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Wildschadensausgleichskasse konstituierte sich : Nur die Barschaft bleibt noch getrennt

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"Ran an die Arbeit", mit diesen Worten forderte Sonnabend der frisch gewählte erste Vorsitzende der Wildschadensausgleichskasse (WSAK) im Landkreis Ludwigslust-Parchim alle Mitglieder auf, an einem Strang zu ziehen.

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erstellt am 27.Feb.2012 | 10:51 Uhr

Ludwigslust/lübz | "Ran an die Arbeit", mit diesen Worten forderte Sonnabend der frisch gewählte erste Vorsitzende der Wildschadensausgleichskasse (WSAK) im Landkreis Ludwigslust-Parchim, Jürgen Behrends, alle 170 in der Ludwigsluster Stadthalle anwesenden Mitglieder dieser gesetzlich gegründeten Gemeinschaft auf, schon ab sofort und erst recht ab dem 1. April an einem Strang zu ziehen. Behrends ist überzeugt, dass die funktionierende Arbeit der faktisch bis Sonnabend um 10.30 Uhr noch als selbstständig bestehenden Vereinigungen der beiden Institutionen mit gemeinsamer Anstrengung als Einheit fortzusetzen ist. Rein formal beginnt die neue Ära einer einzigen Wildschadensausgleichskasse nämlich erst mit Ablauf 31. März.

Leichter als erwartet, fanden die beiden Vorstände im Verlauf der konstituierenden Sitzung den Zugang zu den Waidmännern, die sich dann ohne große Diskussion eine neue Hauptsatzung samt ausgeklügelten Regelungen gaben. Neu ist dabei insbesondere die Einführung von Risikogruppen und eines gestaffelten Systems für die Grund- und Schadensbeiträge. Das sprichwörtliche Eis wurde von Jurist, WSAK-Mitglied und Versammlungsleiter, Dr. Horst Schulz, gebrochen, als der auf eine Anfrage hin verdeutlichte, dass diese Kasse für das Wohl des Waidwerkes eingerichtet wurde, um dann zu helfen, wenn die Existenz durch Wildschäden auf dem Spiel steht. Dass so genannte Peanutsschäden eigentlich Angelegenheit des privaten Geldbeutels sein sollten, bescherte überwältigende Zustimmung.

Die beiden Vorstände hatten gute Vorarbeit geleistet, mit den noch vorhandenen Kasseninhalten vorgeplant: Getreu dem Motto "Was dir gehört, sollst du auch behalten", wird erst dann gemeinsam aus einem Finanztopf gewirtschaftet, wenn die 90 000 Euro der Parchimer Kasse für die dort eingeschriebenen Mitglieder und die 60 000 Euro der Ludwigsluster für die dortige Gemeinschaft verbraucht sind. Für diese Info gab es nochmals spontanen Applaus von den vollbesetzten Stuhlreihen.

Mit der Einführung von Risikogruppen und dem gestaffelten Rabattsystem für die Grund- und Schadenbeiträge haben die beiden alten Vorstände ebenfalls alte Zöpfe gekappt. Wie das an diesem Tag ausgeschiedene Vorstandsmitglied Gert Welp informierte, würde diese Regelungen ein vertretbares solidarisches Gleichgewicht für Schadensregulierungen mit sich bringen, jedoch gleichzeitig die regional stark unterschiedlichen Vorfälle ins wirtschaftlich gesunde Verhältnis setzen. Wer sich in seinem Revier an die Empfehlungen über den Wildtierbestand halte, dem werden die Beiträge keine Sorgen bereiten, argumentierte dann auch der Jürgen Behrends. Trotz aller guter Vorarbeit für die neue Gemeinschaft, bleibt der Maisanbau ein zunehmendes Problem, erläuterte Behrends. Die Futterpflanze und der Rohstofflieferant für Biogasanlagen ist gleichzeitig ein nur zu gern gesuchter Leckerbissen für Wildtiere. Dem wachsenden Mais-Anbau Einhalt zu gebieten, dass stehe der Wildschadensausgleichskasse Ludwigslust-Parchim nicht zu.

Die beiden alten Vorsitzenden bilden künftig auch die neue Spitze: Der Vorsitzende der WSAK-Ludwigslust Jürgen Behrends hat als Ersten Stellvertreter seinen Parchimer Kollegen Alfred Lobbe zur Seite. Das Führungstrio wird mit Gerd Bohn aus Karrenzin komplett. Den ersten Gesamtvorstand, der nach sechs Jahren lt. Satzung auf fünf Mitglieder reduziert wird, vertreten zudem Thomas Schimmelpfennig vom Hegering Lübtheen, Ralf Toparkus aus Parchim, Dietmar Schoop vom Forstamt Jassnitz, Detlef Schult aus Neu Kaliß und Karl Stamer aus Wessin.

Mit Blumen und herzlichen Dankesworten verabschiedete Vorsitzender Behrends den langjährigen Mitstreiter beim Parchimer Partner Peter Sauer, der gemeinsam mit Gert Welp die von ihnen mit Engagement und Können besetzten Stühle räumten.

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