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Neues Zuhause Gesucht : Nichts kann das eigene Sofa ersetzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

28 Katzen und ein Hund warten im Tierheim Plau am See auf ihre Vermittlung

von
erstellt am 07.Nov.2014 | 20:30 Uhr

„Caro“ hat gestern ganz sicher die Welt nicht mehr verstanden. Gerade sieben, vielleicht acht Wochen alt, lebte sie noch mit zwei Geschwisterchen in der Prignitz. Nun findet sie sich im Käfig in der Plauer Tierstation wieder. Während die anderen beiden vermittelt bzw. bleiben konnten, muss Caro erstmal ins Heim. Hier kriegt sie ihre eigene Box, Schlafplatz, zu fressen, Streicheleinheiten – es fehlt an nichts. Und doch greint die Kleine. „Das wird schon“, sagt Uta Kaßler, die Leiterin des Tierheims. Jahrelange Erfahrung lehrt sie das. Und ein Blick auf das Kätzchen reicht, und sie weiß: „Du bist so eine Hübsche, für dich finden wir ganz sicher bald einen neuen Besitzer.“

Wie wahrscheinlich auch für die zwei rot-weißen Knäulchen, aus denen verzagt zwei paar Kulleraugen blicken. Sechs, sieben Wochen sind Rufus und sein Geschwisterchen alt. Ein richtiges Zuhause, eines, wo sie Hahn im Korbe wären und verwöhnt werden, haben sie noch nicht kennengelernt. Sie waren am Kuppentiner Weg in Altenlinden ausgesetzt worden. Die Plauer Tierheimcrew drückt die Daumen, dass sich ihrer rasch jemand annimmt.

Genauso tun sie es für Mia. Fünf Jahre alt ist das Kätzchen. „Mia war am 4. November in Parchim nahe des Martinimarktes gefunden worden, gleich bei den Abfallcontainern“, erzählt Dagmar Schilling. Mindestens zwei Tage habe sie da gesessen und sich nicht weg gerührt. „Die Katze ist sehr gepflegt, sehr verschmust und anhänglich, weshalb wir einfach davon ausgehen, dass sie ein zuhause hat, eine Besitzerkatze ist“, so Dagmar Schilling. Also, wer in Mia seinen Stubentiger – mit dem auffallenden Fleck rechts der Nase hat – erkennt, sollte sich ganz schnell in der Plauer Tierstation melden.

Nicht bei allen „ihren“ Kätzchen sehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Vermittlung gelassen entgegen. Jedoch tun sie alles, damit auch „schwierige“ Tiere wieder in gute Hände kommen. Wie zum Beispiel Nick, Puschel oder Tiger. Alle drei sind ganz bestimmt keine einfachen Katzen. Weil sie scheu sind, die Besucher gern mal anfauchen und so gar nichts von einen kuscheligen Stubentiger haben. „Aber alle drei sind auch noch sehr jung. Wir kümmern uns sehr intensiv um sie. Das bekommen wir hin“, ist Dagmar Schilling zuversichtlich.

Insgesamt versorgen die zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter ( weitere sind gern gesehen) im Plauer Tierheim zurzeit 28 Stubentiger und acht Freigängerkatzen. Die Freigänger sind nicht in der Vermittlung. „Sie sind hier aufgewachsen und würden sich woanders gar nicht zurecht finden“, sagt Uta Kaßler. Bei allen anderen Katzen freut sich die Crew jedes Mal, wenn sie vermittelt werden konnten. Und jedes Mal drücken sie dann auch die Daumen, dass es die Kätzchen es mit ihrem neuen Zuhause gut treffen.

In der Mehrzahl sind es in der Tat Katzen, um die sich im Plauer Tierheim gekümmert wird. Manchmal aber auch um Hunde. Seit Mai zum Beispiel lebt Lara hier. Eigentlich wollte ihr Herrchen sie nur für kurze Zeit in Pension geben. Nach einem Sturz aber konnte er sich nicht mehr um die Hündin kümmern. Auch das ist schon eine ganze Weile her, und immer hatten die Tierheim-Mitarbeiter gehofft, dass er sie zur Vermittlung freigibt. „Jetzt endlich haben wir sein Einverständnis. Und darüber sind wir sehr froh“, sagt Dagmar Schilling. Lara sei ein so lieber Hund, verspielt, folgsam, sie verträgt sich mit anderen Hunden. „Sie hat einfach ein neues schönes Zuhause verdient.“

Aufopferungsvoll kümmern sich die Ehrenamtler um die Tiere. Tiere, die von ihren Haltern aufgegeben oder ausgesetzt wurden, die vielleicht von daheim ausgebüxt sind oder sich verlaufen haben und hoffen, dass ihre Herrchen sie in der Station wiederfinden. „Den Tieren geht es gut bei uns“, sagt Vereinsvorsitzende Uta Kaßler. Vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags zwischen 15.30 und 16.30 Uhr sei immer jemand hier, versorgt die Tiere, beschäftigt sie und kümmert sich. „Eines aber können wir nicht“, sagt Uta Kaßler, „nämlich die eigene Hand und das eigene Sofa ersetzen. Auch wenn wir uns noch soviel Mühe geben, und deshalb sollte das Leben im Tierheim immer nur vorrübergehend sein.“

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