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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 04:29 Uhr

Ferien mit Musik : Notenlehre in der „Folterkammer“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mit einem Konzert findet Jungbläsertreffen beim Landesposaunenwerk in Barkow am Sonntag um 11 Uhr im Pfarrgarten seinen Abschluss

von
erstellt am 25.Aug.2017 | 21:00 Uhr

„Ihr kennt die Noten auswendig. Dann also alles mir nach“, sagt Martin Huß und markiert dirigierend den Kopf der Polonaise durch die Bläserscheune. Um Stühle, Tische, Notenständer und Instrumententaschen lotst er seine Schüler. Und die spielen. Der Landesposaunenwart ist in seinem Element. Und reißt die Neun-bis 13-Jährigen mit. Seit Tagen schon. Es ist Jungbläserfreizeit im Posaunenwerk MV. In Barkow also, wo das Bläserwerk zuhause ist. „Karneval der Tiere“, „Der Rosarote Panther“, „Schlangen Rock’n’Roll“… - mit Arthur, Matthias, Karl, Camillo, Katharina, Mark, Hannah und Julius, die sich ihm musizierend an die Fersen heften, hat Huß diese und noch mehr Musikstücke geprobt. Jetzt sitzen sie. „Und sollte ein Ton mal nicht stimmen, macht das gar nichts“, sagt Huß.

Mehr Motivation braucht’s nicht. Gestern Abend, als die acht ihr Stück mit dem Titel „Zoo“ vor Publikum in der Barkower Kirche aufführen, sind die Besucher – viele Eltern der Kinder (sie kommen aus der Region, aber auch aus Berlin, Hamburg, Greifswald oder Güstrow) und auch andere Musikfreunde – begeistert.

Schon am heutigen Samstag geht’s weiter, werden das doppelte Zoo-Quartett und die anderen gut 70 Kinder zur Generalprobe von „Jona und der Wal“ in der Fürstenberger Kirche erwartet. Schon seit Dienstag proben sie für die Geschichte aus dem Alten Testament, für die Reinhard Gramm, Landesposaunenwart in Niedersachsen, die Noten und seine Frau Marita den Text schrieb.

Seit Dienstag finden deshalb in Barkow auch richtige kleine „Völkerwanderungen“ statt. Mehrmals am Tag. „80 Kinder können wir natürlich nicht in der Bläserscheune unterrichten“, erklärt Thomas Lambrecht, einer von 25 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die Martin Huß über die Jahre an die Projekte seines Bläserwerks binden konnte. Alle und womöglich umschichtig in der Bläserscheune unterrichten, müssen die Lehrer auch nicht. „Das Dorf steht voll hinter unserem Camp“, sagt der Demminer und lacht. „Viele stellen uns auf ihren Grundstücken Probenräume zur Verfügung. Einfach so, damit wir in Ruhe üben können.“ So kommt’s auch, dass sich eine Gruppe nach dem Frühstück die Instrumente schnappt und in die „Folterkammer“ abmeldet (und anderthalb Stunden später wohlbehalten zurückkehren), während eine andere Gruppe ihre Probe in „Heu und Stroh“ absolviert. „Das Landesposaunenwerk hat hier im Dorf eine sehr hohe Akzeptanz“, hat Burkhard Reimer erfahren. Der gebürtige Warener, den es vor Jahren ins Hessische Witzenhausen verschlagen hat, würde sogar noch weiter gehen: „Die vielen selbstgebackenen Kuchen der Barkower, die täglich im Camp eintrudeln, dürften unschlagbare Beweise dafür sein.“

Egal wie es in Fürstenberg läuft, am morgigen Sonntag um 11 Uhr werden die Kinder ihr Stück im Pfarrgarten in Barkow zur Premiere bringen. Und Sie sind herzlich eingeladen.

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