, als der Altkreis Parchim bei seiner Zentrale in Dargelütz noch den Hut auf hatte. „Damals wurde Kartei geführt. Und wenn die Wehren auf den Hof fuhren, wussten die Mitarbeiter genau, was an Fahrzeugen und technischen Geräten zu machen war.“

Inzwischen hat der Kreisfeuerwehrverband die FTZ übernommen und bewirtschaftet sie. Die Parchimer Kartei sei nicht übernommen worden. Wenn heute also Fahrzeuge auf den Hof rollen, sei noch völlig unklar, wo der Schuh drückt.

Für den Fall, dass der technische Service in Dargelütz komplett eingestellt wird, befürchtet nicht nur Reier massive Probleme, da die Feuerwehren aus dem Einzugsbereich des Altkreises Parchim dann wesentlich längere Wege fahren müssten. In Reiers Augen sei das viel zu kurz gedacht und unverantwortlich. Was und wem nutze es, wenn FTZ-Geschäftsführung und -mitarbeiter ein bequemeres Arbeiten haben, vielleicht auch kostengünstige Synergieeffekte erzielt werden, wenn den Feuerwehren in den Städten und Gemeinden die Kameraden weglaufen. „Denn man darf bei allen Strukturveränderungen nicht vergessen, dass die Kameraden ihren Dienst bei den Wehren ehrenamtlich machen“, sagt Norbert Reier. Die Zeit, die sie auf ihrem Tagesausflug zur Technischen Zentrale auf der Straße vertrödeln, sei schließlich entweder ihre Freizeit oder wenn nicht das, fehlen die Kameraden ihren Arbeitgebern.

„Wir fordern eine mobile Lösung für die Prüfungen. Und wenn die FTZ dafür, wie bereits moniert, zwei Fahrzeuge anschaffen oder Aufgaben an private Unternehmen auslagern muss, dann ist das so. Beim Beharren auf nur einem zentralen Standort wären so aber die Kameraden entlastet. Alles andere ist nicht zielführend“, so der Verwaltungschef. „Wenn die FTZ das Problem nicht löst, schaffen wir unsere eigene Zentrale, soweit sind wir mittlerweile.“

Reier, der mit seiner Meinung in der Region nicht allein steht, wirft der Feuerwehrtechnischen Zentrale vor, bei dieser Problematik mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Mehr noch, man müsse unterstellen, dass der Standort Dargelütz ganz bewusst runtergewirtschaftet wurde.

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