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21. November 2017 | 18:43 Uhr

Sommermuseum : Parchims Dörfer doch abgehakt?

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Besucherzahlen im zwölften Sommermuseum der Stadt bislang unter den Erwartungen. Sonderschau noch bis 31. August geöffnet

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 12:15 Uhr

Für James Kirstein ist der Besuch im Sommermuseum unverzichtbar. „Ich interessiere mich schon sehr lange für die Geschichte unserer Stadt und kenne die Dörfer im Umland gut. Da kann man in dieser Ausstellung viel Neues erfahren“, meint der Parchimer. Seit dem 7. Juli ist im historischen Zinnhaus in der Langen Straße die neue Sonderschau des Museums mit dem Titel „Parchimer Kämmereigüter / Teil I“ zu sehen. Noch gut drei Wochen (bis zum 31. August) haben Einheimische und Gäste der Stadt Gelegenheit, um das jüngste Projekt des Parchimer Museums in Augenschein zu nehmen. Rund 400 Gäste waren in den ersten sechs Wochen schon da. „Das sind bislang leider weniger Besucher als bei den Sommermuseen in den Vorjahren“, räumt Museumschef Wolfgang Kaelcke ein und fügt hinzu: „Vielen von denen, die sich umgesehen haben, waren durchaus zufrieden wie im Gästebuch nachzulesen ist“.

Bei der Auswahl des Themas hat das Kulturamt der Stadt darauf gesetzt, dass die Geschichte der früheren Kämmereigüter, die Parchim einst eine herausragende wirtschaftliche und politische Stellung brachte, noch immer den Nerv der Bewohner in der Stadt und den Dörfern trifft. Für den zuständigen Fachbereichsleiter der Stadt Dirk Johannisson machen die aktuellen Bezüge das diesjährige Sommersonderschau außerordentlich interessant. „Die finanzielle Lage und die demografische Entwicklung spricht für eine Intensivierung der kommunalen Zusammenarbeit. Wir wünschen uns die früheren Kämmereidörfer nicht unbedingt zurück, senden als Kreisstadt aber Signale ins Parchimer Umland“, so Johannisson.

„Wir haben bei unseren umfangreichen Recherchen auch viele neue Erkenntnisse gesammelt. Als Beispiele seien die Torfproduktion, die Papierherstellung und die Schalentiner Mühle genannt. Die angehende Lehrerin Julia Hastädt, die bereits zum sechsten Mal einen Teil der Seminarferien nutzt, um als Museumsführerin auf Zeit die Gäste zu betreuen, meint: „Viele können mit dem Begriff Kämmereigüter einfach nichts anfangen. Das hält offensichtlich auch junge Leute ab“. Die, die sich für einen Besuch entschieden haben – darunter Touristen aus Hamburg, Berlin und sogar Hoplland – waren sehr interessiert.

Wolfgang Kaelcke hofft mit seinen Mitstreitern – darunter erneut die Mitglieder des Parchimer Heimatbundes – dass in den kommenden drei Wochen das Interesse noch einmal zunimmt. Dafür spricht, dass die Fülle von kulturellen Sommerangeboten in der Stadt ebenso wie die hochsommerlichen Temperaturen langsam abnehmen.

Nach den Ferien sollten sich insbesondere auch Schulklassen angesprochen fühlen, das Sommermuseum für einen lebendigen Geschichtsunterricht zu nutzen. In den Vorjahren war das Interesse deutlich größer als diesmal.

Nach Schließung des Sommermuseums geht die Forschung zum Thema „Parchimer Kämmereidörfer“ auf jeden Fall weiter. Und auch die Infotafeln und Exponate sind dann zum großen Teil für Interessenten im Stammhaus des Museums zugänglich. Für den Chef des Parchimer Heimatbundes Mark Riedel steht nach einem Rundgang bereits fest: „Wir freuen uns schon auf die nächste Ausstellung eines Sommermuseums“.

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