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Resümee gezogen : Plau bleibt auf Mittelalter abonniert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Nach Erfolg des historischen Spektakels auf der Burg schmieden Organisatoren Pläne für 2015 / Sie sehen großes Potenzial

von
erstellt am 11.Aug.2014 | 20:30 Uhr

Besser hätte die Premiere für den Plauer Mittelalter-Spaß nicht laufen können. Olaf Schulz ist überaus zufrieden: „ An den drei Tagen hatten wir schätzungsweise dreieinhalbtausend Besucher. Für eine erste Veranstaltung ist das sehr ordentlich, und ich bin mir sicher, die wunderschöne Anlage hier in Plau hat noch sehr viel mehr Potenzial.“

Vor allem deshalb stellt sich für den Neu-Plauer, der mit seiner Frau und Mitstreiterin Ulrike erst im März vergangenen Jahres nach Mecklenburg kam und die Organisation des Spektakels quasi über Nacht in die Hand nahm, nicht die Frage, ob es ein nächstes Mal geben wird. Das wird es. Die Frage ist vielmehr wann (wahrscheinlich 24. bis 26 Juli) und die Frage ist auch, wie wird dann der Rahmen sein. Schon jetzt hat Olaf Schulz, der seit 20 Jahren im Mittelalter-Geschäft zuhause ist, Visionen für Plau. Von einem noch größeren Spektakel für die ganze Familie sowieso. „Wer das Fest besucht hat, hat ganz sicher bemerkt, dass genau hier unser Fokus liegt“, sagt Schulz. Künstler, Darsteller, Akteure – auf seinen Festen sind die in aller Regel so gestrickt, dass sie sich Zeit nehmen für die Besucher, speziell für die kleinen Gäste. „Seifenhersteller, Buchenbinder, Filzer, Schmied… – was wir bieten, ist erlebte Geschichte. Und ich möchte, dass die Kinder sehen, unter welchen Mühen die Menschen vor hunderten von Jahren ihre Waren herstellten, wie die Menschen gelebt haben. Denn nur dann lernen sie die heutige Situation zu wertschätzen.“

Der Aufwand, den das Organisatoren-Duo auch künftig für Familie und Kinder treiben möchte, wird also nicht kleiner. Er wird größer werden. Von vielem werden natürlich auch die Großen profitieren. Zum einen wird schon in den kommenden elf Monaten intensiv am Programm gefeilt. „Weil wir ganz klar schon im kommenden Jahr einen drauf setzen wollen“, kündigt Schulz an. Andererseits träumt Schulz davon, 2015 eine Kulisse an die Plauer Burg zu zaubern, die dem echten Mittelalter Konkurrenz macht. Im Detail funktioniert das natürlich nicht, es gibt schließlich Normen und Regeln, an denen die Organisatoren weder vorbei kommen noch vorbei wollen. „Wir werden das ganze Areal aber noch viel mehr ausschmücken“, schwärmt Schulz. Wappen, Fahnen, Wimpel, Banner – der zweite Mittelalterspaß in Plau soll definitiv sehr viel bunter und damit auch um einiges authentischer werden. „Hundert Prozent Mittelalter werden wir nie erreichen“, lacht Olaf Schulz und erklärt auch warum: „Ein richtig historischer Mittelaltermarkt ist gähnend langweilig. Da kann man nichts anfassen, erst recht nichts ausprobieren. Deshalb ist unsere Idee ja auch, mit Mittelalter zu unterhalten. Und darum auch Mittelalter-Spaß.“

Normalerweise werden Feste wie das jüngste in Plau im Laufe eines Jahres organisiert. Nach dem Fest ist quasi vor dem Fest. Da die Schulzes erst im März vergangenen Jahres nach Plau kamen, sich das Event aber schon für den folgenden Sommer vorgenommen hatten, mussten sie wohl oder übel einen Schnellschuss machen. Dass der traf, weiß man jetzt. Dass der treffen konnte, lag aber auch an der Unterstützung der Stadt, die das Event schnell und unkompliziert genehmigte, und am Stadtmarketing, das unter die Arme griff. „Es war unser Glück, denn hier in Plau hatte man lange schon nach einem Veranstalter gesucht.“

Gerade der Süden Deutschlands hat Burgen, die sind größer, geschichtsträchtiger und umfangreicher erhalten. „Plau aber ist eine richtige Perle und mit ihrem Burgturm, dem Burghof und dem Außengelände wie gemacht für unsere Veranstaltung“, sagt Olaf Schulz. Er sei sich sicher, dass sich hier am Standort die Besucherzahlen mittelfristig verdoppeln werden.

Froh sind die Veranstalter über das Abflauen der Diskussion um die Eintrittspreise. Verstehen können sie sie nicht: 400 Darsteller, 120 Künstler, drei Tage hochwertiges Programm – all das sei für Lau nicht zu haben. „Wenn man allein den Aufwand sieht, den die Ritter betreiben“, sagt Olaf Schulz. Der muss honoriert werden, genau wie die Arbeit der Künstler, der Handwerker und Schausteller, die allein durch ihr Fachwissen viel zum Unterhaltungswert beitragen, mit Gagen abgegolten werden muss.

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