zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 09:56 Uhr

Aktivität : Passow – Gemeinde voller Leben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bürgermeister Frank Busch ruft trotz Schwierigkeiten dazu auf, positive Aspekte mehr zu beachten / Alle Generationen engagiert

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Passows Bürgermeister Frank Busch zeigt sich als Mann der Zwischentöne. Wie die meisten hat auch seine Gemeinde als zentrale Schwierigkeit einen unausgeglichenen Haushalt, doch man dürfe nicht nur das Negative erwähnen: „Natürlich ist das schlimm, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass auch die andere Seite beachtet gehört.“

So bereite zum Beispiel die Arbeit mit der neu gewählten Gemeindevertretung Freude, wenngleich zwei Abgeordnete ihr Mandat schon wieder niedergelegt haben – einer ist umgezogen, der andere hat sich beruflich verändert. Dies sei mit dem Ehrenamt nicht zu vereinbaren, weil er sich in der Woche auswärts aufhält. Trotzdem engagiere sich der Mann weiterhin in der Gemeinde. Er ist im Sportverein aktiv.

Für Enrico Schulz ist Christian Lindner, für Dirk Sachse Sebastian Busch nachgerückt. Damit engagieren sich zwei Vater-Sohn-Gespanne in Passow politisch. „Zusammenarbeit auf nahester Ebene, was interessant ist“, sagt der Bürgermeister. „Das Arbeitsklima bei uns ist gut – keine Selbstverständlichkeit.“


Vom Kreis in diesem Jahr keine Fördermittel


Bei den Vorhaben ganz oben stehe unverändert die Erneuerung der Lindenstraße in Weisin. Vom Landkreis gab es in diesem Jahr keine Fördermittel, weshalb sie für 2015 erneut beantragt wurden. „Außerdem bemühen wir uns darum, Geld aus dem so genannten Co-Finanzierungsfonds des Landes zu bekommen“, berichtet Busch. „Um damit Erfolg zu haben, ist jedoch Voraussetzung, dass wir unsere Hebesätze auf Landesdurchschnitt erhöhen. Ohne diesen Beschluss steht schon vorher fest, dass wir nichts bekommen.“ Bei den Hebesätzen geht es um die Grundsteuer A und B sowie um die Gewerbesteuer, die von 250 auf 282, 330 auf 365 und 310 auf 330 Prozent steigen würden.


Befürchtung: Erhöhung „Spirale ohne Ende“


Über die Notwendigkeit hinaus führt der Bürgermeister allerdings noch einen andere Überlegung an: „Wenn alle Kommunen die Sätze erhöhen, steigt mit Sicherheit auch der Landesdurchschnitt wieder und wir sitzen in vielleicht zwei oder drei Jahren wieder dort, wo wir jetzt sind. Eine Spirale ohne Ende, gegen die ich mich zudem nicht wehren kann, aber ich muss es den Leuten erklären und bekomme ihre Unzufriedenheit im Gegensatz zur Landesregierung direkt zu spüren. Hier ein Euro mehr, dann dort – überall wird mehr verlangt, ohne dass die Einkommen entsprechend mitziehen.“

Positiv sei die in den vergangenen Jahren gute Belegung der Kindertagesstätte (Kita) mit ihren 21 Plätzen, davon drei im Krippenbereich. Ein neues Gesetz des Landes sieht vor, dass der Träger einer solchen Einrichtung ab dem 1. Januar eine Ganztagsverpflegung mit Frühstück, Mittag und Nachmittagsvesper vorhalten muss. „Wir verhandeln deshalb momentan mit mehreren Anbietern, was viel Arbeit bedeutet. Das Angebot soll gut und gleichzeitig so günstig wie möglich sein“, sagt Busch. Die Idee, Ganztagsverpflegung anzubieten, hält er grundsätzlich für gut. Den Eltern müssten durch sie nicht höhere Ausgaben entstehen, weil sie auch von ihnen bisher mitgegebenes Essen bezahlen müssten, was in vielen Fällen sogar mehr kosten dürfte.

Grund zu großer Freude sei außerdem, dass die Grundschule in Passow bald 15-jähriges Bestehen feiert. Derzeitig werden hier 74 Mdchen und Jungen von fünf Lehrern in vier Klassen unterrichtet. „Sie leisten hervorragende Arbeit, bereiten die Kinder nach meinen Erkenntnissen sehr gut auf den weiteren schulischen Werdegang vor“, sagt der Bürgermeister. Der vor mehreren Jahren erlangte Status „Kleine Grundschule auf dem Lande“ erlaube es ihr, bis auf die Hauptfächer jahrgangsübergreifend zu unterrichten. Dies helfe mit, den Standort langfristig zu sichern.

Wenn man positive Aspekte nenne, gehöre auch die Aktivität vieler Senioren wie auch junger Leute dazu. Zum Beispiel bei den „Plattsnackern“ engagiert, unterstützten die Älteren aktuell zum Beispiel die Vorbereitung des Erntetages am Sonnabend ab 18 Uhr im beheizten Festzelt auf dem Sportplatz, planten die Rentner-Weihnachtsfeier und die Seniorennachmittage.

Die Jüngeren engagieren sich unter anderem in der Feuerwehr, die beim jüngsten Amtswehrtreffen den zweiten Platz belegte, und sind im Sportverein TSG Passow/Werder e.V. aktiv. „Gemeindeübergreifend – super!“, meint Busch. „Am vergangenen Sonntag kamen rund 300 Zuschauer zum Fußballspiel gegen den LSV II auf dem Sportplatz, jubelten uns zu, feuerten uns an. Nach 8 : 7 im Elfmeterschießen sind wir eine Runde weiter. Vieles ist mit Sicherheit schwierig, aber durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher ist Leben in unserer Gemeinde. Dafür danke ich allen, die dazu beitragen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen