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Debatte um die Südbahn : Noch eine allerletzte Chance für die Südbahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kreistag erneut mit großer Debatte zum Thema Südbahn. Letztes Hoffen auf den Landtag.

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2015 | 09:00 Uhr

Es ist und bleibt das emotional hoch besetzte Thema des alten Landkreises Parchim: die Südbahn. Dabei geht es um die vom Land bereits abbestellte und derzeit auch nicht mehr bediente Bahnverbindung zwischen Parchim und Malchow. Die Südbahn war vor dem Haushalt das große Thema, zu dem sich alle Fraktionen äußerten. Gleich drei Änderungsanträge gab es zum Vorschlag der Verwaltung. Die hätte gern eine Entscheidung für die Einführung des so genanten Ruf-Bussystems (wir berichteten) statt der umstrittenen Bahnlinie. Doch es kam anders. Am Ende setzten sich die Linken und die SPD mit einem Ergänzungsantrag durch.

Inhalt: Wenn der Landtag kommende Woche entgegen aller bisherigen Beschlüsse 600 000 Euro zusätzlich für die Südbahn freigibt, soll es zwischen Parchim und Plau nicht nur die Südbahn sondern ein Bus-/ Bahn-/ Rufbussystem geben.

Die CDU Fraktion wollte hingegen den Landrat auf den kombinierten Bahn- und Busverkehr verpflichten. Im Kern hätte das bedeutet, dass der Zuschuss aus dem Kreishaushalt hätte kommen müssen. Denn alle Redner in der Debatte gaben zu, dass ein Umschwenken der Landesregierung trotz aller Anträge der Linken wohl kaum zu erwarten sei.

Der Landrat wehrte sich gegen das Ansinnen der CDU mit Händen und Füßen. Er sei überhaupt nicht gegen die Bahn, aber das sei und bleibe Sache des Landes. „Über Landesmittel brauchen wir aber nicht mehr reden. Ich weiß nicht wie oft ich beim Minister Pegel deswegen war. Fakt ist, ich werde die Mittel der Kreisumlage nicht dafür einsetzen. Die durch Gutachten gestützte Busvariante bietet Vorteile für alle Bewohner in dem Bereich.“

Die CDU, die vor der Abstimmung auch noch mal eine Auszeit erwirkte, zeigte sich gestern hochgradig enttäuscht. Linke und SPD hätten im Schulterschluss die Südbahn durch die Hintertür beerdigt.

Wolfgang Bohnstedt von den Linken hatte die Entscheidung des Landes, die Linie abzubestellen, als krasse Fehlentscheidung kritisiert. Hier würden dünn besiedelte Räume abgehängt.

Vorteil der Debatte: Das jetzt beschlossene Ruf-Bussystem soll als Pilotprojekt für den ganzen Landkreis getestet und dann auch eingeführt werden. Das wäre dann so etwas wie eine kleine Revolution im Nahverkehrssystem des Landkreises.

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