Sanierung : Passow: Kirchentüren wieder offen

Im Anschluss an die Bläserandacht gab es zur Feier des Tages ein buntes adventlichen Treiben an der alten Schule.
Im Anschluss an die Bläserandacht gab es zur Feier des Tages ein buntes adventlichen Treiben an der alten Schule.

Nach umfangreichen Notsicherungsmaßnahmen im Turmbereich wurde Passower Kirche am Samstag wieder in Betrieb genommen

svz.de von
08. Dezember 2014, 21:00 Uhr

Vor ziemlich genau 146 Jahren wurde die Passower Kirche geweiht. Gestern konnte die Gemeinde sie wieder in Betrieb nehmen. Die Spätfolgen eines Beschusses aus den letzten Kriegstagen waren so massiv geworden, dass die Kirche bereits seit dem Frühjahr gesperrt war.

Die Statik ist in Mitleidenschaft gezogen worden, der Wassereintrag in den Jahren brachte das Holz zum Faulen, der Glockenstuhl drohte abzustürzen, schätzte Herr Liedtke von der zuständigen Bauaufsicht die Dramatik der Situation ein. „Es musste dringend etwas geschehen, wir wussten wohl, dass etwas zu tun war, aber, dass es so speziell war, das wussten wir nicht“, so Holger Haker, der zuständige Statiker aus Schwerin.

Und Haker erläutert: Der Glockenstuhl habe sich wegen der nicht mehr vorhandenen Hölzer und Balkenköpfe ca. 3,5 Zentimeter nach Westen geneigt. Die Verankerung des Turmhelmes habe den Glockenstuhl nur noch an vier Stahlstangen gehalten. Der Kaiserstuhl sei massiv durchgebogen, Stiche nicht mehr kraftschlüssig, oder gar nicht mehr vorhanden.

Dankbar – als Geschenk zum 146. Geburtstag der Kirche – nahm die Kirchengemeinde ihre Kirche am vergangenen Sonnabend wieder in Betrieb. Die Glocken läuteten allerdings nur kurz, da sie erst noch – nachdem der Glockenstuhl wieder gerade ist – ins Lot gebracht werden müssen.

Im Anschluss an die Bläserandacht in der Kirche gab es ein buntes adventliches Treiben in der Alten Schule in Passow. Hier ein Dank an die fleißigen Kaffeekocher, denn das heiße Getränk tat gut nach der kalten Kirche. Dank auch an die Kuchenbäcker, die Kommune, die den Raum zu Verfügung gestellt hat, an Frau Brigitte Werner, die alles organisiert hat, mit den Hilfen von Frau Ute Mielenz und den anderen.

Glühwein und Bratwurst wärmten auch, die Kinder bastelten, während der Rest mit den Bläsern Weihnachtslieder sang. „Das machen wir nächstes Jahr wieder, das war ein schöner und gelungener Adventstag“, so Frau Lotti Hannemann, die seit 42 Jahren Kirchenälteste ist, also ihr halbes Leben lang.

Die Notsicherungsmaßnahmen sind durch den Kirchenkreis Mecklenburg zu 80 Prozent unterstützt worden“, so Pastow Riccardo Freiheit. „Dies war jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn weitere Baumaßnahmen sind erforderlich, um die Kirche in Passow zu erhalten.“

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