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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

26. September 2017 | 11:00 Uhr

Goldberg radelt : Pedalritter kämpfen für freie Heide

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Rundfahrt um Goldberger See erinnert an alte Forderung: Eines Tages soll Schwinzer Heide komplett frei und gefahrlos begehbar sein. Dafür radelten die Goldberger in diesem Jahr bereits zum 25. Mal.

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 10:15 Uhr

Einmal einen einst verbotenen Weg rund um den Goldberger See zu befahren – für die Einwohner hat das am Vorabend des 1. Mai Tradition. Auch in diesem Jahr, zum 25. Jubiläum der Radtour und des Mauerfalls, trafen sich dazu rund 70 Radler auf dem Schützenplatz der Mildenitzstadt, um dann in Richtung Wendisch Waren zu fahren. „Um nicht zu lange auf der Bundesstraße zu fahren, haben wir einen Schlenker über Finkenwerder gemacht und dann ging es über die Mildenitz in den Wald bei Wendisch Waren. Schon ab hier war einst der Weg aus militärischen Gründen gesperrt, zumindest zu den Schießzeiten. Denn im Bereich Schwinzer Heide befand sich der Schießplatz der damaligen Volksarmee. Der Bereich wurde dann, um so näher man der eigentlichen militärischen Bereich kam, komplett gesperrt und reichte bis an den Goldberger Badestrand. Bereits am 31. Oktober 1989 haben wir von der Bürgerinitiative in einem offenen Brief die friedliche Nutzung der Schwinzer Heide gefordert“, erinnert sich Günter Liesberg.

Gerhard Voß, damaliger Pastor in der Mildenitzstadt, griff diese Forderung auf und so entstand die Idee, diese Forderung mit einer Radtourzu unterstreichen. Da das Armeegelände in Goldberg aber noch gesperrt war, führte der Rundweg anfangs nur bis zum Schwinzer Badestrand.

Auch wenn heute der Weg bis zum Goldberger Strand befahrbar ist, so ist die Ursprungsforderung noch lange nicht erfüllt. Noch immer wird auf dem Schießplatz mit der Waffe geübt und etliche Munition ist in der Heide, abseits des Hauptweges, zu finden. Entsprechende Warnschilder weisen auf diese Gefahr hin.

Christian Hasenpusch, der heutige Pastor, hält gemeinsam mit vielen Mitstreitern, darunter Günter Liesberg und Dieter Langer sowie vielen weiteren Helfern, an dieser Tradition fest. Vielleicht, so hoffen sie alle, wird eines Tages tatsächlich die Schwinzer Heide komplett frei und gefahrlos begehbar sein.

Am Ziel, nach knapp 15 Kilometern, sind alle Radler gesund und heil angekommen. Mögliche Pannenhilfe durch Dieter Langer, der eine Fahrradwerkstatt betreibt, war nicht nötig und bei Klängen des Goldberger Posaunenchores, bei Bockwurst und Getränken wurde am Goldberger See noch ein wenig geklönt. Dieser zeigte sich an diesem Abend so ruhig und still, wie einst die Schwinzer Heide sein soll.


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