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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. September 2017 | 20:47 Uhr

Dobbeltes Jubiläum : Passower Wehr feierte 80 Jahre

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bestehen wurde mit großem Festumzug durch die Gemeinden und Schauübungen auf dem Sportplatz begangen

Wenn die Passower Freiwillige Feuerwehr ihren 80. Geburtstag feiert, dann ist es zugleich ein silbernes Jubiläum, denn vor 25 Jahren schlossen sich die Wehren Passow, Weisin und Welzin zur FFw Passow zusammen. Und bis heute sind die Orte Welzin und Weisin integriert, auch der große Festumzug startete in Welzin und wurde von vielen Einwohnern und Gästen bereits am Start bestaunt. Von dort ging es nach Passow, wo sich die Pferdespritze einreihte und dann weiter nach Weisin. Erst danach führte der Umzug zurück nach Passow zum Sportplatz, der zum Festplatz avancierte.

Bürgermeister Frank Busch und Passows Wehrführer Sebastian Schemmert konnten viele Gäste und Abordnungen anderer Feuerwehren begrüßen. Frank Busch würdigte die Leistungen der Kameraden, „sie beweisen, dass in der Not auf sie Verlass ist und helfen selbstlos zu jeder Tages- und Nachtzeit“. Dabei ist die Arbeit der Feuerwehren durchaus nicht selbstverständlich; „sie sind nicht dazu da, Arbeiten zu verrichten, die eigentlich durch die Kommune zu verrichten sind, weil diese sie aus finanzieller Notlage nicht selbst ausführen kann. Die Feuerwehren brauchen durchaus mehr Unterstützung durch den Landkreis und das Land“, forderte Busch.

Die Geschichte der Passower Wehr begann bereits um 1900 mit einer alten, von zwei Pferden gezogenen Handdruckspritze, die in den Werkstätten von Dr. Ernst Alban in Plau am See 1868 gebaut und vom Schmiedemeister des Ortes gewartet wurde. Bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr sollten aber noch einige Jahre ins Land gehen. Schmiedemeister Ernst Jacobs war es, der 1937 mit weiteren Männern die Wehr gründete. Man traf sich regelmäßig in der Schmiede zu Übungen, sie war auch Ausgangspunkt der Einsätze. In den Nachkriegsjahren war die Spritze irgendwie abhanden gekommen und erst Mitte der 80er Jahre wurde in Brüz die Pferdespritze wieder entdeckt. Nach liebevoller Restauration und dem Einbau einer Tauchpumpe war sie wieder einsatzfähig und erstmals zur 75-Jahrfeier der Lübzer Wehr der Öffentlichkeit vorgestellt.

In einer Schauübung war ein Brand zu löschen, doch die Kameraden in historischer Einsatzkleidung löschten lieber den eigenen Durst und so kam die moderne Technik der Tessenower Wehr zum Einsatz. Sie löschten das Feuer mit Hilfe von Leichtschaum. In weiteren Schauübungen demonstrierten die Kameraden die Rettung einer eingeklemmten Person nach einem Verkehrsunfall und sie zeigten, wie schnell sich ein Fettbrand zu einem Großbrand entwickeln kann.

Zuvor hatte Hauptbrandmeister und Ehrenmitglied Hans Jänicke (83), seit 1948 in der Feuerwehr, die Kameraden offiziell begrüßt und auch dem Bürgermeister gemeldet, dass alle zur Jubiläumsfeier angetreten sind. Wehrführer Schemmert nahm die Glückwünsche der Wehren aus dem Amtsbereich entgegen. Auch der Wehrführer Erich Stecker von der Wehr in Werder konnte Glückwünsche des Amtswehrführers Danilo Urbutat entgegen nehmen; auch die Werderaner Wehr feierte kürzlich im kleineren Rahmen den 80. Geburtstag. Einziger Wermutstropfen an diesem Tag – niemand vom Feuerwehr-Kreisverband war der Einladung gefolgt. „Hat man uns schon abgeschrieben“, fragt sich Wehrführer Sebastian Schemmert. Hans Jänicke nutzte den Tag, um die Kameraden aufzufordern, die Diskussion im Kreisfeuerwehrverband über die Feuerwehrtechnische Zentrale nicht aus der Hand zu geben. „Es ist die Entscheidung der Feuerwehren und nicht die der Politik oder des Landrates“, meinte leidenschaftlich das engagierte Ehrenmitglied unter dem Beifall der Anwesenden.

Passows Wehrführer Sebastian Schemmert gehört einer kleinen Feuerwehrdynastie an, Großvater Klaus Schemmert (79) begann als 16-Jähriger die Laufbahn bei der Feuerwehr, war in der DDR-Zeit Wirkungsbereichsleiter. „Es macht mich stolz, dass neben meinem Enkel Sebastian auch mein Enkel Tim in Plauerhagen bei der Wehr und mein Sohn Berno Wehrführer in der Wehr Granzin/Greven ist“, so der rüstige Senior. Gemeinsam mit Hans Jänicke schwelgten sie noch einmal in vergangene Zeiten, erinnerten sich an den Gutshaus-Brand in Brüz und die Sanierung des Passower Gerätehauses und den Anbau des Sozialtraktes 2003. Jänicke, der noch immer sehr häufig als Hauptwettkampfrichter bei Ausscheiden aktiv ist, erinnert auch an die vielen guten Platzierungen der Passower. Erst im vergangenen Jahr holten sie sich den Sieg beim Amtswehrtreffen in Burow.

Ein großer Dank ging am Jubiläumstag an die vielen Sponsoren und die Mitglieder des Organisationsteams, ohne die das Fest nicht so gut gelungen wäre.
 

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