Tourismusalarm : Paddeln gegen den Abwärtstrend

Plau rührt die Werbetrommel: In der kommenden Saison soll speziell das Marketing für den aktiven Wassertourismus verstärkt werden.
Plau rührt die Werbetrommel: In der kommenden Saison soll speziell das Marketing für den aktiven Wassertourismus verstärkt werden.

Seit Jahren sind erstmals wieder die Übernachtszahlen in Plau gesunken. Touristiker sind gewarnt und halten dagegen.

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01. März 2018, 12:00 Uhr

Touristiker und Verwaltung des Luftkurortes sind alarmiert: Eine der wichtigsten Messlatten für florierenden Tourismus sind immer die Übernachtungszahlen. Die, das zeigt die aktuelle Fremdenverkehrsstatistik, sind in Plau am See nach etlichen Aufwärtsjahren 2017 erstmals gesunken. Um 2,24 Prozent. 2016 hatte Plau erstmals mit 1 964 Übernachtungen über der magischen Marke von 470 000 gelegen. Die aktuelle Statistik weist 10 5 71 Übernachtungen weniger aus.

Plau will gegensteuern und verhindern, dass aus dem Minus Trend wird. Beim Tourismustag am Dienstagabend ging es deshalb vor allem darum, die touristischen Schwachstellen in Plau und Umgebung zu analysieren und Potenziale aufzuzeigen. „Natürlich machen wir guten Tourismus. Viele Jahre schon, aber wir müssen besser werden“, sagte Bürgermeister Norbert Reier. Stärkeres und gezielteres Marketing für den Wassertourismus, Fertigstellung des letzten Plauer Radweg-Abschnitts um den See, Umbau des Busbahnhofs, Durchsetzung der Bäderregelung bei den Ladenöffnungszeiten, Verbesserung der kulturellen Angebote ganz gezielt auch im künftigen Haus des Gastes, die bessere Vernetzung von öffentlichem Bus- und Bahnverkehr, Fertigstellung der Ortsumgehung und damit Reduzierung des Verkehrslärms in der Stadt…

Ansätze, Ideen und Vorhaben gibts reichlich. Ob sie reichen? Thorsten Falk, Vorsitzender des Plauer Verkehrsvereins schien am Dienstag nicht überzeugt. „Wir alle – Hotels, Gaststätten, Verwaltung – machen einen guten Job. Das alles aber nutzt nichts, wenn die Touristen nicht zu uns kommen können.“ Falk präsentierte den vielen anwesenden Touristikern und Gästen eine Karte der derzeitigen Schienenverbindungen im Norden. „Hier, wo einfach überhaupt nichts ist, da sind wir“, sagte er und legte damit erneut den Finger in die Südbahnwunde. Das Fehlen öffentlicher Bahnanbindungen sei neben fehlendem DSL und Fachkräftemangel eines der gravierendsten Probleme, das angegangen werden muss. Auch im Dialog mit der Politik. Denn „Berliner und Hamburger kaufen sich heutzutage keine Autos, sie brauchen im Alltag keins. Viele haben noch nicht mal einen Führerschein.“

Analog dem Vorbild der Müritzregion arbeitet auch Plau mittlerweile an der Vernetzung von ÖPNV und SPNV, in die auch der Plauer Rundbus integriert werden soll. Ziel ist, die Mobilität der Touristen/Einheimischen (zumindest in der Saison) zu erhöhen. Finanziert werden soll die Vernetzung über die Erhöhung der Kurabgabe um 50 Cent, so Bürgermeister Reier. Schützenhilfe von der Politik, speziell vom Land, erhoffen sich die Plauer beim Radrundweg Plauer See. „Wir stellen unseren Abschnitt in diesem Jahr nun endlich fertig“, so Thorsten Falk. „Trotzdem ist der Weg Murks, solange er nicht komplett um den See führt.“ Während Plau seit drei Jahren mit Förderung Abschnitt für Abschnitt fertiggestellt, fehle den Gemeinde auf der anderen Seeseite das Geld für den Eigenanteil. „Hier ist das Land gefragt“, so Falk.

Tourist-Info-Geschäftsführer Michael Wufka ist der Marketingstrategie und gab einen Ausblick auf die neue Saison. Und er präsentierte den Gästen einen jener fünf Filme, die der Landestouristen-Verband unter dem Titel „Endlich Ruhe“ im letzten Sommer drehen ließ. Einer entstand in Plau am See. Einhelliges Urteil der Gäste „Witzig und super Werbung für die die Stadt und die Region“.

Weniger Boote auf der Elde

Wassertourismus:

2017 Schleuse Plau am See: 6500 Bootsbewegungen - 439 im Verhältnis zu 2016  und damit  - 6,33 Prozent
Die Zahlen bestätigen den seit Jahren zu verzeichnenden Rückgang im Wassertourismus.

Entwicklung Quellmärkte:

Steigende Urlauberzahlen aus Berlin in acht  Jahren + 2 Prozent
Sinkende Zahlen aus Hamburg in acht  Jahren - 0,6 Prozent
Mögliche Ursachen: Marketingaktivitäten, historischer Hintergrund, Verkehrstechnische Anbindung, Bereitstellung zielgerichteter Angebote

Imagefilm entstand in Plau

Der Landestouristenverband  hat eine fünfteilige Serie mit Imagefilmen gestartet. Titel „Endlich Ruhe“.  Zu finden im Internet unter mvnow.auf-nach-mv.de oder plau-am-see.de

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