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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 16:13 Uhr

Hilfe im Alter : Pflege für Menschen interessiert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Große Resonanz auf Suche des Jugendfördervereins Parchim/Lübz nach ehrenamtlichen Helfern / Allgemeinheit oft schlecht informiert

von
erstellt am 10.Jan.2015 | 22:00 Uhr

„Pflegelotse“ nennt sich ein seit 2014 laufendes Projekt des Jugendfördervereins Parchim/Lübz, das über Möglichkeiten von Pflege informiert sowie Betroffenen selbst und Verwandten Rat gibt, wenn sie selbst beziehungsweise Familienmitglieder plötzlich schwer erkranken und nicht mehr ohne Hilfe leben können. Um das Thema möglichst auch in kleineren Kommunen keine Ausnahme mehr sein zu lassen, wurde ein Aufruf gestartet, auf den hin sich unerwartet viele Freiwillige meldeten, die auf Dörfern Ansprechpartner sein möchten. Angelika Lübcke, Leiterin des Projektes in unserem Raum, ist begeistert: „Super! Mit solch einem Zuspruch haben wir nie gerechnet. Bis dato liegen mir 13 feste Anmeldungen vor, darunter auch eine von einem Mann und mehrere aus kleinen Kommunen.“ Teilweise arbeiten die künftigen Berater noch, einige sind schon Rentner. „Querbeet, auch eine Pastorin ist dabei“, sagt Angelika Lübcke. Mitte Februar soll es für alle Informationsveranstaltungen in Parchim und Lübz geben, ab Anfang März folgen jeweils sonnabends drei Schulungen à sieben Stunden. Anschließend können die Berater ihren Einsatz individuell gestalten. Wenn ein Bewohner einer kleinen Gemeinde Ansprechpartner ist, bestehe der große Vorteil darin, dass die Hemmschwelle, ihn als ersten Schritt anzusprechen, nicht so hoch sei: „Man kennt sich im Dorf sehr oft. Viele tun sich schon deshalb schwer, zu öffentlichen Stellen zu gehen, weil ihnen dort eine unbekannte Person gegenübersitzt.“

Zu den von den Beratern gegebenen Erstinformationen gehören unter anderem die Auskünfte, wo es überhaupt Hilfe gibt und wann man eine Pflegestufe beantragen kann. „Im Landratsamt in Parchim ist zum Beispiel ein Pflegestützpunkt ansässig, der gut berät. Wir informieren darüber, dass es unter anderem ihn, die Sozialberatung im Krankenhaus, die Betreuungsbehörde ebenfalls beim Kreis sowie Betreuungsvereine gibt und wo man Pflegedienste/Pflegeheime finden kann“, sagt Angelika Lübcke.

Pflegebedürftigkeit ergebe sich oft zum Beispiel nach einem Schlaganfall von heute auf morgen, schlage ein wie eine Bombe. Angehörige seien dann oft überfordert. Wenn eine Pflegestufe bewilligt wurde (je nach Stärke der Erkrankung in drei Ebenen, bei Demenz zusätzlich die 0) und der Betroffene zuhause bleiben soll, gibt es dafür Geld – für fremde Leistung etwa durch einen Pflegedienst oder/und für einen Angehörigen, der die Versorgung selbst übernimmt. „Ohne einem Anbieter eine böse Absicht zu unterstellen: Manchmal werden dann leider Verträge unterschrieben, ohne genau informiert zu sein“, so Angelika Lübcke. „Deshalb sollte man genau aufpassen und alles vorher durchrechnen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Wenn ein Pflegedienst beispielsweise fünfmal am Tag kommt, wird das zur Verfügung stehende Pflegegeld mit ziemlicher Sicherheit nicht ausreichen.“

Seit diesem Jahr gelten neue Pflegesätze. Es gibt vier Prozent mehr Geld. Bei Stufe drei (schwerstbedürftig, zuhause kaum vollzogen) etwa 728 Euro im Monat, wenn Angehörige die Versorgung allein übernehmen. Ein Pflegedienst bekommt in diesem Fall mit genau 1612 Euro gut doppelt so viel. „Wenn er diese Summe beispielsweise nur zu 80 Prozent ausschöpft, bekommt der Angehörige 20 Prozent des Pflegegeldes, bei 50 Prozent die Hälfte. Bei dieser Kombi-Pflege genannten Form, die auch beantragt werden muss, stehen immer 100 Prozent zur Verfügung“, erklärt die Projektleiterin.

Wer Interesse daran hat, als „Pflegelotse“ zu arbeiten, kann sich beim Jugendförderverein Parchim/Lübz e.V., ansässig im Mehrgenerationenhaus in der Lübzer Schulstraße 8, oder unter Telefon 03 87 31/ 4 78 33 beziehungsweise per E-Mail melden: luebcke@jfv-pch.de Ansprechpartnerin ist Angelika Lübcke.

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