zur Navigation springen

Mobilfunkanbieter braucht fast eine Woche für Reparatur : Ohne Funkstation kein Datenstrom

vom

Damit hat Mobilfunkanbieter Vodafone nicht gerade ein Ruhmesblatt seiner Firmengeschichte geschrieben: Fast eine ganze Woche dauerte es, bis in Goldberg wieder die gewohnte Geschwindigkeit im Internet herrschte.

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2013 | 12:08 Uhr

GOLDBERG | Damit hat Vodafone als großer Mobilfunkanbieter nicht gerade ein Ruhmesblatt seiner Firmengeschichte geschrieben: Fast eine ganze Woche dauerte es, bis in Goldberg und Umgebung wieder die gewohnte Geschwindigkeit im Internet herrschte.

"Eine Funkstation war komplett ausgefallen", begründete Vodafone-Pressesprecher Dirk Ellenbeck aus der Düsseldorfer Konzern-Zentrale auf SVZ-Nachfrage den Einbruch der LTE-Versorgung. "Der Ausfall der Hardware hat die Techniker vor eine große Herausforderung gestellt." Vorübergehend habe eine benachbarte Station versucht, den Funkverkehr notdürftig aufrecht zu erhalten. Doch letztlich, so Ellenbeck, "mussten wir einen Montagetrupp in Marsch setzen". Die Reparatur habe sich dann als ziemlich aufwendig herausgestellt und mehr Zeit als vorgesehen beansprucht.

Aufgefallen war der Hardware-Defekt bereits in der Nacht vom 3. auf 4. Juli. Gerhard Stromberg, der Kurator des Vereins Goldbergkunst, wollte damals die Einladungen für die Ausstellung von Kristina Andres (ab 19. Juli) per Mail im Internet verschicken. "Doch ich bekam noch nicht einmal Dateien in der Größe von lediglich 8 MB hochgeladen." Die Netzqualität sei zeitweise sogar unter die veralteten UMTS-Standards abgesunken oder gar komplett eingebrochen. Am Samstag (6.) sollten die Mails zur Einladung für das Konzert von Tom Engel am 13. Juli folgen - doch auch hier Fehlanzeige. Nach etlichen vergeblichen Versuchen, so Stromberg, sei ihm schließlich nichts anderes übrig geblieben, als die Veranstaltung kurzfristig abzusagen und zu verschieben. Dann folgten die ewig langen Irrwege der Service-Telefonnummern.

"Es waren schlimme Tage, die mir immer noch in den Knochen stecken." Sei endlich ein leibhaftiger Operator am Apparat gewesen und keine Computerstimme, habe der sich als unwissend oder nicht zuständig entpuppt. Auch sei er, so Stromberg, zwischen diversen vermeintlichen Ansprechpartnern hin und her vermittelt worden - ergebnislos. Auch Zusagen, zurückzurufen, seien ebenso wenig eingehalten worden wie das Versprechen, einen Techniker vorbeizuschicken. "Ich erwarte, dass ich für die Ausfallzeit keine Gebühren entrichten muss und der Konzern sich entschuldigt." Der Vodafone-Pressesprecher sicherte zu, dem geschilderten Wirrwarr gesondert nachzugehen und für Abhilfe zu sorgen.

Als besonders peinlich wertet es Stromberg, dass er die LTE-Technik von Vodafone aufgrund seiner bislang guten Erfahrungen einer Dobbiner Ärztin empfohlen hatte. Dort hatte sich Dr. Brigitte Engelmann ihren Internet-Anschluss von Stromberg einrichten lassen "mit dem Ergebnis, dass auf einmal nichts mehr ging". Ein flotter Zugang ins weltweite Netz, so Dr. Engelmann auf Nachfrage, sei allein schon wegen der Bestellung von Medikamenten unabdingbar.

Auch Sebastian Rauer als Inhaber des Strandhotels Seelust am Goldberger See war vom Ausfall der LTE-Versorgung betroffen. "Das Internet ist für uns eine wichtige Lebensader, weil darüber die meisten Buchungen laufen." Immerhin habe wenigstens der Download von Daten funktioniert. "Doch eim Upload - zum Beispiel das Einstellen von Fotos auf unserer Homepage - ging gar nichts." Als selbstständiger Geschäftsmann werde er von Vodafone entsprechend zur Kasse gebeten "und dafür kann ich erwarten, dass die versprochene Qualität auch jederzeit geliefert wird".

Die LTE-Mobilfunktechnik hat zwei wesentliche Aufgaben: Zum einen dient sie als DSL-Ersatz auf dem Land, wo schnelles Internet noch nicht ausgebaut ist. Zum anderen sorgt sie in Städten und im Umland für leistungsfähige, mobile Breitbandzugänge. Mit LTE (Long Term Evolution) im Frequenzbereich um 800 MHz sind im Download bis zu 300 Mbit/s und im Upload bis zu 50 Mbit/s möglich. Die Frequenzen sind deshalb so attraktiv, weil mit einem Sendemast in einem Umkreis von sechs Kilometer auch die neueste Generation von Mobilgeräten (4G) versorgt werden können. Vodafone sein Frequenzspektrums bei der Deutschen Netzagentur für mehr als 1,2 Milliarden Euro ersteigert. Ende 2012 zählte der Netzanbieter mehr als 4500 Sendestationen, die über 17 Millionen Haushalte mit mehr als 50 Millionen Menschen versorgten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen