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Trotz angespannter Finanzen für die Zukunft geplant : Passow will wieder investieren

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Wenn Passows Bürgermeister Frank Busch zurückschaut, weiß er, 2012 hat seine Gemeinde einiges erreicht. "Im vergangenen Jahr haben wir wieder investiert, diesmal in die Heizung der Schule", sagt Busch.

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erstellt am 06.Feb.2013 | 10:12 Uhr

Passow | Wenn Passows Bürgermeister Frank Busch zurückschaut, weiß er, 2012 hat seine Gemeinde wieder einiges erreicht. Prioritäten mussten gesetzt werden. Natürlich. Denn Passow ist - wie andere Gemeinden auch - seit Jahren verschuldet. Mit 536 Euro pro Einwohner. Vor allem der Eigenanteil für die Sanierung der Grundschule, inzwischen "Kleine Grundschule auf dem Lande", hängt der Gemeinde noch nach. Weil aber gerade die eine Investition in die Zukunft war, war sie den Passowern in der 90ern wichtig.

"Im vergangenen Jahr haben wir wieder investiert, diesmal in die Heizung", sagt Frank Busch. Für die Umstellung von Öl auf Erdgas und den neuen Kessel gab’s keine Förderung. "Weil es kein Neubau war", erklärt Busch und unterstreicht, dass die Maßnahme wichtig und notwendig war. Immerhin sei zuletzt bei der (o.g.) Sanierung auch in die Heizung investiert worden. Dass die Heizkosten inzwischen horend waren, war den Passowern ein Dorn im Auge. Der ist jetzt raus.

Neu ist seit 2012 auch die für den Gemeindefriedhof geltende Satzung. "Wir haben darin nicht nur die Ruhezeit von 30 auf 25 Jahre verkürzt. Jetzt haben die Einwohner auch die Möglichkeit, ihre Angehörigen in Rasengräbern beizusetzen." Das sei weniger eine Modeerscheinung. Vielmehr sei diese Art der Bestattung immer dann sinnvoll, wenn es keine Angehörigen mehr gibt oder die sehr weit entfernt wohnen. "Diese Rasengräber sind zwar im ersten Moment teurer, jedoch übernimmt die Gemeinde deren Pflege, so dass man sich darüber auch keine Sorgen machen muss", sagt Frank Busch. Schon jetzt zeige die Resonanz auf die Satzungsänderung, dass die Gemeindevertretung mit ihrem Beschluss den Nerv getroffen hat: "Es haben schon einige Leute Flächen gekauft, die sich zum Glück noch bester Gesundheit erfreuen."

In Passow ist im vergangenen Jahr aber noch mehr passiert: Die Feuerwehr hat sieben junge Leute in ihren Reihen begrüßen können, "jung, dynamisch, hochmotiviert", ist Bürgermeister Busch begeistert. Sechs junge Familien sind nach Passow gezogen, was wohl nicht zuletzt an den steten Investitionen in den kombinierten Bau von Kindergarten, Schule und Sporthalle liegt.

Auch hat das Dorf inzwischen Breitband internet. Als durch den WAZV die Kläranlage ertüchtigt worden war, veräußerte die Gemeinde ein Grundstück. Der neue Besitzer will hier investieren und Edelflusskrebse züchten, die in den Verkauf gehen und für den Verzehr bestimmt sind. Im kommenden Frühjahr kann eine neue Schwengelpumpe auf dem Friedhof Welzin installiert werden. "Im Ortsteil und nur dort haben wir dafür im vergangenen Jahr eine Sammlung gemacht, bei der 263 Euro zusammengekommen waren. Jeder hat etwas dazu gegeben", sagt Busch. "Jeder wie er konnte." Gereicht hat das Geld natürlich nicht. Immerhin kostet so eine Pumpe um die 700 Euro. Weil auf dem Friedhof aber dringend eine neue gebraucht wird, schoss die Agrar GbR Just die Differenz dazu.

So einfach wird das mit zwei Projekten, die die Gemeinde in 2013 nur allzu gern realisieren möchte, nicht. "Das sind zwei Straßenbauprojekte; und zwar einmal die Lindenstraße in Weisin, und dann die Verbindungsstraße von Passow nach Weisin. Eine so marode wie die andere. Sie lösen sich inzwischen regelrecht auf", klagt der Bürgermeister. Vor zwei Jahren hatte Passow Förderanträge für beide Sanierungsmaßnahmen gestellt. Bewilligt wurden sie bisher nicht. "Für dieses Jahr hoffe ich inständig, denn da muss unbedingt etwas passieren", so Busch.

Obwohl Passows finanzielle Lage angespannt ist, soll 2013 definitiv wieder investiert werden. "Wir haben im Haushalt Mittel für Drucker, Computertechnik und Beleuchtung in der Schule eingeplant, wir brauchen ein neues Gemeindefahrzeug, weil es die alte Kiste hinter sich hat und mit ihren 25 Jahren sowieso keinen TÜV mehr bekommt. Und wir werden auch wieder einiges Geld in unsere Gemeindewohnungen stecken."

Busch ist seit 2009 Bürgermeister und fest der Meinung, dass Passow das liebenswerteste Dorf im Amt Eldenburg Lübz ist. "Uns erreicht man mit dem Rad, mit der Bahn, mit dem Bus und über die Elde sogar mit dem Boot. Wir haben zwei Seen, eine bewachte Badestelle und etliche mittelständische Unternehmen. Fehlt eigentlich nur noch ein kleiner Flugplatz", sagt er verschmitzt und lacht.

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