Schadensbeseitigung : Plau räumt auf am Tag nach der Regenflut

Morgendliche Bader, wie Familie Kuhfeldt müssen durch den tiefen Graben gehen.
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Morgendliche Bader, wie Familie Kuhfeldt müssen durch den tiefen Graben gehen.

Wassermassen spülen Straße in Seenähe bis zu 80 Zentimeter tief weg / Autos können nicht von den Grundstücken fahren

svz.de von
31. Juli 2014, 23:00 Uhr

Der Tag nach der Plauer Regenflut vom Mittwoch (SVZ berichtete gestern) war den Aufräumungsarbeiten vorbehalten. Vor allen in der Kantor-Ehrich-Straße und den anliegenden Seitenwegen zum See gab es viele Schäden. Die Feuerwehrkameraden hatten Mittwoch bis in den Nachmittag hinein zu tun, konnten aber nichts gegen die Wassermassen ausrichten. So konzentrierten sie sich auf das Auspumpen mehrerer Keller. „Dabei hatten wir eigentlich noch mit den Aufräumungsarbeiten des Sturms von vor zwei Wochen zu tun, Die Rad- und Fußgängerwege sind frei. Aber von der Silbermühle bis zum Badestrand liegen noch Pappeln“, erzählt Roland Tackmann, der neben seiner Tätigkeit im Plauer Bauhof der Wehrführer der Seestadt ist.

Die Kantor-Ehrich-Straße im Heidenholz ist auf etwa 100 Metern Länge zwischen dem Ferienpark und der Klinik unpassierbar. Roland Tackmann und weitere Mitarbeiter des Bauhofes fahren Kipperweise Asphalt-Recyclingmaterial heran. „Das geht schon in die Tonnen, bis zu 70 Zentimeter tief hat das Wasser hier die Straße weggespült“, erzählt Tackmann. Tonne für Tonne verschwindet in dem langen Krater und mit dem Rüttler wird der Bereich anschließend verfestigt.

Nicht anders sieht es in den Seitenwegen zum See hinunter aus. Wie kleine Leuchttürme ragen die Schiebergestänge aus dem bis zu 80 Zentimeter tiefen Graben. „Diese sind total verbogen und müssen komplett erneuert werden“, sagt ein Mitarbeiter der Firma Dau vor Ort. Dabei ist alles relativ neu, die Leitungen kamen im vergangenen Jahr in den Boden und die Schieberkappen wurden in diesem Jahr neu eingebaut.

„Die Kraft des Wassers sollte man nicht unterschätzen. Das war wie ein reißender Fluss“, meint Familie Kuhfeldt, die gerade vom morgendlichen Baden im Plauer See zurück kommt. Vor vier Jahren war es schon einmal unterspült, „aber nicht so heftig wie jetzt“ erinnert sich die Familie, die seit über 40 Jahren hier wohnt. Sie und viele andere Anwohner und Feriengäste hoffen, dass die Arbeiten zügig abgeschlossen werden können. „Schließlich kann keiner von uns mit seinem Auto vom Grundstück. Zum Einkaufen geht es mit dem Fahrrad, aber alles andere geht nicht“, heißt es. Als eine mögliche Ursache sehen etliche Anlieger die Gestaltung des benachbarten Ferienparks. Gegenüber der überfluteten Straße befindet sich ein Streichelzoo, dessen Huftiere den kleinen und abschüssigen Waldboden komplett verfestigt haben und „so wird das Wasser nicht aufgenommen, sondern fließt in die Straßen und Wege und reißt alles mit sich“, war gestern zu hören. Auf Grund dieser Tatsache müssten die Wege hier besser verfestigt werden, vielleicht mit Rasensteinen, lautet einer der Vorschläge.

Wie die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Plau Sabine Henke mitteilt, sind Mitarbeiter des Bauamtes und des Bauhofes in der ganzen Stadt unterwegs, um die Schäden aufzunehmen. „Auch über mögliche Veränderungen, wie Verrohrungen, Schaffung von Gräben bzw. deren Freimachung, werden wir reden“, sagt die amtierende Bürgermeisterin. Über die möglichen Kosten konnte sie gestern noch keine Angaben machen, „aber wir werden Anträge auf Unterstützung an das Innenministerium stellen“, so Henke.



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