Gesundheit : Noch mehr Sicherheit für Patienten

Das Plauer MediClin Krankenhaus gehört nun neben dem Universitätsklinikum Rostock zu den Häusern mit EndoCert-Zertifikat.
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Das Plauer MediClin Krankenhaus gehört nun neben dem Universitätsklinikum Rostock zu den Häusern mit EndoCert-Zertifikat.

Das Plauer MediClin Krankenhaus ist seit November zertifiziertes EndoProthetikZentrum: Die Klinik für Orthopädie bestand einjähriges Verfahren mit Bravour

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11. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Deutschlandweit werden jährlich etwa 400 000 Hüft-, Knie- und Schultergelenke operativ durch künstliche ersetzt. Mitunter werden Implantate eingesetzt, die nicht funktionieren, Prothesen, die unter der Belastung brechen. Öffentliche Kritik ist die Folge. Und sie ist angebracht. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) will, dass sich Qualität durchsetzt und hat sich Gedanken gemacht, wie ein System installiert werden kann, das die Versorgungsqualität auf der einen und die Patientensicherheit auf der anderen Seite sicherstellt. Zusammen mit den führenden Fachgesellschaften entwickelte die DGOOC das sogenannte „EndoCert“ – das weltweit erste Zertifizierungssystem für Einrichtungen, die sich intensiv mit der Implantation von Kunstgelenken beschäftigen. Seit Oktober 2012 können sich Deutsche Kliniken danach zertifizieren lassen.

Auch das Plauer MediClin Krankenhaus mit seiner Klinik für Orthopädie, Rheumatologie, Unfall- und Handchirurgie, die seit 1995 Gelenkersatz macht, hatte die Zertifizierung beantragt, das aufwendige Verfahren erfolgreich durchlaufen und darf sich seit November „EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung“ nennen. Mit dieser Zertifizierung weist das Krankenhaus in Plau am See nach, dass die wissenschaftlich belegbaren Vorgaben für eine sichere und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Patienten beim künstlichen Gelenkersatz erfüllt werden.

Gut ein Jahr hat die Zertifizierung in Anspruch genommen und von den Plauern neben dem medizinischen Klinikalltag eine Menge abverlangt. Dicke Ordner mit Erhebungsdaten mussten ausgefüllt und alles, was mit der Arbeitsweise der orthopädischen Klinik, ihrem Personal, den Abläufen zwischen Patientenaufnahme und -entlassung, der technischen Ausstattung… zu tun hat, musste bis ins Detail dokumentiert werden. Und doch war dies nur die erste, wenn auch längere Phase des Zertifizierungsverfahrens. „Während einer zweitägigen Auditierung am 2. und 3. September, zu der Orthopäden und Chirurgen – also keine Systemfremden, sondern klinische Kollegen – aus ganz Deutschland zu uns in die Klinik kamen, mussten wir alles, was wir auf dem Papier erfolgreich belegt hatten, auch in der Praxis nachweisen“, schildert Dr. med. Thomas M. Hirsch, Chefarzt der Orthopädie im Plauer MediClin. Er weiß noch genau, wie platt er am Ende des zweiten Tages war. „Ich bin schon ein paar Jahre dabei, aber so etwas Intensives habe ich noch nicht erlebt. Die Kollegen haben sich alles angeschaut – die Behandlung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit, Narkose, Röntgen, Physiotherapie, sie waren bei der Diagnostik dabei, haben mit Patienten gesprochen, mit Ärzten, Schwestern.“ Einfach alles ist hinterfragt und durchleuchtet worden. Die zwei Tage haben bei Hirsch und seinen Kollegen eines ganz deutlich werden lassen: „Bei diesem Verfahren kann man keine potemkinschen Dorf aufbauen, da ist keine Chance zum Mogeln. Und das finde ich gut“, so der Chefarzt.

Auch für das Klinik-Team sei die Zertifizierung gut gewesen, ist sich Hirsch sicher: „Die Vorbereitung war eine sehr intensive Zeit und die Auditierung für alle unsere Leute hart. Das Gute aber ist, dass wir uns selbst hinterfragt und geschaut haben, wo eventuell noch Reserven zur Optimierung stecken könnten“, so Hirsch. „Man könnte sagen, das Verfahren war für uns so etwas wie ein Finetuning.“

Und was hat nun der Patient von der Zertifizierung des Plauer Krankenhauses? „Unsere Patienten haben die Sicherheit, dass die Versorgungsqualität vor und während des Eingriffs sowie in der Nachversorgung auf einem konstant hohen Niveau ist“, so Dr. Hirsch. „Das EndoCert-Zertifikat bescheinigt die reibungslosen Abläufe und die hohe Qualität der Implantation von künstlichem Gelenkersatz im EndoProthetikZentrum.“

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