Belange Älterer : Plauer „Oldies“ wollen mitgestalten

Der Plauer Seniorenbeirat: v.v.l. Nanni Erbe, Annemarie Wollert, Brigitte Wolf, Diethard Hendriok (Stellvertretender Vorsitzender); h.v.l. Sabine Bredfeld, Rainer Nissler (Vorsitzender), Wolfram Nehls.
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Der Plauer Seniorenbeirat: v.v.l. Nanni Erbe, Annemarie Wollert, Brigitte Wolf, Diethard Hendriok (Stellvertretender Vorsitzender); h.v.l. Sabine Bredfeld, Rainer Nissler (Vorsitzender), Wolfram Nehls.

Senioren legen der Stadt ein Konzept vor, das den Luftkurort innerhalb von fünf Jahren zur seniorenfreundlichen Stadt machen soll

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10. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Seniorenbeiräte, also ehrenamtliche Gremien, die sich für die Belange der Älteren und die Durchsetzung angemessener manchmal auch längst überfälliger Forderungen einsetzen, sind in vielen Kommunen oft nicht mehr als eine Randerscheinung. Anders in Plau. Seit 1993 ist der Seniorenbeirat hier schon aktiv, arbeitete über viele Jahre in unterschiedlichen Konstellationen mit delegierten Vertretern, bis er im letzten Sommer erstmals demokratisch gewählt und im September von der Stadtvertretung legitimiert wurde.

Und Hände in den Schoß legen, ist hier nicht üblich. Der Beirat mit Dr. Rainer Nissler und Diethard Hendriok an der Spitze hat in den vergangenen Monaten eine Konzeption erarbeitet. Ziel dieser ist es, in Plau am See binnen der nächsten fünf Jahre die Kriterien für eine „Seniorenfreundliche Kommune“ zu erfüllen. Fünf Jahre deshalb, da aus Sicht des Seniorenbeirates dafür noch manches zu tun ist. Dieser Zeitraum wurde aber auch deshalb gewählt, da das Sozialministerium den Titel nur einmal pro Wahlperiode ausschreibt.

„Bei der nächsten Ausschreibung wollen wir mit dabei sein, und wir halten die Erfolgsaussichten für sehr real“, so Rainer Nissler. Zumindest, wenn es ihnen gelingt, kommunalpolitisch mehr Gewicht zu bekommen. Ihre Konzeption, die sich auf vorgegebene Kriterien des Sozialministeriums konzentriert, wollen sie schon am Mittwoch kommender Woche, 17. Dezember, mit Bürgermeister Norbert Reier diskutieren. „Uns“, sagt Dr. Rainer Nissler, „geht es darum, dass wir Senioren uns stärker in das Gemeinwesen einbringen wollen. Wir wollen Vorreiter sein und fühlen uns auch legitimiert.“ Legitimiert nicht nur wegen lebenslang erworbener Erfahrungen. Vielmehr ginge es darum, Senioren relevante Themen stärker in den Fokus zu rücken. Etwa wenn es um die Barrierefreiheit in der Stadt geht oder um ausreichend alten- und behindertengerechten Wohnraum, die ambulante Pflegesituation oder auch die Tagespflege. „Um hier die Situation spürbar zu verbessern, haben wir uns auf Wunsch und Not Betroffener nachdrücklich gekümmert“, nennt Nissler ein Beispiel, wo der Seniorenbeirat aktiv geworden ist. Ihm gelang es, eine private Betreiberin der Tagespflege aus Charlottental für den Ortsteil Karow und die Volkssolidarität Parchim für eine Plauer Tagespflegeeinrichtung zu gewinnen. Baubeginn ist 2015. „Die Stadtverwaltung griff gern unsere Initiative auf“, sagt Nissler und sieht darin „ein gutes Zeichen für eine künftige Kooperation zwischen dem Seniorenbeirat im Ehrenamt und örtlichen Entscheidungsträgern“.

Schon oft hat der Seniorenbeirat die demografische Rechnung für Plau aufgemacht. Bei einem momentanen Altersdurchschnitt von 47,6 Jahren steht zu erwarten, dass bis zum Jahr 2025 die Zahl der über 60 bis 74-Jährigen bei knapp 30 Prozent, die der über 75-Jährigen bei über 16 Prozent liegen wird. Und das lässt den Schluss zu, dass im Jahr 2030 in Plau am See etwa 45,7 Prozent älter als 75 sein werden. Plau – wie auch andere Städte – altert. Das sind noch 26 Jahre und die sind politisch wie kommunalpolitisch ein unvorstellbarer Zeitraum. Niemand kann sagen, wie sich der Luftkurort bis dahin entwickeln wird. „Aber schon heute können wir einiges dafür tun, dass das Leben und Wohnen in Plau auch dann noch für die ältere Generation erstrebenswert ist. Und dabei wollen wir gern mithelfen“, so Rainer Nissler.

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