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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. August 2017 | 04:52 Uhr

Wechsel : Neuwahl im Parchimer Jagdverband

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Jürgen Katzmann legt nach 12 Jahren den Vorsitz in neue Hände. Das Ehrenamt war für ihn „eine wichtige Lebenserfahrung“.

Zwölf Jahre stand Jürgen Katzmann an der Spitze des Kreisjagdverbandes Parchim e. V. In knapp vier Wochen und damit in Reichweite seines 60. Geburtstages möchte er nun den Vorsitz in jüngere Hände geben. Bereits vor einem Jahr hatte er offen angekündigt, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr für den Vorstand kandidieren werde. Die neue Verbandsleitung wird am Sonnabend, 15. Februar, auf der Delegiertenkonferenz in Parchim gewählt (Beginn: 9 Uhr im Solitär der Kreisverwaltung, Putlitzer Straße). Zu beschließen haben die Vertreter aus den Hegeringen auch über eine Satzungsänderung: Der Verband gibt sich einen neuen Namen. „Wir sind ja kein Kreisjagdverband mehr“, sagt Jürgen Katzmann. In seine Worte mischt sich Bedauern, dass es nach der Kreishochzeit von Parchim und Ludwigslust im September 2011 nicht gelungen ist, die beiden Jagdverbände der Altkreise zusammenzuführen. Der Vorsitzende des Parchimer Verbandes hatte sich bereits früh für eine Fusion ausgesprochen. Doch nachdem die Ludwigsluster ein Jahr nach der Kreisgebietsreform einen neuen Vorstand gewählt hatten, habe es keine Absprachen mehr gegeben. Ein Verschmelzen beider regional agierenden Verbände zu einem Kreisverband Ludwigslust-Parchim scheint damit in die Ferne gerückt zu sein, findet Jürgen Katzmann die momentane Situation nicht glücklich.

Aus dem Ehrenamt verabschiedet sich der Weidmann mit einem guten Gefühl: So sei es über viele Jahre hinweg gelungen, den Mitgliederbestand stabil zu halten. Die Zahlen haben sich auf 1100 bis 1200 Weidmänner und -frauen eingepegelt, die in den Regionen Sternberg, Lübz, Parchim sowie Crivitz die Jagd ausüben, sich der Hege und Pflege und dem jagdlichen Brauchtum verschrieben haben. „Unser Verband ist mit 22 aktiven Hegeringen sowie einem Hegering u. a. für die fördernden Mitglieder sehr gut aufgestellt“, bilanziert der scheidende Vorsitzende.

Für den ehrenamtlichen Job gewinnen ließ sich Jürgen Katzmann vor zwölf Jahren vom damaligen Vorsitzenden und Begründer des Kreisjagdverbandes Günther Finck (†2013). „Er hat mich gefragt und ich habe nicht gezögert. Ich bin sogar der Ansicht, dass jeder Mitbürger sich einmal im Leben für eine gemeinnützige Sache engagierten sollte, natürlich auf einem Gebiet, von dem man auch etwas versteht. Für mich waren die zurückliegenden zwölf Jahre eine ausgesprochen positive Lebenserfahrung. Durch mein Ehrenamt durfte ich viele neue Menschen kennen- und schätzenlernen und ich habe hautnah miterlebt, wie andere sich auf ihrem Gebiet engagieren“, bekennt Jürgen Katzmann. Beeindruckt habe ihn z. B. immer wieder, wie es in der Kreisstadt durch das vereinsübergreifende Projekt „Zusammen in Parchim“ (ZiP) gelang, Ehrenamt zu vernetzen, den Blick über den eigenen Vereinstellerrand zu weiten und voneinander zu profitieren. Eine kontinuierliche Entwicklung nahm auch die Kooperation mit dem Heimatverein „Wooster Heide“: Das traditionelle Heideblütenfest bietet den Jagdhornbläsern seit Jahren eine traumhafte Kulisse für ihren Wettbewerb. Die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung bzw. der Untereren Jagdbehörde beschreibt er als zielführend. Mit dem Vorsitzenden wird sich am 15. Februar auch Christian Schwarzer aus dem Vorstand zurückziehen. Christian Schwarzer aus Crivitz hat die Stellvertreterfunktion insgesamt 23 Jahre ausgeübt. Jürgen Katzmann mag momentan noch nicht mit Name und Adresse arbeiten, wer als Kandidat für den neuen Vorstand zur Verfügung steht, zumal er der Delegiertenversammlung nicht vorgreifen möchte, die ebenfalls Vorschläge zur Diskussion und Abstimmung bringen kann. Doch der nahtlose Übergang werde mit einem Generationswechsel einhergehen, so wie er es sich erhofft hatte: Jetzt sei ein guter Zeitpunkt, die Führung im Verband an Weidmänner zu übergeben, die in der Nachwendezeit in die Jagd eingetreten sind.

Jürgen Katzmann absolvierte seine Jägerprüfung 1978 und ist der Jagd seitdem immer verbunden gewesen. „Es liegt in den Genen, das ist ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann, aber ich hatte schon als Kind diese Begeisterung für die Natur und die Jagd“, erinnert sich der Weidmann, der seit 1986 in Parchim bzw. Voigtsdorf lebt. Seinem Verband möchte er natürlich weiterhin tatkräftig verbunden bleiben und seiner Passion, der Hundeausbildung, nachgehen.

Sein größter Wunsch ist, dass es gelingt, den Schießstand in Slate zu erhalten und im Kreis Ludwigslust-Parchim einen Kreisjagdverband zu bilden. Das Großvaterherz schlägt dafür, eines Tages einen oder alle vier Enkel zur Jagdprüfung zu führen.


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erstellt am 20.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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