Luftkurort auf Welttour : „Plauer Eiche“ als Exportschlager

Gestern bei der Übergabe des Regional-Dekors „Plauer Eiche“ : Hendrik Hecht, Swiss Krono, Falko Meineke und Martin Doller, beide Hai-Live e.V., und Plaus Bürgermeister Norbert Reier.
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Gestern bei der Übergabe des Regional-Dekors „Plauer Eiche“ : Hendrik Hecht, Swiss Krono, Falko Meineke und Martin Doller, beide Hai-Live e.V., und Plaus Bürgermeister Norbert Reier.

Pfiffige Werbestrategie für die Region: Laminathersteller aus Heiligengrabe schickt Regional-Dekore seit Jahresbeginn auf Weltreise

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03. Februar 2018, 05:00 Uhr

„Plauer Eiche“ als Exportschlager auf Welttour – das klingt nicht nur toll. Es ist Teil der Vermarktungsstrategie der Swiss Krono Tex GmbH & Co KG in Heiligengrabe (Prignitz). „Plauer Eiche“ steht hier natürlich nicht für die Riesen im Plauer Stadtwald. Vielmehr ist es die Bezeichnung für ein ganz neues Laminat-Regional-Dekor, das Bestandteil der 350 Dekore umfassenden neuen Kollektion 2018/19 des weltweit größten Laminatproduzenten Swiss Krono ist und in mehr als 90 Länder verkauft wird. „Unser Export kennt praktisch keine weißen Flecken, wir beliefern alle europäischen Länder, Osteuropa, Russland aber auch in so exotische Destinationen wie Chile, Australien oder Kanada“, so Hendrik Hecht, Vorsitzender der Geschäftsführung.

2017 hatte das Unternehmen im Vorfeld des Tages der offenen Tür im Juni zusammen mit regionalen Zeitungen die Bürger aufgerufen, ihre beliebtesten Ausflugsziele in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Prignitz und Ostprignitz-Ruppin zu wählen. Die Sieger sollten Namensvetter für ein Laminat-Dekor werden. Plau war einer der Sieger, weshalb in Heiligengrabe nun seit Beginn des Jahres die „Plauer Eiche“ vom Band läuft. Daneben entstand auch ein Dekor „Kunsterspringer Kiefer“ und ein Dekor „Elbe Eiche“. Mit den Regional-Dekoren möchte das Unternehmen Swiss Krono seine Verbundenheit zur Region rund um das Werk in Heiligengrabe am Autobahndreieck Wittstock/Dosse zeigen. Und schickt mit seinen Produkten ein gutes Stück unserer Region auf Weltreise: Jedem Laminatpaket mit einem Regional-Dekor wird ab Werk ein spezieller Produktflyer beigelegt, der die Käufer auf Deutsch und Englisch über den jeweiligen Ort und seine touristischen Angebote informiert. „Auf dem Flyer findet der Kunde so auch in einem Kartenausriss die Lage, wichtige Internetadressen und natürlich Fotos. Wir hoffen, dass die Flyer aufmerksam gelesen werden und viele unserer zufriedenen Kunden bald auch als Touristen zu Ihnen kommen“, erklärt Henrik Hecht die Idee hinter den Regional-Dekoren und übergab seine „Plauer Eiche“ an Plaus Bürgermeister. Mehr internationale Gäste fände er sehr gut, räumte Norbert Reier ein. Der Luftkurort, der bei stabil 460 000 Übernachtungen jährlich liege (und damit die Hälfte aller Übernachtungen im Landkreis hält) verzeichne derzeit ein bis zwei Prozent. „Ich finde ihre Idee ganz hervorragende, vor allem, weil sie das Zeug für viele Synergien hat“, sagte Reier und bedankte sich bei Henrik Hecht für die weltweite Vermarktung des Namens „Plau“.

Der Holzplattenhersteller hat seine Produktion an vielen Stellen automatisiert. Trotzdem ist er Arbeitgeber für gut 800 Beschäftigte. Mehr als 90 Prozent von ihnen sind in einem Umkreis von 50 Kilometern zuhause. In Heiligengrabe stellen diese übrigens täglich rund 150 000 Quadratmeter Laminatböden her. „Von der ,Plauer Eiche’ waren es bisher 2000 Quadratmeter, von denen 300 verkauft sind“, sagte Hecht. „Aber wir haben auch erst Januar und unsere neue Kollektion ist gerade angelaufen. Tatsächlich haben wir die große Hoffnung, dass das Dekor ein Renner wird. Warum? Eiche ist schließlich hot.“

Der Geschäftsführer des Swiss Krono Werks in Heiligengrabe, der Plau aus eigenem Urlaubserleben kennt – vor allem wasserseitig – bedankte sich seinerseits bei den Plauern. Extra dafür hatte er „eine Kleinigkeit“ mitgebracht. Einen Scheck über 500 Euro für den Plauer Hai-Live e.V., jenen Verein, der Segeln für Menschen mit Handicap auf dem Plauer See möglich macht und hier ganz eng mit der Rehaklinik von MediClin zusammenarbeitet. „Gerade haben wir uns entschlossen, zwei unserer Kielyachten mit Selbstwende-Focks auszurüsten. Den Umbau kriegen wir mit unseren versierten Leuten selbst hin. Aber für den Materialeinsatz können wir die Spende sehr gut gebrauchen“, freut sich Falko Meineke, der Finanzer bei Hai-Live, über den unverhofften Geldsegen.

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