neue ausstellung in goldberg : Origami - ganz schön knifflig

Glücklicher Gast: Gabriela Bujack sieht sich mehr als Handwerkerin. Ihre Origami sind derzeit in der Goldberggalerie zu sehen.
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Glücklicher Gast: Gabriela Bujack sieht sich mehr als Handwerkerin. Ihre Origami sind derzeit in der Goldberggalerie zu sehen.

Viel Geduld braucht es, um die japanische Papierfaltkunst zu lernen – Gabriela Bujack weiß das ganz genau

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11. August 2016, 12:00 Uhr

Knifflige Kunst hängt an den Wänden der Galerie Goldbergkunst. Jeder Knick, jede Falte sitzt. Auch nach fünf Jahren Goldbergkunst kann Gerhard Stromberg immer wieder überraschen – mit der Auswahl seiner Künstler und der Dramaturgie der Ausstellung. Auch dieses Mal. Doch als Künstlerin bezeichnet sich Gabriela Bujack nicht. Sie nennt sich Handwerkerin. Denn genau das mache sie schließlich, sie arbeitet mit ihren Händen. Und Papier. Origami stehen dieses Mal im Fokus der Ausstellung bei Goldbergkunst – der letzten für dieses Jahr, dem Jubiläumsjahr des Vereins. Jeder kennt das Wort „Origami“, doch was sich dahinter verbirgt, wissen nur die wenigen. Auch Gerhard Stromberg begab sich auf verschwommene Wege, als er Gabriela Bujacks Arbeiten zum ersten Mal sah – im Garten von Moni und Mua Engel. „Für mich waren diese mit sich wiederholenden Papierquadraten bedeckten Kartonuntergründe so eine Art ,Papier-Relief‘“, erzählt der Kurator Stromberg. Sie faszinierten ihn aus zwei Gründen: „Zum einen durch eine Präzision, die ich ,sinnlich‘ nennen möchte, weil es eine menschengemachte Präzision war; zum zweiten weil die Arbeiten – vielleicht durch die ständige Wiederholung eines einfach erscheinenden Themas – eine große Ruhe ausstrahlten.“

Auch Gabriela Bujack, die Handwerkerin, fasziniert die Papierfaltkunst, die sie noch immer Schritt für Schritt lernt. „Geduld ist ganz wichtig“, sagt sie. Vor 16 Jahren hat sie angefangen, Papier zu falten. Auch für die Berlinerin sind Origami sinnlich. „Es ist wie meditieren. Jeder Faltschritt ist ein kleines Wunder. Ich weiß nie, wie sich das Papier beim Falten verhält“, erklärt sie. Gelernt hat sie Schneiderin, ist als Kostümbildnerin an der Staatsoper Berlin angestellt. In den Pausen – und davon gibt es während Aufführungen einige – faltet sie Papier. Angefangen hat alles mit dem Kranich, dem klassischen Origami. Gabriela Bujack entwickelte ihr Handwerk weiter. Das immer wiederkehrende und einende Motiv ist dabei das Quadrat. „Jedes einzelne Teil meiner Bilder ist ein Quadrat, die zusammengesetzt werden“, erklärt sie eines ihrer Werke. Gabriela Bujack verwendet alles, nicht nur Origami-Papier, sondern auch Aquarell- und Pergament-Papier, Reklame-Zeitungen... „Es ist der Reiz dabei, etwas Anderes zu machen.“

Anders, fremd, neu – das ist auch die Ausstellung „Mit Papier / Auf Papier / Aus Papier“. „Um Fremdheiten abzubauen und Neues hinzuzulernen, gibt es Goldbergkunst“, sagt Gerhard Stromberg, der selbst viel Neues gelernt hat – über Origami im Allgemeinen ganz besonders. „Bis heute hält sich die Legende, dass demjenigen, der 1000 Origami-Kraniche faltet, von den Göttern ein Wunsch erfüllt wird“, sagt der Goldberger und wünscht genau das Gabriela Bujack, aber „vielleicht haben sie es ja auch schon getan?!“ Für den Kurator sind Gabriela Bujacks Werke auch überzeugender Beweis einer These – „der Weg ist die Kunst und nur die Kunst ist das Ziel.“  

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