Sicherheit : Personalnot bei der Wasserwacht

<p>Wichtiger Job: Rettungsschwimmer.Christine Mevius</p>

Wichtiger Job: Rettungsschwimmer.Christine Mevius

Ab Juli will und muss das DRK vier Bäder täglich absichern. Das Problem: Rettungsschwimmer fehlen

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30. Juni 2016, 21:00 Uhr

Die Vorsaison ist vorbei,  jetzt  geht es aufs Ganze: Ab  Juli – also ab heute –  will und muss  die DRK-Wasserwacht  den Badebetrieb   am  Seehofer Strand, am Wockersee in Parchim, in der  Plauer Badeanstalt und  an der Bootsstation  Plau absichern.  So   ist es mit den Kommunen vertraglich vereinbart. Christine Arnhold, beim DRK-Kreisverband Koordinatorin  fürs Ehrenamt  und zuständig für die Dienstplanung  der  Wasserwacht, sieht  allerdings Probleme.  „Bei  momentan 20 Rettungsschwimmern  wird das  schwierig“,  sagt sie unumwunden.  Die Vorsaison, in der  nur Wochenenden  vakant sind,  war nicht das Problem. Ab sofort  müssen Brücken und Wachtürme  jedoch auch in der Woche  besetzt sein. Die  ganze Saison  hindurch.  „Der Großteil unserer Leute  arbeitet“, sagt  Christine Arnhold, „steht  in der Woche  also nicht   zur Verfügung.“   Manche verbringen  tatsächlich  auch  ihren Urlaub   auf der Brücke und bieten Schwimmausbildung an.  Christine Arnhold  findet  soviel Engagement  natürlich  großartig. Das Problem der Wasserwacht  sei damit  jedoch  nicht gelöst. „Im Bad  am Wockersee  haben wir eine fertige Abiturientin, die  die Wartezeit bis zum Studium überbrückt. Da  brauchen wir uns keine Gedanken  zu machen.“ Eng werde es in   Plau und Seehof.  Ebenso setze die DRK-Wasserwacht     alles daran,    den Schwimmunterricht für  Schulen in Passow,  Parchim, Sternberg und Goldberg abzusichern. „Der ballt sich  im  Juli. Doch machen  wir ihn nicht, haen  wir  womöglich  60, 70 Nichtschwimmer mehr, um die  sich die Eltern  in den nächsten Wochen sorgen und auf die  wir  noch mehr aufpassen  müssen“, sagt Christine Arnhold.

Tatsächlich ist die  angespannte personelle Situation bei den Ehrenamtlern  für das DRK  nicht neu.  „Freiwillige Rettungsschwimmer  zu finden, wird   immer schwieriger“,   räumt die Ehrenamtskoordinatorin ein.  Sie selbst ist seit vielen Jahren    sowohl  Rettungsschwimmerin als auch Ausbilderin  bei der Wasserwacht und weiß um  die Wichtigkeit.  Und genau deshalb kann sie es nicht verstehen, dass es Interessenten  bei dem zugegebenermaßen riesengroßen Portfolio des DRK-Kreisverbandes  zumeist  in den  Charity-Shop   oder    zum  Betreuungs- und Sanitätszug  zieht.   Sie könne sich  gut  auch eine Mittfünfzigerin als Rettungsschwimmerin am Strand vorstellen.

Das DRK geht  in die Offensive, will  für diese Saison Leute  gewinnen.  Für  ein tiefgründiges Schwimmtraining   bleibt keine Zeit mehr.  Aber  das DRK   möchte Interessenten, die wenigstens 18 Jahre  alt und  versierte Schwimmer  sind, noch für die gerade beginnende  Saison  fit machen.  Crashkurse in Theorie, Wiederholungslehrgänge für Leute, die den Rettungsschwimmer  schon mal  gemacht haben,  über Jahre aber „Schläfer“ waren, Ausbildungen  an zwei Wochenenden – vieles ist möglich. Und sofern die Verpflichtung steht, danach  für die Wasserwacht tätig  zu sein, auch  kostenfrei.     Vollverantwortlich  würden die Rettungsschwimmer  sechs  Euro die Stunde, 25 Cent pro Kilometer  und  bei fünf Tagen  Dienst in der Woche   einmalig auch  DRK-T-Shirt und  Shorts erhalten.

Die  momentane Personalnot bedingt  Flexibilität beim Einsatzort,  betont Christine Arnhold  an dieser Stelle.   Für das Sternberger Bad hatte der DRK-Kreisverband   einen  hauptamtlichen Rettungsschwimmer ausgeschrieben.  Und mittlerweile  auch  einen gefunden. Da die Aufsicht  in Sternberg  inzwischen an  den ASB  ging,  ist nun  geplant,   diese Stelle nach Plau  zu holen  bzw.  flexibel  nach Lücken im Dienstplan zu   besetzen. Ein Führerschein wäre  also Bedingung,  wobei   eine Lösung  gefunden  würde, falls  kein eigenes Fahrzeug zur Verfügung steht.

Lust? Dann melden bei der Koordinatorin unter 0162-2605287 oder christine.arnhold@drk-parchim.de

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