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Renaturierung bei Dobbin : Paradieskoppel in neuer alter Pracht

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Aus der Onlineredaktion

Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide: Förderverein renaturiert Wacholderhain bei Dobbin. Er ist einer von nur drei Standorten in MV.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Fast zweieinhalb Jahrzehnte hatte die Natur Zeit, sich die sogenannte „Paradieskoppel“ bei Dobbin zurückzuerobern. Und sie tat es. Mit Macht. Heckenrosen und Weißdorn machten der Wacholderfläche, der das Areal seinen Namen zu verdanken hatte, streitig. „Die Fläche drohte wieder zuzuwachsen“, sagt Ralf Koch, Leiter der Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide und Vorsitzender des Fördervereins des Naturparks. Schuld (wenn man es so bezeichnen mag) sei die fehlende Nutzung gewesen.

Die Paradieskoppel – auf einer Halbinsel im alten Dobbiner See gelegen – war einst entstanden, nachdem 1894 das Wasser abgelassen worden war. Um mehr Weideland zu gewinnen und den anstehenden Wiesenkalk abbauen zu können, wurden nach 1925 diverse Wacholdersträucher gerodet. Dobbiner und Dobbertiner Bauern nutzten einst gemeinsam mit der Kirche die Paradieskoppel wie auch Flächen in der Plage als Weideland. „Noch bis zur Wende war die Koppel beliebtes Ziegen- oder auch Rinderweideland“, weiß Koch. Der Nebeneffekt: Auf ihrer Suche nach Futter haben die Tiere buchstäblich alles Grün verbissen, das die Fläche hervorbrachte. Gräser, Kräuter, selbst Weißdorn und Heckenrosen. Den Wacholder rührten sie nicht an. „Was kein Wunder ist, der ist nämlich sehr wehrhaft, da er spitzige, etwa einen Zentimeter lange nadelförmige Blätter hat, die zu dritt oder viert nach außen ragen. Weder Ziegen, noch Schafe oder Rinder mögen das“, lacht Koch.

Ein Forstunternehmen übernahm das Schreddern der Gehölze, die vom Standort auf der Halbinsel entfernt wurden.
Ein Forstunternehmen übernahm das Schreddern der Gehölze, die vom Standort auf der Halbinsel entfernt wurden. Foto: R. Koch
 

Ein Projekt des Fördervereins Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide sorgte nun in den letzten Wochen dafür, dass die einst paradiesischen Zustände auf der Koppel wieder hergestellt werden konnten. „Wir haben in mehreren Arbeitseinsätzen mit vielen Helfern und Mitgliedern der Nabu-Gruppe Plau am See bis auf den Wacholder alle anderen Gehölze wieder rausgeschnitten“, sagt Ralf Koch und erwähnt bei dieser Gelegenheit auch die Unterstützung durch ein Forstunternehmen. Das hatte das Schreddern der Stämme und Äste übernommen.

Seit wenigen Tagen liegt die Halbinsel im alten Dobbiner See (der auch heute noch abgelassen ist) wieder als jene Paradieskoppel da, die sie einst war und die alteingesessene Dobbiner und Einwohner der Region noch von früher kennen. Der Wacholder – auch Feuerbaum, Krammetsbeerenstrauch oder Weihrauchbaum genannt – kann sich hier jetzt wieder entfalten. Konkurrenzlos und mit vierbeinigen Rasenmähern als Garant gegen erneutes Zuwachsen: Ein Hobbyzüchter aus dem benachbarten Sandhof lässt inzwischen seine Heidschnucken hier weiden.

Naturparkverwaltung, Förderverein und Nabu-Ortsgruppe sind froh, die wertvolle Wacholderfläche für die Region zurückgewonnen zu haben. „Flächen wie diese, die auch Wacholderhaine genannt werden, sind sehr selten und deshalb umso schützenswerter. In MV gibt es noch ganze drei Standorte. Wer auf paradiesisch steht und einen Faible für Außergewöhnliches hat, sollte unbedingt mal nach Dobbin kommen“, wirbt der Naturparkleiter.

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