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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. November 2017 | 00:50 Uhr

Wirtschaft : Note 1 für wichtigstes Lebensmittel

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Trinkwasser ist in Lübz ausreichend vorhanden und von höchster Qualität. Allgemein in Sorge ist der für seine Aufbereitung verantwortliche Mitarbeiter wegen Überdüngung des Bodens.

von
erstellt am 24.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Ohne sauberes Wasser könnten weder Mensch noch Tier existieren. Auch ersterer besteht sogar zu einem sehr großen Teil daraus. So enthält mageres Muskelgewebe in seinen Zellen ungefähr 75, das Blutplasma sogar 90 bis 95 Prozent und auch in den Knochen lässt sich noch ein Anteil von nicht ganz einem Viertel an der Gesamtmasse nachweisen (Quelle: Wikipedia). Es ist – darin sind sich sowohl Ernährungswissenschaftler als auch andere Fachleute einig – das Lebensmittel Nummer eins. Deutlich wird dies unter anderem auch dadurch, dass das Gesundheitsamt des Landkreises alle technischen Anlagen, die zur Aufbereitung benötigt werden, einmal im Jahr sehr umfangreich kontrolliert, was dieser Tage erneut stattfand.


Wasser wird aus vier Brunnen gefördert


In Lübz liegt die Wasserversorgung ebenfalls in den Händen der Stadtwerke. Sie betreibt vier Brunnen, deren Tiefe zwischen 70 und 120 Metern liegt. Der älteste davon ist 80 Meter tief und wurde 1966 gebaut. Nach der Förderung wird der Rohstoff im Wasserwerk aufbereitet, was vor allem die Entfernung von Eisen und Mangan durch Zugabe von Sauerstoff aus der Luft beinhaltet. Vorher liegen die Werte für beide Stoffe weit über den zugelassenen. Über vier geschlossene Kiesfilter fließt das Wasser letztlich in zwei große Sammelbehälter, die nachts vollgepumpt werden. Am Tag läuft es dann allein durch das Höhengefälle zu den Verbrauchern in der Stadt und ihren Ortsteilen. Ausnahme sind nur Riederfelde und Bobzin, für die es eine kleine Druckerhöhungsanlage gibt.

Ein unabhängiges Labor überprüft das Wasser in jedem Monat auf seine wichtigsten Eigenschaften hin, einmal im Jahr werden viel umfangreicher rund 110 Messwerte analysiert, was zum Beispiel auch das Abfragen von Belastungen durch Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel beinhaltet. Beachtet werden zudem Trübung, Förderung, Geschmack, Keim- und Bakterienbelastung sowie Temperatur. Das Ergebnis kann auch auf der Internet-Seite der Stadtwerke (www.stadtwerke-luebz.de) nachlesen. Der jüngste ph-Wert etwa liegt demzufolge bei 7,1, erlaubt ist eine Spanne von 6,5 bis 9,5. Auch alle anderen Messungen liegen deutlich unter den höchstmöglichen Größen. Gestattet das Gesetz zum Beispiel 0,2 Milligramm Eisen pro Liter, sind es in Lübz sogar noch weniger als 0,02. Ähnlich das Bild zum Beispiel bei Mangan (effektiv weniger als 0,005 Milligramm, 0,05 erlaubt. Die jüngste Belastung mit Pflanzenschutzmitteln ergab sogar einen Messwert von nur 0,000025 Milligramm bei einer Vorgabe von 0,0001. „Da hört dann irgendwann die Bestimmungsgrenze auf“, sagt Holger Albrecht, seit 1987 in Lübz für den Bereich Trinkwasser verantwortlich.

Ungeachtet der sehr guten Qualität in Lübz und hier auch in Zukunft ausreichenden Menge in großer Tiefe macht sich der Fachmann allgemein Sorgen um den für Leib und Leben unverzichtbaren Stoff, mit dem er seit Lehrbeginn 1980 in Goldberg täglich befasst ist: „In den nächsten Jahren werden weitere Kollegen Probleme bekommen. Einige kleine Wasserwerke mussten bereits geschlossen werden – auch in Mecklenburg-Vorpommern.“ Auf die Frage nach der Ursache antwortet Albrecht, dass die Probleme aufgrund starker Belastung des Wassers eindeutig auf Überdüngung zurück zu führen seien. „Die Problematik ist seit Jahren bekannt, doch durchgreifende, die Situation verbessernde Maßnahmen gab es lange Zeit nicht“, sagt er. „Dem Thema wurde sich viel zu spät grundlegend gewidmet und selbst neue Vorgaben sind zu schwammig gefasst. Wir als Wasserversorger wünschen uns eine härtere Gangart.“

Dieser Aussage entspricht eine Mitteilung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), der sagt, dass die Politik die Anliegen der Landwirtschaft „ganz offensichtlich über den Schutz unseres Grundwassers stellt“. Der zu Beginn des Jahres im Bundesrat verabschiedete Entwurf des Düngegesetzes sei „ein fauler Kompromiss mit zahlreichen offenen Flanken“. Sobald an einem Standort der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser überschritten wird, müsse ein sofortiger Düngestopp erfolgen.

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